Korb (Heraldik)

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Korb (gemäß Siebmacher)

Der Korb (frz.: panier oder corbeille; engl.: basket) ist in der Heraldik eine gemeine Figur, der in verschiedenen Ausprägungen erscheint.

Darstellung

Grundsätzlich erscheint der Korb in der Heraldik vasenförmig und mit Henkel. Wird er ohne Henkel dargestellt, ist dies zu melden. Der Korb kann leer oder gefüllt sein. Letzeres sollte man in der Wappenbeschreibung melden, wobei Form, Lage und Inhalt (zum Beispiel Blumen, Früchte, Brot etc.) genau anzuführen sind.

Die Tingierung des Wappenmotivs Korb sollte nach den heraldischen Regeln erfolgen (alle heraldischen Farben sind erlaubt); in der neueren Heraldik erscheint der Korb manchmal „natürlich“ (also in Braun oder in einem ähnlichen Farbton). Diese Farbgebung ist in gewissem Sinn unheraldisch.

Siebmacher

Korb (Tafel XXVIII. Figur 37): der eigentliche, vasenförmig, mit Henkeln (..)
Blumenkorb (Tafel XXVIII. Figur 38): bestimmt zur Aufbewahrung von Blumen (..)
Henkelkorb (Tafel XXVIII. Figur 35): in runde Form, ähnlich dem (..)
Handkorb (Tafel XXVIII. Figur 36): und dem Kessel und kommt in dieser Form sehr häufig in Spanischen Granden-Wappen vor; die ursprünglich einfach, dann mehrfach ornamentiert umgebogenen Henkelenden haben wohl später zu den Irrtum Veranlassung gegeben, daß aus dem Korbe Schlangenköpfe hervorzüngelten und so finden wir die Körbe zum Beispiel im Wappen der Guzmann und Bueno (..)“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Galerie

Korb im Oberwappen

Manchmal wird der Korb im Oberwappen dargestellt, wo er wie eine Krone über dem Helm erscheint. Er liegt in diesem Fall bindend auf der Helmdecke auf und dient dann häufig zur Aufnahme von Blumen oder Federbüscheln, wie Pfauenfedern. Er dient im Oberwappen auch als Basis für die Darstelung wachsender Tiere, Menschen oder anderer Helmfiguren.

Symbolik

Der Korb ist außerhalb der Heraldik ein Attribut von diversen HeiligenW-Logo.png und mythischen Motiven. Beispielsweise kennzeichnet er BacchusW-Logo.png, die heilige Elisabeth von PortugalW-Logo.png, die heilige Elisabeth von ThüringenW-Logo.png und die heilige Dorothea (Heilige)|Dorothea[3]. Oft steht das Motiv als Symbol für die Handwerkskunst der KorbmachereiW-Logo.png.

Abgrenzung

Korb in Wappen mit Pelikan

Fälschlich wird bei einer Wappenbeschreibung manchmal das Nest des Pelikans mit dem Ausdruck Korb beschrieben. Es empfiehlt sich, das Nest als solches zu beschreiben, um Mißverständnissen vorzubeugen.

Korb in Wappen mit Schiffen

Erscheint in einem Wappen ein Schiff und in der Wappenbeschreibung der Ausdruck Korb, so ist damit in der Regel ein Mastkorb gemeint. Es empfiehlt sich, den Mastkorb als solchen zu bennen, um Mißverständnissen vorzubeugen.

Bienenkorb

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Bienenkorb (Heraldik)

Manchmal wird die Bezeichnung Korb abkürzend für einen Bienenkorb verwendet (zum Beispiel, wenn neben dem Wappentier Biene im Wappen ein (Bienen)Korb erscheint; oder ein Bienenkorb steht als redendes Motiv für den Namen Korb (zum Beispiel im Wappen der Gemeinde Korb in Württemberg). Der Bienenkorb ist jedoch in der Heraldik eine eigenständiges Motiv beziehungsweise eine spezielle gemeine Figur.

Korb in der französischen Heraldik

In der französischen Heraldik fand sich zur Zeit der napoleonischen Zeit bei Städte dritter Ordnung ein Korb als "Klassifizierungszeichen". So war im Schild eine rote linke Vierung mit silbernem, von einem fünfstrahligen Stern überhöhten „N“. Über dem Schild ein mit goldenen Ähren gefüllter goldener Korb (manchmal auch ohne Korb als zusammengebundene Ähren dargestellt), an dem rechts ein grüner Kranz von Oliven-, links von Eichenzweigen mit roten fliegenden Bändern hing.

Wappenbilderordnung

  • Der Korb wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Andere Erzeugnisse von Menschenhand: Haus- und Küchengeräte unter der Nr. 9192 aufgenommen.

Webseiten

 Commons: Körbe in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  2. Blason: In Gold über blauen Dreiberg ein nach links halbkreisförmig gebogener blauer Fisch. Auf dem blau-golden bewulsteten Helm mit blau-goldenen Decken ein geflochtener blauer Brotkorb,darin fünf aufgestellte goldene Stangenbrote,darauf ein blauer Fisch balkenweise gelegt.
  3. Oscar Mothes: Illustriertes Bau-Lexikon. Band 2 (F-M), Verlagsbuchhandlung Otto Spamer, Leipzig/Berlin 1866, S. 406
  4. Martin Carl Wilhelm von Wölckern auf Kalchreuth: „Beschreibungen aller Wappen der fürstlichen, gräflichen, freiherrlichen und adelichen jetztlebenden Familien im Königreich Baiern“. Band 1. Nürnberg 1821. S. 4


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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Korb_(Heraldik)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 27. Dezember 2011 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.