Heroldsbuch des jülich-bergischen Hubertusordens

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt das Heroldsbuch des jülich-bergischen Hubertusordens (berol. ms. germ. quart. 1479 in Krakau); zum Bruderschaftsbuch (cod. icon. 318 in München) siehe Bruderschaftsbuch des jülich-bergischen Hubertusordens.)
Heroldsbuch des jülich-bergischen Hubertusordens
Der deutsche Kaiser, umgeben von Kurfürstenwappen (sowie Österreich, Papstwappen; Folio 7r)
Der deutsche Kaiser,
umgeben von Kurfürstenwappen
(sowie Österreich, Papstwappen; Folio 7r)
Originalausgabe
Genre Institutionelles Wappenbuch
Erscheinungsjahr 1452/1463 bis 1500 (Datierung nach
Nesselrode; von anderen auf 1480 datiert)
Anzahl Seiten 130 Blätter
Standort

Das Heroldsbuch des jülich-bergischen Hubertusordens (auch Heroldsbuch des Jülicher Ordens, Niederrheinische Handschrift oder ähnlich genannt; Abkürzung: JHO_a) ist ein Wappenbuch aus dem 15. Jahrhundert (heute: Krakau, Bibliothek Jagiellońska, Berol. mgq 1479; gehörte vor dem Zweiten Weltkrieg zum Bestand der Preussischen Staatsbibliothek in Berlin (mgq 1479); davor Cheltenham, Bibliothek Phillippica, Ms. 9415; davor Privatbesitz Auktionshaus Sotheby's, London, Nr. 1835/4594).

Inhalt

Nach Gert Oswald enthält das Heroldsbuch auf 130 Blatt über 1000 Vollwappen und „mehr als 100 Schilde der Mitglieder des im Jahre 1444 von Herzog Gerhard VII. von Jülich-BergW-Logo.png (1437-1475) gestifteten, später bayerischen Hausordens (Hubertusorden).“[1]

Urheberschaft

Unklar ist, wer im Detail die Personen sind, die das Heroldsbuch des jülich-bergischen Hubertusordens angelegt und darin Eintragungen gemacht haben. Im 20. Jahrhundert datieren die Autoren des Werkes Beiträge zur Geschichte der Heraldik und andere die Entstehungszeit des Heroldsbuchs auf 1480 und führen als Urheber einen Wappenkönig namens Hermann von Brunshofen an.[2]

Die Kunsthistorikern Leonie Gräfin von Nesselrode bestritt im frühen 21. Jahrhundert in mehreren Beiträgen die Urheberschaft von Brunshofen (auch Hermann von Brüninghausen genannt) bei der Anlage des Werkes.[3] Sie hält eine Entstehung über eine Zeitspanne von mehreren Jahrzehnten (zwischen 1452/1463 bis 1500) durch verschiedene Personen für wahrscheinlich, wobei sie davon ausgeht, dass ein „Herold (namens) Hermann“ ein schon existierenden Heroldsbuch überarbeitete und weiterführte und eine andere Person, ein „Wappenkönig (namens) Herrmann“, einen Vermerk mit 1480 datierte.[4][5] Wesentlich für alle Annahmen im Zusammenhang mit der Urheberschaft sind zwei selbstbezügliche Vermerke in dem Werk (auf Blatt 13v und Blatt 127v), die nachstehend zitiert werden:

„Dit heraltz bouch ich herman eyn tornyrkunde heralt gemacht ind geordenert han van bete myns genedichen lieuen heren hertzoge van golche ind vand en berchge (..)“

Blatt 13v: zitiert nach: Beiträge zur Geschichte der Heraldik (1939/1972)[2]

„Inn den jairen ons heren miiij ind LXXX Jair ist dit gemagt ouermytz herman van brunzhoyffen conyck der vappery (..)“

Blatt 127v: zitiert nach: Beiträge zur Geschichte der Heraldik (1939/1972)[2]

Digitalisat

Abgrenzung

  • Der jülich-bergische Hubertusorden ist nicht zu verwechseln mit dem älteren 1416 durch Louis I., souveräner Herzog von Bar gegründeten lothringischen Ritterorden St. Hubertus und den mit dem Hl. Hubertus verbundenen jüngeren Jagdorden.

Weblinks

 Commons: Heroldsbuch des jülich-bergischen Hubertusordens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Marianne Reuter: Handschriftencensus. Internet: Juni 2013. Abgerufen: 23. Januar 2020.
  • Marianne Reuter: Cod.icon. 318 (Tresoarhandschrift) – Katalog Bruderschaftsbuch des jülich-bergischen Hubertusordens München, Privatbibliothek König Ludwigs I. von Bayern – 144 Bl – Niederrhein, um 1500. Internet. Letzte Änderung der Daten: 30. Juni 2012. Abgerufen: 23. Januar 2020. (Beschreibung des Werkes auf codicon.digitale-sammlungen.de)

Literatur

  • Harm von Seggern: Hermann von Brüninghausen. Wappenkönig der Ruwieren. In: Menschenbilder – Menschenbildner, 2002, S. 109-117.

Einzelnachweise

  1. Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Bibliographisches Institut, Mannheim, Wien, Zürich 1984, ISBN 3-411-02149-7, S. 198 (Digitalisat [abgerufen am 29. Februar 2020]).
  2. 2,0 2,1 2,2 Berchem, Egon Freiherr von; Galbreath, Donald Lindsay; Hupp, Otto; Mayer, Kurt: Beiträge zur Geschichte der Heraldik. Siebmacher's großes Wappenbuch. Band D. Neustadt. 1939/1972. Seite 96 ff.
  3. Klaus GrafW-Logo.png: Zum Herold Hermann von Brüninghausen. Veröffentlicht in: Geschichtswissenschaft. Veröffentlicht am 11. April 2012. Abgerufen: 23. Januar 2020
  4. Leonie Gräfin von Nesselrode: Das Heroldsbuch des jülich-bergischen Hubertusordens und die Chorfenster von Ehrenstein. Kraków, 2010. In: Prace historyczne, zeszyt 137. ISBN 978-83-233-3004-2. S. 43 ff.
  5. Leonie Gräfin von Nesselrode: Neue Erkenntnisse zum Heroldsbuch und Bruderschaftsbuch des jülich-bergischen Hubertusordens. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 36 (2010). Koblenz, 2010. S. 131-162.