Krone (Heraldik)

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Dieser Artikel befasst sich mit der gemeinen Figur Krone;
Krone
 
in der Schatzkammer der Münchner Residenz
(sogenannte Krone Heinrichs II.W-Logo.png)
 
in der Heraldik als gemeine Figur
(nach Siebmacher, 1889)

Die Krone ist in der Heraldik eine gemeine Figur; sie erscheint nicht nur im Wappenschild, sondern auch im Oberwappen.

Verwendung und Gestaltung

Die Detaildarstellung einer gemeinen Kronenfigur in einem Wappen, ihre Art/Form (Bügelkrone, Zackenkrone oder ähnliches), besondere Verzierungen an der Krone, die Anzahl und Gestalt der Zacken und Edelsteine et cetera können in der Wappenbeschreibung gemeldet werden. Unterbleiben derartige Meldungen, erscheint die Kronenfigur gewöhnlich mit drei sichtbaren blattartigen Zacken („Blattkrone“) oder mit fünf Zacken, wovon drei blattartig und die anderen beiden mit Perlen besetzt sind.

Krone (Tafel 30. Figur 93.): (..) mit 3 Zinken, worauf Blätter (oder 5 Zinken, davon drei mit Blättern und die anderen beiden mit 1 Perle (..)“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Im Wappenschild erscheint eine gemeine Kronenfigur schwebend, was in der Wappenbeschreibung nicht angezeigt wird. Die Farbe eine Kronenfigur muss nicht gemeldet werden, solange diese in Gold erscheint. Alle anderen heraldischen Farben einen Krone sind zu melden.

Krone als Nebenfigur

Teilweise erscheint eine Krone als besonderes, schmückendes Attribut eines Wappentieres, einer menschlichen Wappenfigur oder einer anderen gemeinen Figuren (Kreuz, Säule, Zepter et cetera). Wie genaue eine Krone als Nebenfigur die Hauptfigur ziert, ist in der Wappenbeschreibung zu melden (Blasonierung: gekrönt, aufgesetzt, aufgelegt und so weiter).

Gelegentlich wird die Krone auch Wappentieren über den Hals gezogen, wie es beim Schwan beispielsweise vorkommen kann (halsgekrönt). Auch übergestülpt ist es beim Kreuz üblich. Das trifft auch für Kronen über dem Schild zu. Bei gekrönten Wappentieren darf es zum Farbenkonflikt kommen, wenn etwa ein Heiligenschein den Kopf umgibt, ein Schwan (natürlicherweise silber) goldgekrönt ist, oder die Wappenfarbe (der Untergrund) der Kronenfarbe gleicht: Kleinere Attribute müssen die Farbregel nicht streng befolgen.

Vielen Wappen ist eine Krone auf den oberen Schildrand aufgesetzt, oder sie schwebt über dem Schild.

Erscheint eine Krone im Wappen, ist grundsätzlich zu Die verwendete Krone entspricht in der Regel der langen Entwicklungsgeschichte des Wappens, kann aber auch nur die einfache Rangkrone sein.

Helmkrone

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Helmkrone

Oft ist auf den Wappenhelm eine Krone gesetzt und heißt dann speziell Helmkrone. Die beiden Darstellungen sind eigentlich gleichbedeutend, da man den Helm nur im Vollwappen präsentiert, die Rangkrone aber bei Weglassen des Oberwappens erhalten bleiben soll. Besonders Territorialwappen führen oft nur eine Rangkrone am Schild, sonst bildet diese Darstellung auch das Kleine Wappen.

Rangkrone

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Rangkrone

Welche Rangkronenform gewählt wird, ist von der gesellschaftlichen Stellung des Wappenträgers abhängig und wird mit der gewählten Rangkrone gezeigt. Eine Rangkrone wertet ein Wappen auf. Für die einfache Darstellung (Krone ohne Rangsymbolik) hat sich, wenn nicht ausdrücklich abgewichen wird, die dreizackige Krone mit kleeblatt- oder lilienförmigen Kronenzinken über dem Kronenreif verbreitet.

Zu den heraldischen Rangkronen zählen im Prinzip auch die ganzen Hüte (Herzogshut und Ähnliches) sowie die Mitra (Bischofsmütze), auch Inful genannt, ein lateinischer Begriff, der wie das gleichbedeutende griechische Mitra (Stirnbinde) seit dem Hochmittelalter im Abendland zur Bezeichnung der Bischofsmütze dient. Sie werden wie die Rangkrone meist nur im Oberwappen verwendet. Eine besondere Form stellt die Tiara dar – sie findet im päpstlichen Wappen ihre Anwendung.

Mauerkrone

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Im Oberwappen stellt die Mauerkrone eine besondere Form der Wappendekoration dar. Sie ist ein republikanisches Symbol und meist bei Wappen der Städte zu finden. Beispielsweise ziert eine Mauerkrone den Österreichischen Adler.

Volkskrone

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Während in Deutschland nach Ende der Monarchie die Volkskrone eingeführt wurde,

Drei-Kronen-Wappen

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Drei-Kronen-Wappen

Wappen mit drei Kronen im Schild werden als Drei-Kronen-Wappen bezeichnet.

Weitere Varianten der Krone

Außerdem finden sich zahlreich spezielle Kronen, namentlich die ReichskroneW-Logo.png, die Rudolfskrone der Habsburger und die Heilige Stephanskrone Ungarns oder die langobardische Eisenkrone (Lombardei): Sie haben ein ganz konkret festgelegtes Aussehen, das auch in der Heraldik eingehalten wird.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Kronen in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Walter Leonhard: Das grosse Buch der Wappenkunst. Entwicklung, Elemente, Bildmotive, Gestaltung. Callway, München 1978, ISBN 3-8289-0768-7 (Genehmigte Lizenzausgabe für Weltbild Verlag GmbH: Bechtermünz, Augsburg 2000).

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889/1890. S. 145. Tafel 30. Figuren 87., 93. und 94. Reprint on Demand. Universtitäts- und Landesbibliothek Tirol. 2009. ISBN 3-226-00671-1.