Schwebend

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Nicht-schwebend bzw. „durchgehend“
(Gemeines Kreuz)
 
schwebend
(Griechisches Kreuz)

Mit dem Ausdruck schwebend (auch mißverständlich ledig genannt; frz.: alesée; engl. couped) beschreibt die heraldische Literatur geometrische Motive, die nach den heraldischen Regeln als Heroldsbilder die Schildränder oder die Feldränder berühren sollten, aber als „geduldete“ Ausnahme oder aus historischen Gründen nicht so dargestellt sind.

Schwebend: Heroldsbilder, die eigentlich nach den heraldischen Regeln die Schildränder berühren müßten, aber ausnahmsweise anders dargestellt sind.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[1]

Beispiele

Zu dieser Gruppe von Motiven zählen beispielsweise schwebende Kreuze, Rauten, Dreiecke, Kugeln, Ringe und andere „Heroldsfiguren“ (wie man die Motive in Ermangelung eines gebräuchlichen Ausdrucks manchmal nennt).

Abgrenzung

  • Da gemeine Figuren grundsätzlich freistehend in Wappen dargestellt sind oder Ränder nur an einer Stelle berühren (meist am Schildfuß), erübrigt sich der Ausdruck „schwebend“ für diese.

„Gemeine Figuren sind ganz freistehend abgebildet oder berühren nur einen Schildrand, meist den Schildfuß.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[1]
  • Schwebende Wappenfiguren im Oberwappen sind in der deutschen Heraldik nicht gebräuchlich und sollten vermieden werden.

„Schwebende Figuren über dem Wappen oder Helm sind unheraldisch und nicht statthaft. Auch darf der Helm über dem Wappen nicht weggelassen und durch einen bloßen schwebenden Helmschmuck ersetzt werden.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[1]

Wappenbilderordnung

Der Ausdruck schwebend wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Stellung im Schilde (oder Felde) bei einer oder mehreren Figuren der gleichen Art unter der Nr. (161)-361 aufgenommen.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 358.