Wellenleiste

Aus Heraldik-Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wellenleiste

In Silber eine rote Wellenleiste

Die Wellenleiste (auch Stabwellenbalken, Strichwellenbalken, „Leiste im Wellenschnitt und anderes mehr genannt) ist in der Heraldik ein Heroldsbild.

Darstellung

Die Wellenleiste leitet sich unmittelbar vom Heroldsbild des → Wellenbalkens ab. Wie dieser besitzt eine Wellenleiste zwei parallel und symmetrische geführte, wellenförmig laufende, waagerechte Begrenzungslinien, die ein Feld oder ein Wappenschild in drei Flächen gliedern. Die mittlere Fläche zwischen den Begrenzungslinien stellt die eigentliche Wellenleiste dar, während die obere und untere gemeinhin dieselbe heraldische Farbe besitzen, die sich von jener der Wellenleiste unterscheidet. Weichen die Tinkturen der Flächen oberhalb und unterhalb der Wellenleiste voneinander ab, ist dies in der Blasonierung ausdrücklich anzugeben (zum Beispiel „Von Gold und Silber durch eine rote Wellenleiste geteilt“).

Die Begrenzungslinien einer Wellenleiste liegen jedoch enger beieinander als beim Wellenbalken. Sie erscheint dadurch insgesamt schmaler und wird in der Regel in etwa mit der halben Höhe eines Wellenbalkens dargestellt. Gebräuchlich ist eine Höhe von etwa 17 bis 16 der Schildhöhe. Diese Maßangaben sind keine verbindlichen heraldischen Regeln, sondern Richtwerte. Wie alle heraldischen Heroldsbilder unterliegt die Wellenleiste keinen starren geometrischen Normen, sondern wird im Rahmen der heraldischen Tradition frei künstlerisch ausgeprägt. Je nach Wappen und Wappenaufriss und Kontext, kann die Wellenleistenhöhe leicht variieren, solange ihre Eigenart als schmales, von parallelen Wellenlinien eingefasstes Heroldsbild eindeutig erkennbar bleibt.

Ausprägungen

Die Wellenleiste folgt in ihren Varianten denselben Gestaltungsprinzipien wie der Wellenbalken oder die schlichte Leiste. Dementsprechend können Wellenleisten in vielfältiger Weise im Wappen erscheinen, zum Beispiel:

  • Schrägwellenleisten: Sie verlaufen schräg von heraldisch rechts oben nach links unten (Schrägwellenleiste), oder spiegelbildlich von heraldisch links oben nach rechts unten (Schräglinkswellenleiste).
  • Erhöhte oder erniedrigte Wellenleisten: Die Figur kann aus der Schildmitte herausgehoben oder abgesenkt sein.
  • Wellenleiste im Kontext anderer heraldischer Elemente: Eine Wellenleiste kann in bestimmten Schildteilen erscheinen, z. B. als Wellenleiste im Schildhaupt, im Schildfuß oder in einem anderen Feld bzw. als Gestaltungselement einer anderen Wappenfigur.
  • Mehrfache Wellenleisten: Es können zwei oder mehrere Wellenleisten übereinander geführt werden. Dabei ist die Zahl in der Blasonierung anzugeben („drei Wellenleisten übereinander“). Werden mehrere Wellenleisten nebeneinander geführt, sind die Höhen der einzelnen Wellenleisten gleichmäßig zueinander anzupassen.

In besonderen Einzelfällen kann die Wellenleiste mit anderen Figuren kombiniert, unterbrochen, mehrfach belegt oder in abweichender Form gestreckt bzw. verdichtet ausgeführt werden oder selber eine Belegung sein. So zeigt Maximilian Gritzner in seinem Handbuch der heraldischen Terminologie beispielsweise einen Schrägbalken, der mit einer Wellenleiste belegt ist:

„Figur 67., ist ein mit Wellenleisten belegter linker Schrägbalken (..)“

Symbolik und Deutung

In der Heraldik steht die präzise Beschreibung und Einordnung der Wappenfiguren im Vordergrund; symbolische Deutungen spielen in der eigentlichen Wappenwissenschaft eine untergeordnete Rolle. Eine Wellenleiste ist in erster Linie ein klar definiertes Heroldsbild, dessen Gestalt sich aus formalen und stilistischen Regeln ableitet. Jede weitergehende Bedeutung, die man ihr zuschreibt, ist sekundär und hängt vom historischen, örtlichen, persönlichen oder einem anderen Kontext des jeweiligen Wappens ab.

Gleichwohl wird das Heroldsbild Wellenleiste in einem weiten Sinn manchmal als Sinnbild für „Wasser“ verstanden. Es verweist dann sozusagen auf Flüsse, Bäche, Seen oder das Meer und findet sich besonders in den Wappen von Städten, Gemeinden und Familien, deren Geschichte oder Lebensumfeld eng mit Gewässern, Schifffahrt oder Fischerei verbunden ist. In kommunalen Wappen symbolisiert es möglicherweise einen Fluss, der den Ort durchzieht, die Lage an einem See oder ähnliches. Darüber hinaus kann die Wellenleiste in Einzelfällen womöglich für Quellen, Heilbäder, das Sakrament der Taufe etc. stehen. Unabhängig solcher Lesarten darf nicht übersehen werden, dass eine Wellenleiste auch rein dekorativ oder als bloßes Unterscheidungsmerkmal in ein Wappen aufgenommen sein kann. Eine „verbindliche“ Symbolik im engeren Sinn existiert nicht; jede Deutung sollte sich an der Stiftungsgeschichte des einzelnen Wappens, am Überlieferungszusammenhang oder ähnlichem orientieren.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Maximilian Gritzner: J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie. Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. Seite 52. Tafel 8. Figur 67.
  2. Wappenbeschreibung: „In Rot eine linksschräge blaue Wellenleiste; vorn oben eine auffliegende silberne (weiße) Taube, hinten unten ein linksschräges grünes Lindenblatt.“
  3. Wappenbeschreibung: „In Grün eine silberne, schräglinke, erniedrigte Wellenleiste; oben ein goldenes, geradarmiges Tatzenhochkreuz, unten ein goldenes Irrlicht.“
  4. Wappenbeschreibung: „Durch eine silberne Wellenleiste vom Schildfuß zum Schildhaupt schräglinks geteilt; oben in Grün eine Reihe von sechs silbernen, jeweils unten etwas kürzeren Orgelpfeifen, unten in Rot ein silbernes Zahnrad.“
  5. Wappenbeschreibung: „In Gold zwischen zwei schräglinken blauen Wellenleisten eine schräglinke schwarze Hirschstange“
  6. Wappenbeschreibung: „Im silbernen Schild eine schrägrechte blaue Wellenleiste. In den Heroldstücken links eine rote Raute und rechts ein roter Adler.“
  7. Wappenbeschreibung: „Von Blau und Grün durch silberne Wellenleiste geteilt. Oben eine silberne Windmühle, unten ein goldenes Posthorn.“
  8. Wappenbeschreibung: „In Blau über einer erniedrigten silbernen Wellenleiste ein goldener Haselzweig mit drei goldenen Nüssen.“
  9. Wappenbeschreibung: „Im Blau und Grün durch eine erniedrigte (gesenkte) silberne Wellenleiste geteilte Wappenschild ist im oberen Feld eine goldene fünftürige Pforte in Spitzbogenmanier dargestellt. An den Enden und mittig ist je ein Kreuz aufgesetzt.“
  10. Wappenbeschreibung: „Über blauem Wellenschildfuß mit einer silbernen Wellenleiste unweit der Teilungslinie ein leicht schräg links gestellter grüner, unten silberner Schilfhalm. Im rechten oberen Schrägeck ein abgebrochener silberner Krummstab.“
  11. Wappenbeschreibung: „In Silber über goldenem (gelbem) Schildfuß, darin eine blaue Wellenleiste, ein rotes Burgtor.“
  12. Wappenbeschreibung: „In Blau ein aufgerichteter goldener, rot bewehrter und gezungter Löwe, der sich auf einen Schild stützt, auf einem grünen, oben silbern eingefassten Dreiberg. Der Schild ist geviert; 1 und 4 sind fünfmal von Rot und Silber geteilt, 2 und 3 zeigen in Silber sechs rote Wecken in zwei Reihen. Der Dreiberg ist mit einer silbernen Wellenleiste und einem silbernen Wellenfaden belegt.“
Viki-Bot-Help.png

Dieser Artikel wurde partiell mit Unterstützung von ChatGPT (OpenAI) erstellt beziehungsweise durch diese stilistisch „geglättet“ (Datum: 19. September 2025. Prompt-Verfasser: Arthur Diebold. Chat-Thema: Heroldsbild Wellenleiste); alle KI-Inhalte wurden im Anschluß durch Menschen redigiert.