Wappenstein der Brauergilde (Hannover)

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Das 1642 in Stein gehauene Wappen der Brauergilde von Hannover, Hans Nottelmann dem JüngerenW-Logo.png zugeschrieben; darunter eine NachbildungW-Logo.png mit dem Spruch „[...] Pro commoditate patriae“
Stadttafel Nummer 117 am Gebäude Osterstraße 30 mit Hinweisen auf das Wappen und das Brauergilde-HausW-Logo.png

Der Wappenstein der Brauergilde von Hannover ist ein im 17. Jahrhundert geschaffener Wappenstein der hannoverschen GildeW-Logo.png der Brauer und MälzerW-Logo.png. Standort des in Stein gehauenen Wappens ist die Eingangshalle der Gilde BrauereiW-Logo.png unter der Adresse Alte Döhrener Straße[1] im heutigen Stadtteil SüdstadtW-Logo.png.[2]

Geschichte

Brauergilde

Bereits im Jahr 1322 verlieh Herzog OttoW-Logo.png von Braunschweig-LüneburgW-Logo.png an die VollbürgerW-Logo.png von Hannover das Brauprivileg zur Herstellung von Bier. Das vergleichsweise preiswerte Getränk diente noch zur Zeit des Mittelalters unter anderem zur Herstellung von BiersuppenW-Logo.png insbesondere für die Mahlzeiten armer Familien – mit den durch den Alkohol bedingten Folgen vor allem für die Entwicklung der Kinder.[3]

Im Jahr 1609 waren die Eigentümer von Häusern der hannoverschen AltstadtW-Logo.png, „auf denen das BraurechtW-Logo.png lag“, zur Brauergilde zusammengeschlossen. Diese war eine rechtsfähigeW-Logo.png KörperschaftW-Logo.png und führte auch ein eigenes Wappen.[4]

Der Wappenstein

Der 1642 datierte und dem hannoverschen Bildhauer Hans Nottelmann dem JüngerenW-Logo.png zugeschriebeneW-Logo.png Wappenstein war ursprünglich über der Toreinfahrt an dem Brauergilde-HausW-Logo.png in der Osterstraße angebracht,[1] das der Unternehmer Johann DuveW-Logo.png mitten im Dreißigjährigen KriegW-Logo.png auf Wunsch des Rates der Stadt HannoverW-Logo.png als repräsentatives Amtshaus der Gilde in den Jahren 1642 bis 1644 errichten ließ.[5] Dort fand sich zusätzlich auch die InschriftW-Logo.png

„DER BRAWER HAUS
PRO COMMODITATE PATRIAE“

zu deutsch etwa „Das Haus der Brauer / Zum Nutzen unserer Vaterstadt“.[1]

Der Wappenstein wurde im Jahr 1878[1] [Anm. 1] dann am Geschäftshaus der „Lagerbierbrauerei“ an der Hildesheimer StraßeW-Logo.png angebracht, knapp einhundert Jahre später im Jahr 1974 im Verwaltungsgebäude der Gilde Brauerei.[1]

Beschreibung

Der farbig bemalte Wappenstein zeigt in Höhe des Datums 1642 zwischen zwei geraden rot-goldenen Hörner als Helmzier[4] das dreiblättrige Kleeblatt als heraldisches Symbol für die Stadt Hannover, womit die Brauergilde ihre enge Verbundenheit mit der Stadt bezeugte. Unter dem Helm mit seinem geschlossenen Visier findet sich ein Wappenschild mit zwei Feldern in den Farben blau und rot, den traditionellen „Hausfarben“ der Gilde Brauerei.[1] Die Helmdecke ist in denselben Farben wie barockes RankenwerkW-Logo.png gestaltet.[4] Im oberen, blauen Feld finden sich neun goldene Malzkörner, im unteren, roten Feld drei goldene Gerstenähren.[1] Der auf dem Wappenschild aufsitzende silberne Stechhelm trägt eine um seine HalsbergeW-Logo.png gelegte goldene Schnur mit einem daran hängenden grünen Edelstein.[4]

Literatur

  • Erich Borkenhagen: Broyhanbier und Brauergilde Hannover: 1526–1976. 450 Jahre in Wort, Bild und Dokumenten. Eine Jubiläumsgabe der Brauergilde Hannover AG. Mit Fotos von Joachim Giesel, Brauergilde Hannover AG, Hannover 1976, S. 38–41
  • Gerhard Nienaber: Von der Brauergilde in der königlichen Residenzstadt Hannover zur Brauergilde Hannover AG. Brauergilde Hannover 1322 - 1450 - 1546 - 1609 - 1841. 150 Jahre auf privatrechtlicher Grundlage. Brauergilde, Hannover 1991

Weblinks

 Commons: Brauergilde-Wappen (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Waldemar R. RöhrbeinW-Logo.png: Brauergilde-Wappen. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon HannoverW-Logo.png. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 80.
  2. Helmut ZimmermannW-Logo.png: Alte Döhrener Straße. In: Die Strassennamen der Landeshauptstadt Hannover, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 12
  3. Hans Werner DannowskiW-Logo.png: Hannover - weit von nah: In Stadtteilen unterwegs, Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei, 2002, ISBN 978-3877066539, S. 146; online über Google-BücherW-Logo.png
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 Franz Rudolf ZanklW-Logo.png: Wappenstein der Brauergilde. In ders. (Hrsg.): Hannover ArchivW-Logo.png, Blatt B 6
  5. Waldemar R. Röhrbein: Brauergilde-Haus. In: Stadtlexikon Hannover. S. 80

Anmerkungen

  1. Davon abweichend wird das Jahr 1874 genannt, vergleiche Franz Rudolf Zankl: Wappenstein der Brauergilde. In ders. (Hrsg.): Hannover ArchivW-Logo.png, Blatt B 6

52.3543589.753082Koordinaten: 52° 21′ 15,7″ N, 9° 45′ 11,1″ O

Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Wappenstein_der_Brauergilde_(Hannover)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 09. Mai 2021 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.