Wappenstein

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Dieser Artikel behandelt „Steine mit Wappen“; zum dicht bewaldeten gleichnamigen Basaltkegel siehe in der Wikipedia → Wappenstein (Reichsforst)W-Logo.png.
Vor 1953: Steinmetz bei der Arbeit an einem Wappenstein (Wappen von Queen MaryW-Logo.png, Gemahlin von George V.W-Logo.png)

Der nicht wohldefinierte Oberbegriff Wappenstein (englisch coat of arms stone, crest stone oder armorial stone) bezeichnet in einem weiten Sinn einen Stein mit einem oder mehreren Wappen (beziehungsweise einen Stein, der mit einer wappenartigen/heraldischen Zier versehen ist).[1]

Darstellung

Zur Gruppe der Wappensteine zählen alle Formen von Steinen, die wie auch immer mit Wappen versehen sind, zum Beispiel Mauersteine (besonders die Schlußsteine von Mauerbögen), Grabsteine (besonders bei Epitaphen und Grabplatten aller Art), Grenzsteine, Findlinge, Schmucksteine, Pfastersteine et cetera. Der jeweilige Stein erhält den Wappendekor durch unterschiedliche Verfahren, beispielweise dadurch, dass ein Wappen aus dem Stein „gehauen“ ist (teils erhaben, teils tief eingeschnitten) oder durch Bemalung, Schliff, Gravur, Druck oder einer vergleichbaren Bearbeitung.

Mauersteine oder ähnliches mit Wappen

Denis Alva ParsonsW-Logo en.png arbeitet an einem heraldischen Ersatzstein mit Lancaster Rose für den Palast von Westminster

Wappensteine finden sich auf Bauwerken (in Kirchen, Kathedralen, Kreuzgängen, Burgen, Schlössern, Privathäusern, an Säulen, Erkern, Decken, Hauseingängen, Toreinfahrten et cetera). Insbesondere kommen sie auf Mauerwerken in verschönender, repräsentativer oder symbolischer Funktion vor, gewöhnlich formal deutlich vom Rest eines Bauwerkes durch Farbe, Erhebung, Einfassung oder ähnlichem abgrenzt. Zuweilen wird dem Wappenstein eine Legende beigegeben, zum Beispiel eine Jahreszahl oder eine Inschrift mit dem Namen des Wappenführenden.

Epitaph oder ähnliches mit Wappen

Eine EpitaphW-Logo.png („Grabplatte“/„Grabstein“W-Logo.png), der mit einem Wappen oder einer Ahnenprobe in Form von Wappendarstellungen geschmückt ist, wird gemeinhin als „Wappenstein“ aufgefasst.

Findling, Stele oder ähnliches mit Wappen

Zu den Wappensteinen zählen auch FindlingeW-Logo.png, StelenW-Logo.png oder ähnliches, die zum Beispiel mit einem Kommunalwappen verziert sind. Diese sind häufig an ein- und ausfallenden Straßen oder im Zentrum aufgestellt, wo sie den Beginn oder das Ende einer Ortschaft beziehungsweise die Ortsmitte kennzeichnen, kommen aber auch an anderen Plätzen vor.

Grenzstein mit Wappen

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Grenzwappen

Zur Gruppe der Wappensteine gehören auch Grenzsteine, Grenzsäulen oder vergleichbare Flurdenkmale, auf denen ein oder mehrere Wappen oder wappenartige Motive angebracht sind („Grenzwappen“).

Schmuckstein mit Wappen

1534: Schwarzer Wappenstein mit dem Familienwappen Scheiring (Detail aus dem Gemälde des Dr. Johann Schering, nach Lucas Cranach dem Älteren)

Auch ein SchmucksteinW-Logo.png, der mit einem Wappen verziert ist, wird gelegentlich als „Wappenstein“ bezeichnet. Beispielweise trägt in dem Gemälde des Dr. Johann Schering, welches von Lucas Cranach dem Älteren 1534 gemalt wurde, der Abgebildete einen Fingerring mit einem schwarzen „Wappenstein“, auf dem das Familienwappen der Scheirings zu sehen ist. Wenn bei Siegelringen mit Wappen geschnittene Lagenachate, Saphire, Onyxe oder ähnliche Schmucksteine als Siegelplatte dienen, werden diese zuweilen ebenfalls als „Wappensteine“ bezeichnet.

Einzelnachweise

  1. Blason ville fr Garidech (Haute-Garonne).svg Lemma Wappenstein. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, Leipzig 1854-1960 (woerterbuchnetz.de).