Vehem

Aus Heraldik-Wiki
(Weitergeleitet von Natürliches Hermelin)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Natürlicher Hermelin / Vehem

Vehem oder Natürliches Hermelin (frz.: hermine au naturel; engl.: naturel ermine) ist in der Heraldik eine Art aufgemalte Hermelin-Textur, die nur bei ganz spezifischen Wappenbestandteilen (Pelzverbrämung bei Rangkronen und Fürstenhüten, Futter bei Wappenmänteln und -zelten und so weiter) ein Hermelinfell „natürlich“ darstellt.

Siebmacher

Natürlicher Hermelin (gemäß Siebmacher)

Vehem (natürlicher Hermelin): nennt man den Winterpelz des Hermelintierchens, auf den die schwarzen Schwanzspitzen aufgenäht sind, dieses Pelzwerk, durchweg jetzt im gewöhnlichen Leben als „Hermelin" bezeichnet und zur Dekorierung der Kleidungsstücke fürstl. Personen im großen Ornat gebräuchlich, findet seine Anwendung auch als Futter und als Verbrämung der in Heraldik vorkommenden Fürstenmäntel, Fürstenhüte und fürstlichen Pavillons. Es kommt indes auch vor, dass man dieses Futter resp. Verbrämung statt der natürlichen, mit den heraldischen Hermelinschwänzchen bestreut, was besonders zu melden ist. Dass man nicht immer den ganzen teuren Hermelinbalg zum Überzug des Schildes benutzte, sondern das Hermelinfell auch nachahmte, dürfte das Wappen der (†) Volkersdorf beweisen. Hier hat man andere Tierschwänzchen vermittelst metallener Haftspangen (Nägel) einfach auf den weiß bemalten Schild geheftet, (siehe Figur 20).“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Wappenmäntel/-zelte mit natürlichem Hermelin

In natürlicher Darstellung hat sich Hermelin auf Wappenmantel und Wappenzelt erhalten.

Wappenbilderordnung

Das Pelzwerk „Natürlicher Hermelin / Vehem“ wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) unter der Nr. 0015 aufgenommen.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.