Deichselschnitt

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Deichselschnitt
(gemäß WBO, Nr. 0801)

Deichselschnitt (auch Gabelschnitt, Dreipassschnitt, Deichselteilung, Gabelteilung genannt; frz.: tiercé en pairle; engl.: tierced in pairle oder tierced pallwise) ist in der Heraldik eine Bezeichnung für eine besondere Form einer Schnittlinie, die deichselförmig beziehungsweise im Dreipaß in einem Wappenschild verläuft. Dadurch wird dieser in drei Flächen (beziehungsweise in drei Felder) geteilt. Jede dieser Flächen wird gewöhnlich in einer anderen heraldischen Farbe tingiert.

Darstellung

Ausgeführt wird der Deichselschnitt ..

„(..) wenn man von der Schildmitte aus drei Linien, und zwar (zwei schräg -- Anmerkung der Redaktion) nach den beiden oberen Schildecken und (eine) senkrecht abwärts bis zur Schildesmitte (am unteren Schildesrand) führt.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]
Reihenfolge beim Blasonieren

Naturgemäß wird beim Deichselschnitt durch die Kombination von drei Farben gegen die heraldische Farbregel verstoßen, die besagt, daß Farbe nicht an Farbe und Metall nicht an Metall grenzen soll.

„Da es diese Heroldsbilder jedoch seit langem gibt, und der Fehler nicht vermeidbar ist, wird der Verstoß bei diesem Schildbild toleriert. Salopp gesagt: Die Farbregel ist gültig, wenn sich ein Verstoß vermeiden läßt. Aus diesem Grund sind diese Schildbilder auch nicht erste Wahl, weil sie einen farblich in Schwierigkeiten bringen, und Heraldiker sowas heute lieber vermeiden, wenn es geht.“

Bernhard Peter (2008)[2]

Beim Blasonieren nennt man zuerst die obere, dann die heraldisch rechte, dann die heraldisch linke Fläche.[1]

Varianten

Deichselschnitt mit gespaltener Spitze

Der Ausdruck „im Deichselschnitt geteilt“ ist in der Heraldik auch dann gebräuchlich, wenn ein Schild nicht in Felder mit drei unterschiedlichen heraldischen Farben geteilt wird, sondern in Felder mit weniger heraldischen Farben. Beispielsweise kann das Wappen der Familie Andrian-Werburg folgendermaßen beschrieben werden: „Silbern-roter Deichselschnitt mit gespaltener Spitze ..“. In der jüngeren Heraldik ist diese Art der Deichselteilung ein eigenständiges Herolsbild (WBO, Nr. 0802).

Schneckendeichsel

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Schneckendeichsel

Göpelschnitt

Erscheint der Deichselschnitt gestürzt (die zwei schrägen Linien laufen nach dem unteren Schildrand), so nennt man diese Teilung Göpelschnitt.

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Göpelschnitt

Wappenbilderordnung

  • Der Deichselschnitt wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Kombination von Schräg- mit senkrechten und waagerechten Teilungen unter der Nr. 0801 aufgenommen.
  • Der Deichselschnitt mit gespaltener Spitze wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Kombination von Schräg- mit senkrechten und waagerechten Teilungen unter der Nr. 0802 aufgenommen.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Deichselschnitt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Kombinationen unvollständiger Teilungslinien: Göpel und Deichsel

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 41.
  2. Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Kombinationen unvollständiger Teilungslinien: Göpel und Deichse. Internet: www.welt-der-wappen.de (früher: www.dr-bernhard-peter.de). Erstellt: 2008. Abgerufen: 05. August 2013.