Starke Verlag

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C.A. Starke e.K.
RechtsformW-Logo.png eingetragener KaufmannW-Logo.png
GründungW-Logo.png 20. Oktober 1847
SitzW-Logo.png Limburg an der Lahn, Deutschland
LeitungW-Logo.png Hans Jürgen Kretschmer
BrancheW-Logo.png Verlagswesen
WebsiteW-Logo.png www.starkeverlag.de
Stand: 2016

Der C. A. Starke Verlag in Limburg an der Lahn ist ein deutscher Fachverlag für Bücher, Zeitschriften und andere Veröffentlichungen zum Thema Genealogie und Heraldik.

Geschichte

1847–1945

Heraldisches Handbuch, 1880 im Starke Verlag erschienen

Der Verlag wurde am 20. Oktober 1847 von Christian August Starke (1823–1882) in GörlitzW-Logo.png gegründet. Im Jahr 1876 wurde das Unternehmen um einen heraldischen Verlag erweitert. In den Jahren 1875–1883 erschien im Verlag das von Graf Rudolf von Stillfried-Rattonitz und Professor Adolf Matthias Hildebrandt herausgegebene Prachtwerk Des Conrad Grünenberg, Ritters und Burgers zu Constenz, Wappenbuch mit über 300 Tafeln in prachtvollem Buntdruck. Für diese Leistung wurde dem Sohn des Gründers, Georg Starke (1852–1919), der schon seit 1879 als Prokurist des Verlags wirkte, 1880 das Prädikat eines königlichen Hoflieferanten verliehen.[1] Nach dem Tod des Gründers im Jahr 1882 übernahm der Sohn die Leitung des Verlagshauses. Ab 1889 gab der Genealoge Bernhard Koerner das Genealogische Handbuch bürgerlicher Familien im Starke Verlag heraus und versah die Bände mit in zunehmendem Maße völkischW-Logo.png und antisemitischW-Logo.png geprägten Vorworten.

Am 27. Januar 1919 erwarb der Buchdruckerei-Besitzer Hans Kretschmer (1887–1976) das Unternehmen, erweiterte es im Jahr 1923 um die Handelsdruckerei A. Müller und vereinigte alle drei Betriebe zu einem Verlagshaus für Heraldik und Genealogie. Als Herausgeber gründete Kretschmer die Zeitschrift Archiv für Sippenforschung und von 1929 bis 1944 das Genealogische Handbuch der baltischen Ritterschaften. 1938 firmierte der Verlag unter der Bezeichnung Verlag für SippenforschungW-Logo.png und Wappenkunde C. A. Starke.[2] Als im Kriegsjahr 1944 wegen Papiermangels die Produktion fast zum Erliegen kam, umfasste das Verlagssortiment fast 1.000 Titel.

Nach der Besetzung der Stadt Görlitz durch die sowjetischen Truppen und dem Ende des Zweiten Weltkriegs (1945) wurde der Lagerbestand von etwa 400.000 Bänden zerstört und schließlich Kretschmer im Jahr 1946 entschädigungslos enteignet.

Seit 1946

Kretschmer ging mit seiner Familie in den Westen und begann 1950 in Glücksburg (Ostsee)W-Logo.png in einem Kasernengebäude der früheren Kriegsmarine den Verlag wieder aufzubauen. Acht Jahre später (1958) verlegte das Unternehmen seinen Sitz nach Limburg (Lahn), wo es noch heute ansässig ist.

Nach Kretschmers Tod (1976) übernahm seine Witwe Anneliese Kretschmer (1903–1998) die Verlagsleitung und übergab 1994 das Unternehmen ihrem Sohn Hans Jürgen Kretschmer (* 1924). Doch schon zwei Jahre später (1996) wurde der Verlag an den leitenden Mitarbeiter Rasched Salem (* 1963) verkauft. 2008 erwarb Hans Jürgen Kretschmer das Unternehmen zurück.

Nach eigener Aussage des Verlags, „widmet sich das Verlagsprogramm schwerpunktmäßig der Genealogie als Wissenschaft zur Erforschung familiärer Zusammenhänge.“

Verlagsprogramm

Zu den wichtigsten Ausgaben des Starke Verlags zählen heute die Reihen Deutsches Geschlechterbuch als Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien, Deutsche Führungsschichten in der Neuzeit, Grundriss der Genealogie und Ahnen und Enkel, außerdem die aus frühen Verlagszeiten bekannte Vierteljahres-Zeitschrift Archiv für Sippenforschung (siehe oben), heute unter dem Titel Archiv für Familiengeschichtsforschung. Bis 2015 wurden auch Publikationen des Deutschen Adelsarchivs verlegt. Dazu zählten unter anderem das Genealogische Handbuch des Adels (fortgesetzt vom Gothaischen Genealogischen HandbuchW-Logo.png), sowie die Reihe Aus dem Deutschen Adelsarchiv. Neben zahlreichen Einzelveröffentlichungen produziert der Verlag außerdem ein vielfältiges Ahnentafel- und genealogisches Formular-Programm.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. J. Siebmachers Großes Wappenbuch. Band H: Biographisches Lexikon der Heraldiker sowie der Sphragistiker, Vexillologen und Insignologen. Hgg. vom Herold, Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften. Bearbeitet von Jürgen Arndt unter Mitwirkung von Horst Hilgenberg und Marga Wehner, Neustadt an der Aisch 1992, S. 520 f.
  2. Vgl. die Verlagsbezeichnungen in den zu dieser Zeit veröffentlichten Werken, z. B.: Schellenberg, Alfred: Schlesisches Wappenbuch. Erster Band. Görlitz. Verlag für Sippenforschung und Wappenkunde C. A. Starke. Inhaber: Hans Kretschmar. 1938.


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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Starke_Verlag“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 27. April 2017 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.