Biene (Wappentier)

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2 über 1 gestellte Bienen im Wappen von Honigsee
Bienen mit Mainzer Rad

In der Heraldik ist das Insekt Biene (frz.: abeille; engl.: bee) eine gemeine Figur.

Darstellung

Als Wappentier wird sie einzeln oder im Dreipass, also 2:1 im Wappen dargestellt, andere Darstellungen sind nicht ausgeschlossen. Die in der Draufsicht gezeigte Biene ist leicht stilisiert und die Farbgebung ist sehr häufig gold oder gelb.

Bienen (Tafel XXI. Figur 26.): nicht gerade selten, stets in natürlicher Form, zum Beispiel im Wappen der Barberini (Rom), Thal in Schwarzburg, Wagner von Frommenhausen und vielen anderen, auch oft einen Bienenstock umschwärmend zum Beispiel im Wappen der Kurländischen Bienemann von Bienenstamm.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Bienenwabe

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In der Früh-/Blütezeit des Wappenwesens ist eine spezielle Wappenfigur, die eigens zur Darstellung einer Bienwabe oder einer Bienenwabenzelle verwendet wird, nicht gebräuchlich.

Die Bienenwabe (englisch honeycomb) ist in der neueren Heraldik eine Wappenfigur. Eine einzelne Bienenwabenzelle ist einem regelmäßigen Sechseck nachempfunden. Erscheint eine kleinere Anzahl Bienenwabenzellen in einem Wappen, ohne dass sie miteinander verbunden sind, richtet sich deren Beschreibung nach den gewöhnlichen heraldischen Regeln für die Stellung mehrerer gleichrangiger Figuren der gleichen oder verschiedener Art zueinander (zum Beispiel: „drei Bienenwabenzellen, zwei-über-eins“ oder „drei Sechsecke [= Bienenwabenzellen] 2:1“). Sind mehrere Bienenwabenzellen miteinander verbunden, ist neben der Anzahl die Art und Weise der Verbindung/Gruppierung anzuzeigen (zum Beispiel: sechs „ringförmig aneinander gestellte aufrechte Sechsecke [= Bienenwabenzellen], mitten durchbrochen“). Ist der komplette Schild oder ein ganzes Feld von einer unbestimmten Anzahl Bienenwabenzellen vollständig gefüllt, so kann dies zum Beispiel folgendermaßen beschrieben werden: „mit aneinandergesetzten Sechsecken facettiert“, „mit Bienenwabenzellen/mit Bienenwabe facettiert“ oder „bienenwabenförmig facettiert“.

Geschichte und Verbreitung

Napoleon I. hat die Biene vielen Städten als Auszeichnung zukommen lassen. Diese Städte "erster Ordnung" laut napoleonischer Heraldik hatten im roten Schildhaupt drei Bienen. Eine dieser so ausgezeichneten Städte war Mainz. Sie wurden als "bonnes villes", die guten Städte bezeichnet. In der napoleonischen Kaiserzeit sind in Frankreich viele Wappen geändert worden, indem die Lilien durch die bonapartischen Bienen ersetzt wurden, die im Grunde nichts anderes als umgedrehte Fleur de Lys waren.

Das Papstwappen von Urban VIII.W-Logo.png zeigt in Blau drei Bienen (2:1) gestellt.

Wappenbilderordnung

Symbolik

Die Biene steht außerhalb der Heraldik unter anderem für Fleiß, Arbeitseifer und Ordnung.

Siehe auch

Literatur

David Engels/Carla Nicolaye (Hgg.), Ille operum custos. Kulturgeschichtliche Beiträge zur antiken Bienensymbolik und ihrer Rezeption, Hildesheim 2008 (Olms-Verlag, Spudasmata-Reihe Bd. 118).

Weblink

 Commons: Bienen in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bienenwaben in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 97.


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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Biene_(Wappentier)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 16. August 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.