Severinus von Sachsen

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Prinz Severinus von Sachsen, Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, 1526

Severinus von Sachsen (* 28. August 1522 in Freiberg; † 10. Oktober 1533 in Innsbruck) war ein sächsischer Prinz aus der albertinischen Linie der Wettiner.

Leben

Severinus war der zweite Sohn des sächsischen Herzogs Heinrich (1473–1541) aus dessen Ehe mit Katharina (1487–1561), Tochter des Herzogs Magnus II. von Mecklenburg. Bei der Erziehung Severins und seines älteren Bruders Moritz hatte neben der Mutter deren Erzieher Balthasar Rysche erheblichen Einfluss.

Trotz schwächlicher Gesundheit hatte er bei Zweikämpfen mit seinem Bruder Moritz, die sein Onkel Georg der Bärtige bei Besuchen in Freiberg zwischen den beiden Knaben veranlasste, stets die Oberhand, was den Vater der Jungen zeitweise auf den Gedanken brachte, Moritz vielleicht besser für eine kirchliche Laufbahn vorzusehen.

Auf Geheiß des katholischen Herzog Georgs wurde Severinus von seinen dem Luthertum zuneigenden Eltern getrennt und nach Innsbruck geschickt. Dort wurde er gemeinsam mit den Kindern des späteren Kaisers Ferdinand und dessen Gemahlin Anna katholisch erzogen. Der Prinz hatte hier in Bernhard von Rathschitz einen eigenen Hofmeister.[1]

Severinus, der stets als blass und heiser redend beschrieben wurde, starb bereits 11-jährig, “die schönsten Hoffnungen mit ins Grab nehmend”.[2] Es wurde eine Obduktion vorgenommen, um die Ursachen von Krankheit und Tod zu ergründen.[3] Der Leichnam wurde in der Zisterzienserabtei in Stams bestattet. Sein Grabmal wurde im Jahr 1552 durch schmalkaldische Truppen seines eigenen Bruders Moritz geplündert und zerstört.

Rezeption

Im Jahr 1526 fertigte Lucas Cranach der Ältere zwei Knabenbildnisse der beiden Prinzen Moritz und Severinus. Das Gemälde Severinus' entstand in Tempera auf Lindenholz und ist 57 x 38,5 cm groß. Es zählt als vortreffliches und sicheres Werk Cranachs und wurde in das Gesamtverzeichnis national wertvollen Kulturgutes aufgenommen. Es befindet sich im Besitz der Hessischen Hausstiftung und war zwischen 2005 und 2006 als Leihgabe im Portland Art Museum ausgestellt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, im Vereine mit mehreren ..., S. 354
  2. Freiburger Altertumsverein: Mitteilungen, Issues 1-10, S. 890
  3. Cornell Babendererde: Sterben, Tod, Begräbnis und liturgisches Gedächtnis bei weltlichen Reichsfürsten des Spätmittelalters. Verlag Thorbecke, Ostfildern 2006, ISBN 978-3-7995-4520-4, S. 109.