Schattenfarbe

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Schattenfarbe ist im Wappen de Trazegnies bereits 1374 belegt
(hier das Wappen nach dem Bruderschaftsbuch des jülich-bergischen Hubertusordens, Ende 15. Jahrhundert)

Mit Schattenfarbe (frz.: ombre de; engl.: in umbra/ghost bezeichnet man in der Heraldik das Fehlen eigener Tinktur bei den Figuren. Figuren, die als „in Schattenfarbe“ blasoniert werden, werden nur als KonturW-Logo.pngen dargestellt. Sie besitzen keine Eigenfarbe, sondern die Farbe des darunterliegenden Feldes.

Schattenfarbe (Tafel II. Figur 8.): kommt höchst selten vor; man versteht darunter ein nur mit den Umrissen auf ein ein- oder mehrfarbiges Feld gezeichnetes Thier (oder Figur), so daß die Färbung des Feldes durch dasselbe (dieselbe) hindurch sichtbar ist.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Bemerkungen, wie sie noch 1990/1996 in der Wappenbilderordnung des Herold (Verein) zu finden sind, dass Schattenfarbe eine „Ausgeburt des Verfallszeit der Heraldik“[2] sei, sind nach den Recherchen des Heraldk-Wiki falsch. Beispielsweise kann die Verwendung von Schattenfarbe im Wappen de Trazegnies bereits zur Blütezeit der Heraldik belegt werden (1374). Die Verunglimpfung der Schattenfarbe durch Teile der heraldischen Literatur ist vermutlich vor dem Hintergrund zu verstehen, dass man das Stiften von neuen Wappen unter der Verwendung von Schattenfarbe möglichst minimieren oder gar ganz verhindern will, damit heraldische Ausnahmen nicht zur Regel werden.

Beispiele

Wappen at hohenthurn.png Schattenfarbe im Schildhaupt des Wappens der österreichischen Gemeinde Hohenthurn.
Armoiries-Chapelle-lez-Herlaimont.jpg Löwe in Schattenfarbe im Wappen der belgischen Gemeinde Trazegnies
College chirurgie nancy.png Salbengefäße in Schattenfarbe im Wappen des Collège de chirurgie de Nancy
AUT Thal COA.gif Schattenfarbe in den Muscheln von Thal (Steiermark)
Wappen Lauscha.png Schattenfarbe beim Hirsch von Lauscha
POL gmina Sławoborze COA.svg Zwei Glocken in Schattenfarbe von Sławoborze
Former COA Neustadt-Glewe.png Schattenfarbe im alten Wappen von Neustadt-Glewe

Wappenbilderordnung

Die Schattenfarbe wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) unter der Nr. -296 aufgenommen.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Schattenfarbe in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  2. Zitat: „Schattenfarbe, Ausgeburt der Verfallszeit der Heraldik; Wappenfigur nur in Umrissen, überdeckt durch Feldfarben.“
    Quelle: Wappenbilderordnung. Symbolorum armorialium ordo, hrsg. vom Herold - Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin. Bearb. von Jürgen Arndt und Werner Seeger, 2 Bde, 2. ergänzte u. berichtigte Aufl., Neustadt a. d. Aisch 1990-1996 (kurz: WBO). Bd. 1.: Wappenbilder; Bd. 2: General-Index.
    Editorische Notiz: Zugleich Neubearbeitung des Handbuchs der heraldischen Terminologie von Maximilian Gritzner (Einleitungsband, Abt. B des Neuen Siebmacherschen Wappenbuches, Nürnberg, 1890).


Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Schattenfarbe“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 17. Oktober 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.