Hubertusorden

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Collane und verschiedene Bruststerne des Ordens
Stern und Orden aus Bayern, frühes 19. Jahrhundert
Ordensband
Ordensstifter Herzog Gerhard II. von Jülich-Berg auf einer Miniatur aus dem Heroldsbuch des Hubertusordens

Der Orden des Heiligen Hubertus (kurz Hubertusorden, auch Orden vom Horn) war ein jülich-bergischerW-Logo.png, pfälzischer und bayerischer Orden. Er wird heute noch als Hausorden der Wittelsbacher verliehen.

Geschichte

Der Hubertusorden wurde als weltlicher Ritterorden am 3. November 1444 von Herzog Gerhard II. von Jülich-BergW-Logo.png zur Erinnerung an den Sieg in der Schlacht bei LinnichW-Logo.png gestiftet, der an einem HubertustagW-Logo.png (benannt nach dem heiligen HubertusW-Logo.png) im gleichen Jahr erfochten worden war. Dieser Sieg bestätigte dem Herzog seinen Besitz gegen die Ansprüche seines Vetters Arnold von GeldernW-Logo.png. Seinen Hauptsitz hatte der Orden zunächst in der Pfarrkirche zu Nideggen im Herzogtum Jülich-BergW-Logo.png.

Erst Gerhards Sohn Wilhelm gab dem Orden Statuten. Da die Ritter zunächst eine goldene Kette von Jagdhörnern trugen, hatte der Orden noch die zweite Bezeichnung Orden vom Horn. Als 1609 mit Johann Wilhelm I. von Jülich-Kleve-BergW-Logo.png dieses Geschlecht erlosch und erneute Erbstreitigkeiten entbrannten, geriet der Orden in Vergessenheit. Erst am 29. September 1708 rief Kurfürst Johann Wilhelm II. von der Pfalz-Neuburg, Herzog von Jülich-BergW-Logo.png, in Düsseldorf den Orden feierlich wieder ins Leben zurück.[1] Mit Bestätigung und Erweiterung der Statuten durch den Kurfürsten Karl TheodorW-Logo.png wurde er 1744 zu einem kurpfälzischen Orden. König Maximillian I. von Bayern erhob ihn zum ersten und höchsten Orden des bayerischen KönigreichsW-Logo.png. Seit seiner Stiftung bestand er aus einer Klasse. Zwölf Grafen und Freiherrn sollten zu seinen Mitgliedern zählen. Souveräne, Mitglieder fürstlicher Familien und Ausländer konnten in unbeschränkter Zahl nach Belieben des Großmeisters zusätzlich aufgenommen werden.

Der Gründung des Ritterordens von 1444 folgten weitere Jagdorden gleichen Namens.

Ordensdekoration

Das Ordenszeichen besteht aus einem weißemaillierten, goldgeränderten Malteserkreuz mit einer goldenen Kugel auf jeder der acht Spitzen. Die Arme sind mit goldenen Flämmchen besät. In den Winkeln sind je drei goldene Strahlen angebracht und über dem Kreuz befindet sich die goldene Königskrone. Auf der Vorderseite zeigt das Medaillon auf grünem Grund die in Gold dargestellte Bekehrungsgeschichte des heiligen Hubertus. Der rote Reif, der das Medaillon einfaßt, trägt in Perlen die niederfränkische Devise In traw vast (In Treue fest). Die Rückseite zeigt hingegen einen birnenförmigen Schild, in dessen Mitte auf rotem Grund ein goldener Reichsapfel mit dem Kreuz ruht und dessen weißemaillierte bandartige Einfassung die Inschrift In memoriam recuperatae dignitatis avitae 1708 (Zur Erinnerung der wiedererworbenen, angestammten Würde 1708) trägt.

Das Ordensband ist rot mit je einem grünen Seitenstreifen.

Staatswappen

Großes Wappen des Königreichs Bayern mit den Collanen der vier höchsten Orden

Der Hubertusorden war einer der vier königlich bayerischen Orden, die im Staatswappen abgebildet waren.

Abbildungen

In einem Stuckrelief ist der Hubertusorden auf der Nordseite des Corps de LogisW-Logo.png von Schloss BenrathW-Logo.png abgebildet. Dort umgibt die Ordenskette das barocke kurfürstliche Allianzwappen im Giebelfeld.

Hubertusbuch

Das Hubertusbuch verbrannte 1945 bei dem amerikanischen Angriff auf Kloster MertenW-Logo.png. In ihm waren alle Ordensmitglieder verzeichnet. Neben den Herzögen von Jülich-Kleve-Berg und anderem rheinischem Adel waren dort Herzöge aus Bayern und Pommern und ein Kurfürst aus Brandenburg mit Wappen und Unterschrift eingetragen.

Verleihungszahlen

Aus den Akten des Ordensarchivs ergeben sich für die Zeit des Bayerischen Königreiches folgende Verleihungszahlen.

Verleihung durch Fürstliche Gräfliche und
freiherrliche Ritter
Gesamt
Maximilian I. Joseph (1806–1825) 94 55 149
Ludwig I.W-Logo.png (1825–1848) 44 15 59
Maximilian II.W-Logo.png Joseph (1848–1864) 71 13 84
Ludwig II.W-Logo.png (1864–1886) 58 8 66
Prinzregent Luitpold von BayernW-Logo.png (1886–1912) 114 48 162
Ludwig III.W-Logo.png (1912–1918) 15 12 27
Gesamt 396 151

Literatur

  • Helmut Lahrkamp, Beiträge zur Geschichte des Hubertusordens der Herzöge von Jülich-Berg und verwandter Gründungen, in: Düsseldorfer Jahrbuch, Bd. 49, 1959
  • Heinrich Oidtmann, Die Hubertusschlacht bei Linnich in Dichtung, Sage und Geschichte, Jülich 1904 Digitalisat
  • Arnhard Graf Klenau: Orden in Deutschland und Österreich, Band II Verlag Graf Klenau GmbH, Offenbach 2008, ISBN 3-937064-13-3

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Hubertusorden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Hubertusorden“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 02. Mai 2016 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.