Gonfanon

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Gonfanon = Kriegstuch
 
 
im Schweriner Wappen
Reiter mit Gonfanon
(Siegel Frederick II.)

Der (auch „das“) Gonfanon (von: lat. gonfalone, port. gonfalào, sp. confalon, frz. gonfalon, fränk. gundfano; dt. Kriegstuch, Kriegsfahne, Kampffahne) ist in der Heraldik eine gemeine Figur.

Historischer Hintergrund

Der Gonfanon bezeichnet eine alte rechteckige Fahnen- oder Bannerart des Mittelalters bzw. ein an einer Lanze befestigtes Tuch mit mehreren Streifen, Bändern oder Zipfeln am wehenden Ende. Er diente als Kampffahne des Rittertums.

„Der Gonfanon wurde selten vom Anführer selbst getragen, diese Pflicht oblag dem Gonfanon-Träger, aber er diente zur Identifizierung des Anführers, sei es einer ganzen Schlacht oder nur eines geringen Kontingents, und als Sammelpunkt.“

Donald Lindsay Galbreath, Léon Jéquier[1]

Aus dem Gonfanon entwickelten sich die Ritterstandarten, Banner und Wappenbanner im eigentlichen Sinn:

„Mit der weiteren Entwicklung des Wappenwesens wurde das Banner, ein zuerst hochrechteckiges, später quadratisches Stück Tuch mit dem Wappenschild des Bannerherren zu dessen Erkennungszeichen.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[2]

Der Ausdruck „Gonfanon“, der ursprünglich „Kriegstuch“ bedeute, ging im Laufe der Jahrhundert auf die Kirchenfahne über. Er wird bis heute von italienischen Republiken sowie für eine an einem Querbügel befestigte Fahne mit drei Hängel gebracht, die bei religiösen Prozessionen benutzt wird.

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Kirchenfahne

In Italien wird der Gonfanon irrtümlich teilweise als „Ombrellino“ bezeichnet. Das Missverständnis beruht auf der Tatsache, dass auf den päpstlichen Gonfanones manchmal Ombrellino dargestellt waren.

Darstellung

Während ein Banner sich durch seine Form zur Darstellung eines Wappens eignet, kommt eine Wappenabbildung auf einem Gonfanon nur selten vor.

„Der Gonfanon ist die alte Form der rechteckigen Fahne, die in mehrere Lätze ausläuft. Er ist einfarbig (der kaiserliche und die Oriflamme von Frankreich sind rot) oder mehrfarbig oder sogar mit Gold und Farben gewebt und gestickt (..) Dem Gontafon ist eigentümlich, daß seine Hauptachse im rechten Winkel zur Stange steht, d. h. daß ein Adler mit dem Kopf gegen die Lanze und dem Schwanz nach außen gerichtet erscheint.“

Donald Lindsay Galbreath, Léon Jéquier[1]

Galerie

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Gonfanons in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Montforter Gonfanon in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Galbreath, Donald Lindsay; Jéquier, Léon: Unter Mitarbeit von Hubert de Vevey zuerst unter „Manuel d'héraldique“ erschienen (1922); 1942 erweitert unter dem Titel „Manuel du blason“. Aus dem franz. übertragen von Ottfried Neubecker. Augsburg. 1990.
  2. Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 124.


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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Gonfanon“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 19. Mai 2011 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.

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