Göpelschnitt

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Göpelschnitt
(gemäß WBO, Nr. 0811)
Wappen von Haldermannstetten

Göpelschnitt (auch Göppelschnitt, Göpelteilung, „gestürzter Deichselschnitt“ oder ähnlich genannt; frz.: tiercé en pairle renversé; engl.: tierced in pairle reversed oder per graft) ist in der Heraldik eine Bezeichnung für eine besondere Form einer Schnittlinie, die göpelförmig in einem Wappenschild verläuft. Dadurch wird dieser in drei Flächen (beziehungsweise in drei Felder) geteilt. Jede dieser Flächen wird gewöhnlich in einer anderen heraldischen Farbe tingiert.

Darstellung

Der Göppelschnitt ist das Gegenteil vom Deichselschnitt („gestürzter Deichselschnitt“) und entsteht ..

„(..) sobald von der Schildmitte aus 2 Linien nach den unteren Ecken und eine senkrecht nach der Mitte des Oberrandes geführt wird, also (Figur 106. -- das ist das Wappen derer von Haldermannstetten -- Anmerkung der Redaktion) von Silber Gold und Blau im Göppel (durch Göppelschnitt) geteilt. Es ist dies jedenfalls viel einfacher, als die langweilige Beschreibung „gespalten von Silber und Gold mit einer eingepropften, bis zur Mitte aufsteigenden blauen Spitze.““

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]
Reihenfolge beim Blasonieren

Beim Blasonieren nennt man zuerst die obere heraldisch rechte (1.), dann die oberere heraldisch linke Fläche (2.) und zum Schluß die untere (3.).[1]

Gewöhnlich wird beim Göpelschnitt durch die Kombination von drei Farben gegen die heraldische Farbregel verstoßen, die besagt, daß Farbe nicht an Farbe und Metall nicht an Metall grenzen soll.

„Da es diese Heroldsbilder jedoch seit langem gibt, und der Fehler nicht vermeidbar ist, wird der Verstoß bei diesem Schildbild toleriert. Salopp gesagt: Die Farbregel ist gültig, wenn sich ein Verstoß vermeiden läßt. Aus diesem Grund sind diese Schildbilder auch nicht erste Wahl, weil sie einen farblich in Schwierigkeiten bringen, und Heraldiker sowas heute lieber vermeiden, wenn es geht.“

Bernhard Peter (2008)[2]

Varianten

Göpelschnitt mit weniger als drei Farben

Der Ausdruck „im Göpelschnitt geteilt“ ist in der neueren Heraldik auch dann gebräuchlich, wenn ein Schild in dieser Art in drei Felder geteilt wurde, aber weniger als drei heraldische Farben genutzt werden, um die Flächen zu tingieren.

Göpelschnitt mit gespaltener Spitze

In der neueren Heraldik ist ein „Göpelschnitt mit gespaltener Spitze..“ (frz.: tiercé en pairle renversé avec émanché parti; engl.: tierced in pairle reversed in base per pale) ein eigenständiges Heroldsbild (WBO, Nr. 0812).

Deichselschnitt

Das Pendant zum Göpelschnitt (die zwei schrägen Linien laufen nicht nach dem unteren, sondern nach dem oberen Schildrand) nennt man Deichselschnitt.

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Deichselschnitt

Wappenbilderordnung

  • Der Göpelschnitt wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Kombination von Schräg- mit senkrechten und waagerechten Teilungen unter der Nr. 0811 aufgenommen.
  • Der Göpelschnitt mit gespaltener Spitze wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Kombination von Schräg- mit senkrechten und waagerechten Teilungen unter der Nr. 0812 aufgenommen.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Göpelschnitt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Kombinationen unvollständiger Teilungslinien: Göpel und Deichsel

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 41.
  2. Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Kombinationen unvollständiger Teilungslinien: Göpel und Deichsel. Internet: www.welt-der-wappen.de (früher: www.dr-bernhard-peter.de). Erstellt: 2008. Abgerufen: 05. August 2013.
  3. Wappenbeschreibung: „Im Göpelschnitt geteilt. 1 in Rot eine silberne Pflugschar; 2 in Silber ein sechsspeichiges rotes Wagenrad; 3 von Silber und Rot vierzehnfach zur Schildmitte geständert.“