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Olav II. Haraldsson

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Dieser Artikel behandelt eine historische Person; die gemeine Wappenfigur „Olav II. Haraldsson“ wird in dem Beitrag → Olav II. Haraldsson (Heraldik) beschrieben.
Olav II.
Figur von Olav II. aus dem 13. Jahrhundert in der Kirche von Svenneby

Olav II. Haraldsson (* 995; † 29. Juli 1030 bei Stiklestad) war norwegischer König von 1015 bis 1028 und wurde zu Lebzeiten der Dicke genannt. Nach seinem Tod wurde er heilig gesprochen und ist bis heute als Olav der Heilige bekannt. Sein Gedenktag ist der 29. Juli (in Deutschland der 10. Juli).

Die Anfänge

Als Geburtsjahr wird allgemein 995 angenommen. Dies ist jedoch eine sehr unsichere Angabe. Möglicherweise haben die Sagaverfasser die Übernahme der Königsmacht durch Olav Tryggvason im Jahre 995 mit der Geburt Olav Haraldssons verbunden. Immerhin nahm Olav 1007/1008 an einem Wikingerzug teil. Es ist davon auszugehen, dass er zu dieser Zeit älter als 12 Jahre war. Sein Vater war ein dänischer Unterkönig im Oslofjord mit Namen Harald Grenske, (der aus Grenland, einer Landschaft südlich von Oslo). Seine Mutter hieß Åsta. Als Olav geboren wurde, war sein Vater bereits tot. Åsta heiratete Sigurd Syr, einen Kleinkönig aus Ringerike (heutige Provinz Buskerud), wo Olav aufwuchs. Åsta hatte mit Sigurd den Sohn Harald, der ebenfalls König wurde und Harald Hardråde genannt wurde. Im 12. Jahrhundert weisen ihn Sæmundur fróði und Ari fróði als Nachkommen von Harald Schönhaar aus. Dies geschieht jedoch zu einer Zeit, wo edle Abstammung für die Herrschaftslegitimation von besonderer Wichtigkeit war und außerdem ein Interesse der Verfasser darin bestand, eine dynastische Herrschaftskontinuität darzustellen. Die Auseinandersetzungen mit den dänischen Königen zur Abfassungszeit der Sagas legt dies nahe, so dass diese Abstammung zweifelhaft ist.

Zunächst war Olav Wikinger in der Ostsee. Die Skalden nennen Kämpfe in Schweden und Finnland. 1009 schloss er sich dem großen Wikingerheer gegen England an. Geleitet wurde das Heer 3 Jahre lang von Torkjel Høye, der schon in der Schlacht bei Svolder dabei gewesen war. Die englischen Quellen berichten über ihn, aber nicht über Olav, so dass dieser keine hervorgehobene Stellung gehabt haben dürfte. Die Hofskalden nennen Olav, aber nicht Torkjel, was der Gattung "Lobdichtung" geschuldet ist. Olav war 1011 beim Zug gegen Canterbury; 1012 zahlten die Engländer 48.000 Pfund Schutzgeld, so dass die Wikinger den Heerzug abbrachen. Olav erhielt einen nicht geringen Teil an diesem Danegeld. Danach wurde das Wikingerheer aufgelöst und Olav und Torkjel trennten sich. Torkjel begab sich in den Dienst Æthelreds. Olav zog nach Süden und heerte in Frankreich und Spanien. 1013 leitete der dänische König Svend Tveskæg einen neuen Heereszug nach England. Æthelred und seine Frau mussten nach Frankreich fliehen. Olav, der von seinem Heerzug im Süden zurückkam, begegnete ihnen in der Normandie und schloss sich Æthelred an. In Rouen wurde Olav getauft. 1014 starb Svend Tveskæg und Æthelred kehrte heim, aber Knut, der Sohn Svend Tveskægs, rüstete zum neuen Angriff auf England. Snorri berichtet nun, Olav habe an der Seite Æthelreds London angegriffen. Aber die Skaldenstrophen, die er dafür zitiert, beziehen sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf den vergeblichen Kampf der Dänen um London im Jahre 1009, wo Olav auf der Seite der Dänen kämpfte. Aber er dürfte sicher im Dienste Æthelreds gestanden haben. Die Bemerkung der Skalden, Olav habe Landstriche für Æthelred zurückerobert, haben die Sagaverfasser ausgeweitet, dass er ganz England für Æthelred zurückerobert habe. Dadurch ist die Saga-Chronologie durcheinander geraten: Die Sagas lassen Svend Tveskæg 1008 sterben, sechs Jahre vor seinem wirklichen Tod, Olavs Dienste für Æthelred beginnen damit zu früh und dauern zu lange. Dadurch lässt Snorri Olav zu einer Zeit für Æthelred gegen die Dänen kämpfen, als er tatsächlich aber noch im dänischen Heer war.

Der Aufstieg

Münzprägung von Olav auf einem viereckigen Silberplättchen (1023-1028) Es sind nur zwei Exemplare bekannt.

1015, wahrscheinlich im Herbst, segelte er mit zwei bemannten Knorren nach Norwegen. Diese Datierung scheint sicher, denn Sigvat Tordsson berichtet in seiner Erfidrápa, dass Olav 15 Jahre nach seiner Erhebung zum norwegischen König fiel. Die Sagas berichten weiter, dass Olav Håkon Jarl Eriksson dort zufällig getroffen habe. Dessen Mutter war Gyda, die Tochter Svend Tveskægs und damit die Schwester Knuts des Großen. Von einem Kampf zwischen den beiden wird von Sigvat, der sein Gedicht kurz nach der Begegnung verfasste, nichts berichtet. Ottar Svarte berichtet allerdings 7 Jahre nach der Begegnung, es sei Olav gelungen, Håkon mit seinem Schiff und seinen Männern gefangen zu nehmen. Er habe ihn aber gegen das Versprechen, nicht mehr gegen Olav zu kämpfen, freigelassen. Es ist möglich, dass sich zur Zeit der Abfassung von Ottars Gedicht die politische Situation bereits so geändert hatte, dass es in der Umgebung von Olav wichtig erschien, dass sich Håkon in der Gewalt Olavs befunden und seine Oberherrschaft anerkannt habe, und Olav gleichzeitig als großmütig zu zeigen. Die meisten Sagas behaupten, Håkon habe sich nach England begeben, die kleine Saga Ågrip, die älteste Quelle, dass Håkon die Herrschaft über die Suderøy-Inseln (bei den Färöern) erhalten habe und dort bis zu seinem Lebensende geblieben sei.

Der erste Kampf Olavs, über den berichtet wird, ist die Schlacht bei Nesjar (Vestfold, heute der zu Larvik zählende Ort Brunlanes) gegen den Jarl Sven, Onkel Håkons väterlicherseits. Die Schlacht fand Palmsonntag statt. Wenn sie im ersten Frühjahr nach Olavs Rückkehr stattgefunden hat, dann war dies der 25. März 1016. Sven hatte nur wenige Bauern aus dem Inneren Trøndelags bei sich. Offenbar waren die aus dem äußeren Teil Trøndelags und aus Vestland nicht mitgezogen. Dagegen hatte Olav eine große Truppe. Sigvat, der bei der Schlacht dabei war, meint in seinem Preisgedicht Nesjavisur, das habe daran gelegen, dass Olav freigiebig, Sven aber geizig gewesen sei. Olav war aus England mit größeren Geldmitteln heimgekommen, später hat er sogar eigene Silbermünzen schlagen lassen (es wurden nur zwei davon 1924 gefunden). Sigvat nannte die Trønder Svens Leute, aber Olavs Männer kamen aus Oppland und Hedemark. Olav begann also mit seiner Macht im inneren Ostland. Entgegen der Sagatradition, nach der Olav freiwillig zum König erwählt worden sei und die, die ihn gewählt hätten, hätten später einen verräterischen Aufstand angezettelt, berichtet der Skalde Ottar in seinem Høfuðlausn ausführlich über die Kämpfe Olavs:

Du kämpftest mit den Königen Hedmarks und gabst ihnen, was sie verdienten. Alle flüchteten außer dem, der am weitesten im Norden saß und dem Du die Zunge herausschneiden ließest. Nun herrschst Du über die weiten Gebiete, die vorher fünf Könige innehatten, auch den Osten bis Eidskog. Kein König hatte vorher ein solches Reich.[1]

Ottar dichtete seinen Text kurz nach 1020 und gibt an, dass diese Kämpfe forðum, also vor langer Zeit stattgefunden hätten. Der Kampf fand also statt, bevor er König geworden war. Snorris Darstellungsabsicht des guten und gesetzestreuen Königs führte zu einer Umstellung des Ablaufs: Der Verfasser der Legendarischen Olavssaga lässt Olav sofort nach seiner Landung die Kleinkönige zusammenrufen und sie vor die Wahl stellen, entweder ihre Königswürde niederzulegen und seine Lehnsmänner zu werden, oder getötet zu werden. Die meisten hätten sich gebeugt. Nach diesem Verfasser wollte Olav das Christentum mit allen Mitteln zügig durchsetzen.

Wenn man bedenkt, dass die Schlacht bei Nesjar sich im dänischen Einflussbereich abspielte und Olav früher in England unter dänischen Heerführern gekämpft hatte, ist eine Feindschaft zwischen ihm und dem dänischen König Knut, wie sie Fagrskinna und Snorri in seiner Olavssaga schildern, unwahrscheinlich. In beiden Quellen ist die Gegnerschaft zwischen Knut und Olav ein durchgängiges Motiv. Nach ihnen soll er sogar in England gegen die Dänen gekämpft haben. In der späteren Heimskringla lässt ihn Snorri dann auch auf dänischer Seite kämpfen, allerdings nur in einer unbedeutenden Rolle. Weiterhin lässt er Olav nach dem auf 1008 fehldatierten Tod von Svend Tveskægs sofort und auf Dauer auf die englische, also dänenfeindliche Seite wechseln. Eine genaue Analyse der Quellen ergibt aber, dass Olav ein gutes Verhältnis zu Knut gehabt haben muss, ja dass es wohl eine Absprache zwischen Olav, Knut und Håkon gegeben hat, dass Olav Norwegen erhalten solle und Håkon Jarl in England würde. Die Überfahrt mit nur zwei Handelsschiffen und die friedliche Aussprache mit Håkon sprechen dafür. Eine solche Absprache zwischen Knut und Olav würde auch erklären, warum Sven 1016 so wenig Unterstützung für die Schlacht bei Nesjar fand.

Was aus Sven geworden ist, sagen die Skalden nicht. Nach den Sagas ist er erst nach Schweden, dann nach Russland gegangen, wo er gestorben sei.

Im Jahre 1024 hielt Olav zusammen mit seinem Bischof Grimkjell, ein Engländer und Neffe des Bischofs Sigvard, der unter Olav Tryggvason Bischof in Norwegen gewesen war, eine Kirchenversammlung in Mostar ab, bei der er die Christianisierung des Landes durchsetzte und die Organisation der Kirche in Norwegen festlegte. Die Christianisierung war nach den archäologisch fassbaren Begräbnissitten zu dieser Zeit jedoch bereits weit fortgeschritten. Auch sein späterer Gegner Erling Skjaldsson war bereits Christ, wie aus einem Gedenkstein hervorgeht, den ein Priester seinem Herrn Erling nach dessen Kampf mit Olav errichtete.

Der Niedergang

1016 wurde Knut König von England, aber er brauchte bis 1020, um sich endgültig in England durchzusetzen. In dieser Zeit der Bindung Knuts an England konnte sich Olav in Norwegen fest etablieren. Nach 1020 wurde Olav für den dänisch-englischen König allmählich zum Problem. Immerhin waren die vorherigen Könige Dänemarks Oberkönige in Norwegen gewesen. Es gibt eine Strophe von dem Skalden Sigvat, die den Konflikt in dieser Richtung andeutet. Er berichtet, dass der schottische König zu Knut kam und „seinen Kopf“ brachte, d. h., er unterwarf sich als Lehnsmann. Sigvat fährt fort: „Aber Olav übergab seinen Kopf niemals irgendjemandem auf dieser Welt.“ Das klingt sehr danach, dass er dazu aufgefordert worden ist. Sigvat kam um 1025 aus Frankreich nach England, besuchte König Knut und erfuhr dort von dem sich zuspitzenden Konflikt, bevor er nach Norwegen zu Olav weiterreiste, wo er vorübergehend verdächtigt wurde, die Seiten gewechselt zu haben. Da war also der Konflikt bereits voll ausgebrochen. Olav wartete nun den Angriff Knuts nicht ab, sondern griff Dänemark 1025 oder 1026 in einem Präventivschlag in Sjælland an, während der schwedische König Anund Jakob, der Schwager Olavs, von Osten angriff. Denn ein übermächtiger König im Westen war für den schwedischen König eine Bedrohung. Knut kam von England mit seiner Flotte zum Limfjord, und es kam zu der Schlacht an der Helgeå in Schonen, in der Knut siegte. Die Schlacht wird von vielen Quellen berichtet: Die Skalden Sigvat, Ottar und Tord Sjáreksson und die Angelsächsische Chronik berichten darüber.

Im Zuge dieses Konfliktes knüpfte Knut viele Verbindungen zu den norwegischen Häuptlingen, vor allem zu Håkon Eiriksson und Erling Skjalgsson in Sola (bei Stavanger). Erling hatte vor der Schlacht Knut in England besucht, und 1027 kam es zum offenen Bruch zwischen ihm und Olav. Erling war zweifellos der mächtigste Mann in Norwegen nach dem König, wenn nicht gar genauso mächtig. Er kontrollierte nicht nur Rogaland, sondern auch große Teile von Vestland über verwandtschaftliche Verbindungen und großes persönliches Ansehen.

Auch Olav knüpfte ein Beziehungsnetz, doch waren seine Familienverbindungen auf das innere Ostlandsgebiet begrenzt. Olav gelang es nicht, die mächtige Aristokratie der Westküste an sich zu binden, wie es Knut gelang, als er seine Schwester mit Erling Skjalgsson verheiratete. Stattdessen versuchte er, außerhalb dieser mächtigsten Kreise, die sich auf dem Kulminationspunkt ihrer Macht befanden, loyale Anhänger zu gewinnen, was die Aristokratie verärgert haben dürfte. Dies war aber nicht der Grund ihres entschlossenen Vorgehens gegen Olav. Snorri lässt den Konflikt in Norwegen mit einem Streit zwischen Olav und dem Jarl in Trøndelag Asbjørn Sigurdsson beginnen. Dieser habe das Verbot des Königs, Korn nach Nordnorwegen zu verkaufen, als es dort dringend benötigt wurde, missachtet.[2] Der Konflikt habe dazu geführt, dass Asbjørn den königlichen Vogt auf Avaldsnes (bei Haugesund) erschlagen habe. Da Asbjørns Neffe Erling Skjalgssons war, wurde dieser in den Konflikt hineingezogen. Nach Snorri kam es aber da noch nicht zu einem Bruch zwischen Erling und Olav. Snorris Darstellung hat viele unplausible Elemente, aber es gibt keine anderen zeitgenössischen Quellen darüber. Fest steht jedenfalls, dass Erling in den 20er Jahren des 11. Jh. eine Position hatte, an der Olav nicht vorbeikam. 1027 kam es zum offenen Konflikt mit Erling, der mit einer Schlacht im Boknfjord endete, die Olav gewann, indem er Erling in eine Falle lockte. Die Schlacht soll zur Thomasmesse, also am 21. Dezember 1027 stattgefunden haben.[3] Nach Snorri soll Aslak Fitjaskalle, einer der minderen loyalen Anhänger, die Olav gewonnen hatte, Erling getötet haben. Dies soll gegen den Willen Olavs geschehen sein, da Erling sich ergeben habe. Nach Sigvat hat Olav ihn selbst erschlagen. Danach scheint es zu einem allgemeinen Abfall von Olav gekommen zu sein, so dass er seine Macht über Norwegen einbüßte. Sigvat sagt ausdrücklich, dass Englands König ein großes Heer gegen Norwegen sammelte, Olav aber nur wenige Männer und kleine Schiffe hatte. Als Knut nach Norwegen kam, floh Olav von Sunnmøre nach Oppland und Hedmark und weiter nach Osten über Schweden nach Russland und hielt sich in Nowgorod auf. Knut wurde auf allen Thingversammlungen im Lande als norwegischem König gehuldigt. Die Überlieferung führt den Niedergang Olavs darauf zurück, dass Knut mit großen Geldbeträgen die norwegischen Aristokraten gekauft habe. Damit wurde der Verrat an Olav begründet. Wahrscheinlicher ist es, dass neben dem Geld auch der Wunsch, Olav loszuwerden, eine Rolle spielte. Hinzu kamen alte Loyalitäten zwischen den Ladejarlen und den dänischen Königen.

Das Ende

Knut hielt sich nicht lange in Norwegen auf, sondern kehrte alsbald nach England zurück, nachdem er seinen Neffen Håkon Jarl die Regierung Norwegens übertragen hatte. Dessen Vorfahren hatten bereits diese Würde unter Harald Blåtand und Svend Tveskæg innegehabt. Aus unbekannten Gründen fuhr er nach England zu Knut, kam aber bei seiner Rückkehr auf der Nordsee um. Damit gab es in Norwegen keinen König und keinen Jarl. Dieses plötzliche Machtvakuum gedachte Olav auszunutzen.

Er kehrte Anfang 1030 über Uppsala, wo er 400 Mann von seinem Schwager, König Anund Jakob zur Unterstützung zugeteilt bekam, nach Norwegen zurück, beließ aber seinen sechsjährigen Sohn Magnus in Nowgorod. Zunächst kam er nach Oppland, wo sich ihm sein Halbbruder Harald Sigurdsson anschloss. Die gut ausgebildete schwedische Abteilung war wohl die Kerntruppe seines Heeres. Aber das war zu wenig. Olav zog nach Trøndelag in das Verdal und folgte dem Tal zur Küste. Inzwischen sammelten die Gegner ihre Kräfte. In Stiklestad traf das Bauernheer auf den König. Den Vorschlag, bei der gewaltigen Übermacht des Bauernheeres Inner-Trøndelag niederzubrennen und so Panik im Bauernheer zu erzeugen, befolgte Olav nicht. So kam es am 29. Juli 1030 zur Schlacht von Stiklestad. Das Datum wurde in neuerer Zeit in Zweifel gezogen, weil die Skalden von einer Sonnenfinsternis am Tage der Schlacht berichten, die aber erst am 31. August stattfand. Aber man muss berücksichtigen, dass der Bericht erst 1040 abgefasst wurde und es sich nicht um eine astronomische Sonnenfinsternis gehandelt haben muss, sondern auch eine legendarische gewesen sein kann, da die Legendenbildung bereits eingesetzt hatte. Eine Nachbildung der biblischen Sonnenfinsternis bei Christi Tod ist durchaus plausibel.

Tod Olavs des Heiligen (Gemälde von Peter Nicolai Arbo, 1859)

Nach den Berichten werden drei Personen mit seinem Tod in Verbindung gebracht: Torstein Knarreson hieb ihm oberhalb des Knies ins Bein, Tore Hund stieß mit dem Speer in seinen Leib und Kalv Arnesson hieb ihm seitlich in den Hals, was seinen Tod herbeiführte. Kalv Arnesson wird daher als der eigentliche Töter des Königs bezeichnet.

Es hat viele unterschiedliche Erklärungsversuche für das Verhalten der Bauern aus Trøndelag gegeben, die aber allesamt nicht ganz befriedigen. Einigkeit besteht nur darüber, dass die zur Verfügung stehenden Quellen die wahren Gründe nicht wiedergeben, weder dass hier Heiden gegen das Christentum kämpften, noch dass hier von Knut gekaufte Bauern einen verbrecherischen Aufstand gegen ihren König verübten. Man hat Klassenkampfthesen bemüht, dass sich der König mit den Bauern gegen die Aristokratie verbündet habe. Wieso sich dann die Bauern gegen ihn gewandt haben sollen, ist nicht plausibel. Man hat auch einfach Rachegedanken der Bauern wegen früherer Feldzüge ders Königs in Trøndelag vermutet.

Es gibt einen neueren Erklärungsversuch für das Vorgehen der Bauern aus Trøndelag, wobei spätere Verhältnisse herangezogen werden: Die Sagas nennen 16 trøndersche Grundherrschaften, die irgendwann in der Zeit zwischen Håkon dem Guten und Olav dem Heiligen Zentren des Widerstandes gegen das neue Königtum waren. Im Hochmittelalter waren 15 dieser Grundherrschaften königlicher Besitz. Das bedeutet, dass sie sich ein früherer König angeeignet haben muss. Harald Hårfagre hatte angeblich alles Land zu Königsgut erklärt, was sein Nachfolger rückgängig gemacht haben soll. Unter dessen Nachfolgern wurden Widerstände oft dadurch gebrochen, dass den Gegnern die wirtschaftliche Grundlage durch Konfiskation entzogen wurde. Im Frostathingslov IV, 50., das in Trøndelag galt, befindet sich in einer Redaktion des 13. Jahrhunderts der ungewöhnliche „Widerstandsparagraf“:

Kein Mann darf einen anderen Mann überfallen, weder der König noch ein anderer. Aber wenn dies der König tut, dann soll der Kriegspfeil (das Zeichen zur Mobilmachung) ausgesendet werden. Der soll in alle acht Bezirke gesandt werden, und die Bauern sollen gegen den König ziehen und ihn töten, wenn sie können. Doch wenn der König davonkommt, dann darf er niemals mehr ins Land zurückkommen. Wer nicht gegen ihn ziehen will, muss drei Mark bezahlen, genauso der, der den Pfeil nicht weitergibt.[4] Damit wäre auch die Besonderheit der Schlacht, dass sie nicht wie üblich zwischen aristokratischen Heerführern, sondern zwischen einem König und Bauern stattfand.

Gleiche Vorschriften gibt es gegen Jarle und Lehnsmänner. Dieses Gesetz wurde erstmals im 11. Jahrhundert verschriftlicht. Es ist nicht genau bestimmbar, aus welcher Zeit diese Vorschrift stammt, aber alles deutet auf eine Zeit kurz vor oder zu Zeiten Olavs. Diese Bestimmung passt ziemlich genau auf die Vorgänge am Ende seiner Regierungszeit: Erst musste der König außer Landes gehen, und als er zurückkam, erschlugen ihn die Bauern aus Trøndelag. Dann aber kann man vermuten, dass Olav in früherer Zeit gegen die Widerstände in Trøndelag vorgegangen ist und dort die Ländereien der Gegner konfisziert hat. Denn man darf davon ausgehen, dass er für sein Vorgehen in Trøndelag nicht die Zustimmung des Things fand, so dass die Enteignung rechtswidrig erscheinen musste. Dies würde auch den wertenden Einschub Sigvats in sein Gedenkgedicht über Olav über die beiden Heere bei der Schlachtbeschreibung erklären: frýk hvorungi = "keiner von beiden ist zu tadeln". Bei einem Gedicht über seinen besten Freund muss das Verständnis für dessen Feinde auffallen.

Was mit seinem Leichnam geschah, ist nicht genau bekannt. Der Bauer Þorgils von Stiklestad und seine Söhne sollen ihn geborgen und später nach Nidaros gebracht haben (siehe:Nidarosdom).

Der Heilige

Bald nach seinem Tod wurde Olav zu einem Märtyrer stilisiert. Es gibt keine Information darüber, wie er ein Heiliger wurde. Sicher ist nur, dass es sehr rasch ging. Sigvats Erfidrápa von 1040 berichtet bereits von einer Olavsmesse, einem Heiligenschrein und von Wundern an seiner Leiche unmittelbar nach seinem Tod. Aus den Sagas geht hervor, dass auch seine Widersacher unmittelbar nach seinem Tod seine Heiligkeit erkannten. In den 60er Jahren des 11. Jh. findet sich in England bereits der liturgische Text einer Olavsmesse im Red Book of Darley aus dem Bistum Sherborne, welches bereits fast die gleichen Gebete enthält, die später im Missale Nidarosiense von 1519 zu finden sind, und auch in einem Brevier, das von Bischof Leofric von Exeter seiner Kirche geschenkt worden war (The Leofric Collectar), in welchem Olavs gedacht wird.

Kult in Norwegen

Snorri gibt in seinem Bestreben, die Geschichte nach einem profanen und politischen Plan ablaufen zu lassen, als einziger der Heiligsprechung eine staatsrechtliche Form: Var þá biskups atkvæði og konungs samþykki og dómur allsherjar að Ólafur væri sannheilagur. ("Da kamen des Bischofs Erklärung, des Königs (Svein) Zustimmung und des Volkes Entscheidung, dass König Olav heilig sei"). Daraufhin wurde er in einen Schrein gelegt und dieser auf dem Hochaltar der Klemenskirche in Nidaros aufgestellt. Das soll am 3. August 1031 geschehen sein. Damit legt er den Grundstein, für seine weitere Darstellung der religiös-politischen Entwicklung. Wenn er damit auch die richtige Linie gesehen hat, so dürfte seine Darstellung nicht den Tatsachen entsprechen. Zwar ist der Tag wohl richtig, denn sein Festtag knüpft an eben diese Translatio an. Aber dass König Svein diese Heiligsprechung für gut befunden haben sollte, und erst recht, dass der in Nidaros damals ansässige dänische Bischof Sigurd, der gegen Olav in Stiklestad gehetzt hatte, diese Entwicklung gebilligt haben soll, ist nicht glaubwürdig, so dass sie eher nach Sveins Vertreibung 1034 oder 1035 anzusetzen ist. Das Interesse der Kirche lag allerdings in einer möglichst frühen, also rückdatierten Heiligsprechung. Auch das Volk dürfte dabei kaum eine Rolle gespielt haben. Der Heiligenkult ist für diese Zeit in Skandinavien nicht nachzuweisen. Es gibt aus der Missionszeit manche Runeninschriften mit Gebeten zu Gott für einen Toten, aber keine Fürbittgebete an Heilige. Olavs Bischof Grimkjel kam aber von England, wo es heilige Könige bereits gab. Diese gaben ihren Erben eine besondere Legitimität eines göttlich sanktionierten Königsheils, was dynastischen Bestrebungen entgegenkam. Das Grab Olavs wurde bald zur großen Pilgerstätte, von der bereits Adam von Bremen für die 70er Jahre des 11. Jh. berichtet.

Um 1030 begann die norwegische Kirche die Olavsmesse zu feiern. In dieser Messe wurde auch das Leben und Sterben Olavs geschildert, sowie die Wunder, die auf ihn zurückgeführt wurden, erwähnt. Sigvad skald erwähnt einige. Der Skald Einar Skúlason erwähnte 1150 in seinem Gedicht Geisli bereits 14 Wunder. Die Liturgie war stark von der englischen Tradition geprägt, die bereits weit in der Geschichte zurückging. Olav wurde so auch zum Vorbild für Knut den Heiligen in Dänemark und Erik den Heiligen in Schweden.

Bald setzte auch ein ausgeprägtes Pilgerwesen ein, das an seinem Festtag seinen Höhepunkt erreichte. Wie an allen großen Wallfahrtsorten wurden auch in Nidaros Pilgermarken zum Beleg, dass man dort gewesen war, ausgegeben. Es sind archäologisch acht verschiedene Marken nachgewiesen, die meist aus einer Blei-Zinn-Legierung bestanden und mit Hilfe von Modeln, deren Relief den sitzenden König abbildete, hergestellt wurden.[5]

Kult in Dänemark

Auch in Dänemark sind im Mittelalter viele Kirchen dem Hl. Olav geweiht worden. Man geht heute davon aus, dass dies auf Betreiben seines Sohnes Magnus geschah, der auch König Dänemarks war und gegen die Wenden kämpfte.[6] Das gilt auch für den Südteil Schwedens, der damals zu Dänemark gehörte. Das Siegel des Domkapitels in Lund hatte ein Bild des Hl. Olav im Zentrum. Später wurde der Hl. Olav als Kirchenpatron hin und wieder von Knut dem Heiligen (in Odense) oder Knut Lavard (in Ringsted) verdrängt. In der Zeit der Kalmarer Union kam es dann zum Dreikönigskult, in welchem zum Hl. Olav noch Knut der Heilige und Erik der Heilige von Uppsala hinzukamen. Auch in Reval (Tallinn) wurde von den dänischen Eroberern eine Kirche dem hl. Olav geweiht und es gab dort ein Olavsfest.

Kult in Island

Auch in Island übte der Olavskult einen großen Einfluss aus. Einar Skúlason, ein Häuptling aus Westisland, verfasste das Gedicht Geisli, das anlässlich Errichtung des Erzbischofsstuhles in Nidaros vor dem Erzbischof Jón Birgisson vorgetragen wurde und auf Olav Bezug nahm. 72 Kirchen in Island hatten Olav zum Schutzheiligen, 30 waren ihm geweiht und nach ihm benannt. Damit rangierte er an dritter Stelle hinter der Jungfrau Maria und dem Apostel Petrus.[7] Ein Pergament aus dem 14. Jahrhundert schildert die Abfolge eines Olavsfestes, das offenbardurchaus sehr unchristliche Züge aufwies. Denn die Teilnehmer werden vor Streitereien und Schlägereien gewarnt und ermahnt, sich nicht mit Prahlereien von Kampfestaten hervorzutun. Auch der Neffe Snorri Sturlusons, Sturla Þórðarson, gibt ebenfalls eine Schilderung des burlesken Olavsfestes, welches in jedem Sommer abgehalten wurde, wenn nicht gerade ein Hungerjahr war. Das Fest soll sieben Nächte gedauert haben. Aber Wundergeschichten und Gedichte über ihn sind in Island selten. Vielmehr dominiert der Prosatext der Heimskringla, der den König keineswegs als vorbildlichen Christen schildert. Daraus ergibt sich eine gespaltene Sicht auf Olav: Die kirchliche Kunst und der kirchliche Kult betrifft eine andere Olavsgestalt wie die der Literatur. Denn diese entstand zu einer Zeit der Auseinandersetzung mit der Königsmacht um die Freiheit Islands. Sie war zunächst von Olav Tryggvason bedroht, der die Annahme des Christentums auf dem Allthing maßgeblich beeinflusste. Olav Haraldsson ging einen etwas diplomatischeren Weg, aber verfolgte das gleiche Ziel der Unterwerfung Islands. Daher ist das Fehlen des Interesses der damaligen Geschichtsschreibung an dem Heiligenmythos Olavs nicht verwunderlich.[8]

Kult in Finnland

In Finnland konzentrieren sich die mittelalterlichen Kirchen und Kunstwerke, die auf Olav den Heiligen Bezug nehmen, auf den Südwesten des Landes und die Ålandinseln. Die meisten ihm geweihten Kirchen befinden sich in der Landschaft Satakunta. Darüber hinaus wurde an die östlichen Grenze Schwedens, in Savonlinna, eine Burg gebaut, die bald für den Heiligen Olav gewidmet wurde. Der ursprüngliche Name der Burg Olavinlinna war Castrum novum. Auch in der Burg von Wyborg, die sich in Karelien befindet, ist der Hauptturm nach dem Heiligen Olav genannt. Der Kult war vor allem wegen der Besiedlung stärker an der südwestlichen Küste als im Inland, und in Lappland fehlt jeglicher Hinweis auf Olav. Es handelt sich dabei um die alten Verbindungswege nach Schweden und die Handelsrouten an der Küste und ins Inland. Die Olavsskulpturen sind teilweise im Inland und Gotland gefertigt, zu großen Teilen aber auch aus Schweden und Deutschland importiert, wobei man Lübeck als Hauptherstellungsort betrachtet. Dabei war die Hanse im Verein mit dem Dominikanerorden eine besondere Triebkraft.[9] Olav wurde dabei auch zur Stärkung der nordischen Identität als Gegengewicht zum russischen Einfluss im Osten und der mit ihm verbundenen orthodoxen Christentum eingesetzt, insbesondere auf Betreiben des katholischen Bischofs in Åbo-Stift. Daher sind die Darstellungen im Grenzgebiet mehr mit kriegerischer Rüstung versehen.

Neuzeit

Erst in den 90er Jahren des 19. Jh. bekam das Olavsfest neuen Aufschwung. Hier stand die religiöse Erneuerung im Vordergrund. Der Grundtvigianer Christopher Bruun wollte einen Gottesdienst in der Domkirche halten, was ihm der Dompropst abschlug. Daraufhin hielt Bjørnstjerne Bjørnson vor ca 6000 Menschen eine große Rede in Ilevållen. 1997 wurde zum 1000-Jahrsjubiläum am 29. Juli erstmalig ein ökumenischer Gottesdienst vom Bischof in Nidaros Finn Wagle mit Bischöfin Sofie Pedersen aus Grönland, dem Bischof David Tustin aus Grimsby (England), dem baptistischen Pastor Tor Rønneberg, der Pfingstler-Pastorin Marit Landrø, dem Metropoliten von Moskau, Kyrill, und Kardinal Cassidy aus Rom gefeiert. Seitdem finden die Olavstage jährlich Ende Juli statt.

Das Wappen von Olav II. Haraldsson

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15. Jhr.: Ein Phantasie-/Hei­li­gen­wap­pen des heiligen Olav II. Haraldsson, welches er nie geführt hat; derartige Wappen finden sich in diversen Wappenbüchern, die lange nach dem Tod des Königs erstellt wurden (hier: küng olf norman, nach Ulrich Rösch, Cod. sang. 1084)
1500-1550: Wappen der Egolff von Norwegen (nach Wappenbuch BSB Cod.icon. 392d)
um 1480: Geviertes Wappen der küng von Norwegen (nach Grünenbergs Wappenbuch)

Olav II. Haraldsson führte zu seinen Lebenszeiten kein Wappen. Gleichwohl dichtete man ihm postum fiktive Heiligenwappen („Phan­ta­sie­wap­pen“) an. Diese wurden bislang von der heraldischen Forschung teils nicht beachtet, teils fehlgedeutet, teils für bedeutungslos gehalten beziehungsweise nicht systematisch untersucht. Man findet sie bevorzugt in alten Wappenbüchern aus dem Spätmittelalter (möglicherweise auch in Handschriften aus dem Hochmittelalter, was noch zu untersuchen wäre).

Die Grundform des olafschen Heiligenwappens erscheint in den Wappenbüchern zuweilen bei der Triade die drei gehorsamen Könige, bei­spiels­weise im Wappenbuch des St. Galler Abtes Ulrich Rösch (Stiftsbibliothek St. Gallen, Cod. sang. 1084) aus dem 15. Jahrhundert, wo das Wappen mit dem Ausdruck küng ols norman überschrieben ist; oder im Wappenbuch BSB Cod.icon. 392d aus dem 16. Jahrhundert unter der Überschrift K(önig) Egolff von Norwegen. Man könnte diese Wappen etwa folgendermaßen beschreiben:

  • In Rot auf blauem (oder silbernem) Wellenschildfuß stehend ein (armloses), goldengekröntes Mischwesen mit einem Frauenkopf (beziehungsweise einem Frauenrumpf) mit goldenem Haar und einem schlangen- bis lindwurmartigem, grünen (oder goldenen) Unterkörper sowie zwei Beinen, die in löwenartigen Pranken auslaufen (die man auch als krallenbewehrte Wasservogelfüsse mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen bezeichnen könnte)[10].

Die Wappenfigur ist an die ‚Unterlage‘ (der sogenannten „Underligger“ [norwegisch][11] oder „Underliggare“Armoiries Suède moderne.svg [schwedisch]) angelehnt, die in vielen historischen Olaf-Darstellungen der bildenden Kunst zu Füßen von Olaf zu sehen ist,

  • teils in Form eines Mischwesen („zoomorphes Monster“, mit „drachen-, löwen-, schlangenartigem Körper und menschlichem Kopf/Rumpf/Gesicht, gewöhnlich mit Krone und Bart, aber auch bartlos und mit eher weiblichen Gesichtszügen, manchmal vier-, manchmal zweibeinig oder ganz ohne Beine),
  • teils in Form einer menschlichen Gestalt, eines unterwürfigen, besiegten (geharnischten) Manns, eines Kriegers oder Kämpfers, der auf allen vieren kniet oder irgendwie verkrümmt liegt.

Die heraldische Mischwesenfigur findet sich auch in den silbernen Feldern 1 und 4 eines gevierten Wappens. Beispielweise erscheint sie im Wappen Nr. 193 in Grünenbergs Wappenbuch (in den roten Feldern 2 und 3 dieses Wappens wird der goldene Löwe mit Axt dargestellt, der bis heute im norwegischen Wappen zu finden ist). Das Wappen Nr. 193 aus Grünenbergs Wappenbuch ist mit küng von Norwegen über- und mit die hobstat zur norwegen ist gehaissen bergen unterschrieben. Der Heraldiker Steen Clemmensen spricht 2009 der Mischwesenfigur aus den Feldern 1 und 4 eine Bedeutung ab:

„The monster in Q1+4 has no factual basis.“

„Das Ungeheuer („Monster“) in Feld 1 und Feld 4 hat keine sachliche Grundlage.“

Steen Clemmensen (2009)[12]

Dass Clemmensen und womöglich andere heraldische Autoren einen Zusammenhang zwischen der heraldischen „Mischwesenfigur mit einem weiblichen Kopf“ aus diversen Wappenbüchern und den rätselhaften, historischen Wesen, welche in der bildenden Kunst in mehreren Varianten unter Olavs Füßen beigegeben sind, übersehen, ist merkwürdig. Olaf (inkl. der Figur zu seinen Füßen) ist neben Maria vermutlich das am häufigste dargestellte Heiligenmotiv in der nordischen Kunst ab dem 12. Jahrhundert bis hin zur Reformation (was sowohl für Skulpturen als auch für bildliche Darstellungen gilt).

Fehldeutungen

1889: Von Gritzner als „Sirene“ (?) fehlgedeutet, in Wahrheit kein Mischwesen der mittelalterlich-griechischen Mythologie, sondern der nordischen Olaf-Legenden

Ärgerlicher als das Übersehen der Wechsel­be­zie­hun­gen zwischen dem „heraldischen Unge­heuer“ und den Unter­lagen der Olaf­dar­stel­lungen außerhalb der Heraldik sind grobe Fehl­deu­tungen der Wappenfigur, die in der heral­di­schen Literatur zu finden sind. Bei­spiels­weise beschreibt im Jahre 1889 der renommierte Heraldiker Maximilian Gritzner das Motiv in Grünenbergs Wappenbuch als „Sirene“ (?) und als „Meerungeheuer“ (?) -- und irrt gleich mehrfach:

Sirene (Tafel XXIII. Figur 14.) das heißt ein Meerungeheuer mit Mädchenkopf kommt nur einmal bei Grünenberg im alt-schwedischen Wappen vor.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[13]
  • Einerseits kommt diese Figur in Grünenbergs Wappenbuch nicht im „alt-schwedischen Wappen“ vor, wie Gritzner schreibt, sondern, wenn überhaupt, in einem „alt-norwegischen“ (in Wahrheit aber in einem eigenen Kontext). Sie kommt auch nicht „nur einmal bei Grünenberg“, sondern auch in anderen Wappenbüchern vor.
  • Andererseits ist es abwegig, die Wappenfigur einfach als „Sirene“ („Meer­un­ge­heuer“) zu deuten. Der Ausdruck „Sirene“ ist in der deutschsprachig geprägten heraldischen Literatur spätestens seit Spener für fischgeschwänzte Frauenfiguren reserviert, deren Gestalten sich signifikant von den Motiven in den Olavwappen unterscheiden.[14] Vergleicht man beispielsweise die Mischwesenfigur im Olavwappen Nr. 193 in Grünenbergs Wappenbuch mit den Sirenen-/Melusinen-Figuren in der gleichen Handschrift (Wappen Nr. 309, kung von zaltdachie underm kan und Wappen Nr. 260, kung von psillen in der grosen indÿen), ist unmittelbar evident, dass es sich nicht um die gleichen Wappenfiguren handelt. Dabei kennt die Olav-Ikonografie grundsätzlich durchaus „Meerwunder“, die den tradierten heraldisch-fischgeschwänzten „Meerfrauen“ gleichen (siehe weiter unten bei Typ-3 die dritte Abbildung). Wenn aufreissende Wappenkünstler es gewollt hätten, hätten sie also durchaus eine „klassische Meerfrau“ als Wappenfigur in Olafs Heiligenwappen aufreissen können. Haben sie aber nicht. Statt dessen erscheint in Olafs Heiligenwappen stets das besagte Mischwesen, dessen Gestalt mehr oder weniger außergewöhnlich im Wappenwesen ist.
  • Durch die Verwendung des Terminus „Sirene“ suggeriert Gritzner, nebenbei bemerkt, einen direkten Zusammenhang mit der mittelalterlich-griechischen Mythologie, der aber nicht gegeben ist. Tatsächlich ist die Wappenfigur in erster Linie im Kontext der nordisch-mittelalterlichen Olaf-Legenden zu interpretieren (allenfalls indirekt beziehungsweise in nachrangiger Linie sind mögliche Einflüsse und Paralellen zur Mythologie des Mittelmeerraum hinzuzuziehen).

Clemmensen seinerseits deutet 2009 das Wappenmotiv, welches angeblich „ohne faktische Grundlage“ ist, nicht als „Sirene“, sondern als wyvern with female head (deutsch: ‚Wyvern mit weiblichen Kopf‘)[12], was mindestens genauso irreführend ist wie Gritzners Deutung. Das drachenartige Fabelwesen Wyvern besitzt gemeinhin Flügel, kommt also ganz und gar nicht als Vorbild für die Wappenfigur im olavschen Heiligenwappen in Betracht, die stets ohne Flügel dargestellt wird.

Symbolik
Die „Erscheinungen“, die in vielen historischen Darstellungen von Olav zu seinen Füssen zu sehen sind, haben zahlreiche Erklärungsversuche ausgelöst.[15] Einige Autoren berücksichtigen bei ihren Deutungsversuchen nicht, dass die Unterlagen-Motive der Olavdarstellungen nicht einheitlich gestaltet sind und daher nicht monokausal interpretiert werden sollten, sondern von Grundform zu Grundform und von Einzelfall zu Einzelfall.

  • Wenn die Unterlagen-Motive beispielweise die (männlichen) Gesichtszüge des Königs tragen, so ist es zwar denkbar, dass in diesem Fall das Unterlagemotiv sinnbildlich für Olavs eigenen inneren Dämon steht, den er zu unterdrücken versucht, sein „eigenes heidnisches Ich, das er durch die Taufe besiegt habe“[15] - aber diese eine Symboldeutung erklärt nicht die anderen Varianten des Unterlagenmotivs.
  • Ein eher weiblich-dämonisches, drachen- bis schlangenartiges Mischwesen unter den Füssen einer Olaffigur hat vermutlich weniger mit dem eigenen inneren Kampf von Olav zu tun, sondern steht eher als Symbol des unterworfenen Heidentums im Allgemeinen, „wie dies in der spätantiken Ikonografie vielfach der Fall war“.[10][15]
  • Es dürfte außer Zweifel stehen, dass ein eher weiblich-dämonisches, drachen- bis schlangenartiges Mischwesen unter Olafs Füssen auch für die Urmutter EvaW-Logo.png steht, nicht als Mensch, wie sie von Gott geschaffen wurde, sondern erkennbar als eine von der Schlange (Satan) verführte Frau beziehungsweise als „Dämonin“, Sinnbild für die Verführung und das Böse selbst, besiegt und beherrscht in diesem Falle vom, „heiligen“ Olaf, einem Mann und Nachfahren Adams.
  • Erscheint dagegen die Figur zu Olafs Füssen in Form eines besiegten Kriegers oder Kämpfers, so geht es vermutlich weniger um eine christliche Symbolik, als um eine macht- und herrschaftpolitische Bildersprache. Olaf wird in diesem Fall vermutlich eher als der ‚Ewige König Norwegens‘ verstanden.

Für eine ausführliche Diskussion der Ikonographie der mit einem Unterlagen-Motiv versehenen Olavsfiguren ist nach Katharina Preißler auf Lidén[16], Blindheim[17] oder Ekroll[18] zu verweisen.[19]

Weiblicher Oberleib und Frauenantlitz der olavschen Wappenfigur

In der Heraldik spielen Symboldeutungen von Wappenfiguren eine eher untergeordnete Rolle. Allerdings stellt sich die Frage, warum die Wappenfigur im Phantasiewappen von Olav II. Haraldsson bevorzugt mit einem weiblichen Kopf/Rumpf dargestellt wird, wo doch die Unterlagen-Wesen der Olavfiguren außerhalb der Heraldik zumeist „männlich“ zu sein scheinen? In der heraldischen Praxis ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Phantasiewesen beziehungsweise ein „heraldische Monster“ einer Mode oder dem jeweiligen kulturellen Zeitgeist angepasst wird, wobei ausnahmsweise auch „Geschlechtsumwandlungen“ von Wappenfiguren vorkommen. Das bekannteste Beispiel in diesem Zusammenhang ist die Wappenfigur Jungfrauenadler, wo man vermutet, dass Wappenmaler aus einem Adler mit „männlichem“ Kaiser-/Königskopf mit gelocktem Haar („Kaiser-/Königsadler“) aus Unkenntnis oder Versehen oder in schmähender Absicht ein „weibliche Wappenfigur“ schufen. Man kann vermuten, dass beim Aufreissen der Wappenfigur im Olav-Heiligenwappen etwas in ähnlicher Weise vorgefallen ist. Denkbar, aber nicht belegbar ist, dass man bewusst ein weibliches (kein männliches) Mischwesen als Schildfigur wählte, sozusagen als Schreckbild mit apotropäischer Wirkung, mit dem Unheil vom wappenführenden heiligen Olav abgewehrt bzw. ferngehalten werden sollte.
– Andreas Janka (2021)
Darstellung der Unterlage von Olav in der bildenden Kunst
Typ 1: Das Kopf des Wesens in der Unterlage ist männlich und bärtig und kann Ähnlichkeiten den Gesichtszügen bzw. der Gestalt von Olaf besitzen:
15. Jhr.: Holzskulptur von Olav mit Axt, Ciborium und einer Chimäre unter den Füßen (Sankt-Olof-KircheW-Logo.png, Schweden)
15. Jhr.: Holzsstatue von St. Olav
(Austevoll ChurchW-Logo en.png, Norwegen)
 
Bildsäule von Olaf II.
(St. Michael KircheW-Logo.png in Korpo, Finnland)
 
Spätes 15 Jhr.: Detail éines Altars der Marienkirche in Bergen
ca. 1460-80: Fresken der Isefjord-Werkstatt in der Kirche von Tuse
18./19. Jhr.: Zeichnung eines Olav-Denkmals in TallinnW-Logo.png (nach BrotzeW-Logo.png)
Typ 2: Menschlichen Gestalt eines unterwürfigen (geharnischten) Mannes, der auf allen vieren kniet oder irgendwie verkrümmt liegt.
1250-1300: Älteste Holzskulptur des Hl. Olaf (Kirche von RuskoCoat of arms of Finland.svg, Finnland)
1250-1300: Holzschnitzskulptur
(Kirche in SällstorpArmoiries Suède moderne.svg)
15. Jhr.
(Överselö kyrkaArmoiries Suède moderne.svg, Schweden)
Typ 3: Bartlos, eher mit „weiblichen“ Gesichtszügen, insgesamt eher schlangen- bis eidechsenförmig; im dritten Bild zum Vergleich: Meerfrau in der Olaflegende
1450-1500: Altarschrank
(Kirche FryksändeArmoiries Suède moderne.svg, Schweden)
 
ca. 1500–1520
(Hald KirkeW-Logo.png, Dänemark)
 
15 Jhr.: Olaf auf einer Reise, bedroht von (weiblichen) Meeresungeheuern
(Kirche von VallensbækCoa Danemark moderne.png, Dänemark)
Typ 4: Neuere Darstellungen
Glasmalerei
(Kirche von ÅlesundW-Logo.png, Dänemark)
1893 Gemälde von Pius Welonsky
(Kirche Santi Ambrogio e CarloW-Logo.png, Italien)

Die literarische Gestalt

Die Gestalt Olavs ist hinter den Sagen und Legenden nur schwer fassbar. In den Legenden ist er der Repräsentant des Christentums, der die Trolle und Teufel vertrieb und Wunder vollbrachte. Viele Kirchen führen in ihrer Legende ihren Bau auf Olav zurück, oft in der Weise, dass er einen Troll dazu bewog. Für die Olavskirche auf Avaldsnes (Karmøy gegenüber Haugesund) wird die gleiche Geschichte erzählt, wie sie für den Dom von Lund berichtet wird und das Rumpelstilzchen-Motiv verwendet: Er schließt mit dem Troll Sigg einen Vertrag ab, dass dieser ihm die Kirche baue und, falls der König nicht bis zur Fertigstellung seinen Namen errate, erhalte der Troll das Leben des Königs. Der König belauscht zufällig die Frau des Trolls, erfährt den Namen und ruft den Troll beim Namen. Als der seinen Namen hörte und damit seinen Lohn verlor, stürzte er vornüber. Sein Kopf wurde zu dem Stein, der neben der Kirchenwand liegt. Auch viele Aitiologien sind mit Olav verknüpft, so etwa die das Aussehen besonderer Felsformationen. Auch Täler werden darauf zurückgeführt, dass er mit einem Schiff zwischen den Bergen über Land fuhr. Diese Legenden haben mit der historischen Gestalt nichts zu tun.

Die mittelalterlichen Verfasser mussten sich entscheiden, ob sie über den Heiligen oder den König schrieben. Die kirchlichen Schriftsteller beschrieben Olav natürlich als Heiligen, und sie waren die frühesten. Als später auch der historische König Gegenstand der Saga wurde, hatten deren Verfasser das Problem, die bereits vorhandenen Texte kritisch zu prüfen. Daraus entstanden verschiedene Olavsbilder und auch Geschehensabläufe, z. B. die Frage, ob Olav in der Schlacht bei Stikklestad bewaffnet oder unbewaffnet war. Der älteste Bericht über den Tod Olavs findet sich in einem englischen Officium aus dem 11. Jh., in welchem neben den kirchlichen Festgebeten auch kleine Lesestücke eingestreut sind. Dort heißt es, Olav sei waffenlos gewesen, und statt eines gewöhnlichen Schwertes habe der des Glaubens Schild und Schwert getragen, wie es Paulus im Epheserbrief forderte. Das gleiche ist in jüngeren altnorwegischen religiösen Texten zu lesen. In einer anderen legendarischen Saga wird gesagt, er habe ein Schwert getragen, aber weder Helm noch Brünne. Als er verwundet worden sei, habe er das Schwert von sich geworfen und für seine Feinde gebetet. Man kann nicht davon ausgehen, dass die Verfasser tatsächlich meinten, der König sei unbewaffnet in seine größte Schlacht gezogen. Hier wird der Heilige geschildert, und die frommen Verfasser erzählten nicht das, was gewesen ist, sondern die hinter dem Geschehen geglaubte Wirklichkeit, sie legten ihm also die Attribute bei, die zu einem heiligen Märtyrer gehörten. Dieses Stereotyp übernahm die um 1170 auf Latein verfasste Passio Olavi. Der persönliche Freund Olavs, Sigvad skald beschrieb die Schlacht um 1040 in seinem Gedenkgedicht Erfidrápa, das im 12. Jh. verschriftlicht wurde. Darin wird geschildert, wie der König in seiner Brünne mit dem Schwert kämpft. Snorri, der den König und nicht den Heiligen schilderte, hat sich an ihn gehalten und die königliche Prachtrüstung beschrieben.

Die "offizielle" Heiligenvita, die lateinische Passio Olavi, wendet in der gedruckten Ausgabe nur 7 Seiten auf die Lebensbeschreibung auf, aber um die 59 Seiten auf die Wunder. Die meisten Wunder haben Heilungen zum Gegenstand. Die vielen Olavsquellen im Lande sind Abbilder der Olavsquelle im Dom zu Trondheim. Manche Olavsquelle mag ursprünglich eine heidnische heilige Quelle gewesen sein.

Die Saga befasste sich im Gegensatz zur Legende mit dem irdischen König Olav. Seine Zeit als Wiking wurde ebenso berücksichtigt wie seine politischen Aktivitäten als König. Allerdings konnte auch der Sagaverfasser nicht ganz vom Status des Heiligen absehen.

Die älteste weltliche Quelle über Olav waren die Anfang des 12. Jh geschriebenen kurzen Königschroniken. Die älteste zusammenhängende Saga war eine im Þingeyrarkloster in Island zwischen 1160 und 1180 niedergeschriebene Olavssaga, von der noch ganz kleine Fragmente erhalten sind, als Buchrücken für Rechnungsbücher für den Zeitraum 1638 bis 1641, entdeckt im norwegischen Reichsarchiv. Davon abgeleitet wird eine "Mittlere Saga", die vollständig verloren ist. Von ihr abgeleitet ist die älteste legendarische Saga, die um 1200 verfasst wurde und so genannt wird, weil in ihr die meiste mündliche Legendenüberlieferung verarbeitet worden ist. Ebenso wurde sie in der verloren gegangenen Lífssaga Óláfs hins helga von Styrme Káresson (um 1220) benutzt. Diese wiederum floss zusammen mit der legendarischen Saga in die Saga Óláfs konungs hins helga des Snorri Sturluson und in die Fagrskinna (ebenfalls um 1220). Diese beiden wurden wiederum 1230 in Snorris Heimskringla verarbeitet.

Abgesehen von den zeitgenössischen Skaldendichtungen bietet die gesamte Überlieferung ein verzerrtes Bild von Olavs Gegnern. In den kirchlichen Quellen sind sie Feinde, Vertreter des Bösen, Teufelsdiener, Übeltäter und treulose Verräter. Das wussten auch die Sagaverfasser und vermieden solche Wortwahl. Adam von Bremen legt zwar auch Gewicht auf die Gegnerschaft zwischen Olav und Knut den Mächtigen, aber er schreibt auch über den Aufstand der norwegischen Häuptlinge, dass diese sich gegen Olav wandten, weil er deren Frauen wegen Zauberei habe umbringen lassen. Dieser Gesichtspunkt ist eine historisierende Übernahme der kirchlichen Verteufelung von Olavs Gegnern. Noch weiter abgeschwächt findet sich dieser Zug in der Erklärung Snorris, Olavs Mörder, Tore Hund, habe sich Zaubermittel für 12 Männer verschafft, die sie praktisch unverwundbar machten. Bei der Schlachtbeschreibung lässt er dann Tore mit 11 Männern in der ersten Reihe gegen Olav kämpfen, ohne allerdings an dieser Stelle die Zaubermittel zu erwähnen. Snorri rechtfertigt Olav nicht religiös, sondern politisch.

In der lateinischen Biographie ist das Ziel Olavs bei seiner Heimkehr nach Norwegen beschrieben als Sorge für das Landes Zukunft. Er wolle durch Gesetze des Adels Willkür zähmen und die Schwachen vor deren Willkür schützen.

Demgegenüber legt Snorri Olav nach seiner Heimkehr aus England eine programmatische Rede in den Mund, die gleichzeitig die Darstellungsleitlinie Snorris beinhaltet:

„... Ausländer herrschen über mein Eigentum, das früher mein Vater besaß und vor ihm mein Großvater und davor einer vor dem anderen meines Geschlechts und für das ich als gesetzlicher Erbe geboren wurde. Und nicht einmal damit sind sie zufrieden; denn sie haben allmählich alles genommen, was uns Verwandten gehörte, die wir von König Harald Hørfagre in gerader Linie abstammen. Manchen von uns haben sie einiges gelassen, anderen gar nichts. Nun möchte ich euch mitteilen, was ich seit langen bei mir erwogen habe, nämlich, dass ich Anspruch auf mein Vatererbe erheben will und dass ich weder den Dänenkönig noch den Schwedenkönig aufsuchen will und sie nicht um etwas bitten will, obgleich sie seit einiger Zeit zu ihrem Eigentum erklären, was Harald Hårfagre als sein Erbe hinterließ. Vielmehr will ich mein Erbe mit des Schwertes Spitze erobern und dazu meine Verwandtschaft und meiner Freunde und alle, die zu mir halten, um Unterstützung ersuchen. Und so denke ich diesen Anspruch geltend zu machen, dass nur zweierlei geschehen kann: Entweder werde ich wieder das ganze Reich erhalten und beherrschen, dass jene sich durch die Erschlagung meines Verwandten Olav Tryggvasons aneigneten, oder ich werde auf dem Erbe meines Geschlechtes fallen.“

Hier wird deutlich der religiöse Gesichtspunkt durch den nationalen und dynastischen Gesichtspunkt ersetzt. Eine weitere Leitlinie bringt Snorri seiner Darstellung ist die des „gerechten Königs“, die er in der Entgegensetzung zweier Herrschertraditionen in der Nachfolge Harald Hårfagres darstellt. Programmatisch kommt dieser Gesichtspunkt in der Rede Røreks, eines Kleinkönigs aus dem Osten, vor seinen Mitkönigen kurz vor der Wahl Olavs zu Konig von Norwegen zum Ausdruck. Dort warnt Rørek seine Mitkönige, Olav die Königsherrschaft zu übertragen, indem er ihnen vor Augen stellt, dass zwar Håkon der Gute durch eine vorsichtige rechtsgebundene Herrschaftsausübung in Ordnung gewesen sei, aber Harald Hårfagre, Erik Blodøks und die Erikssöhne, sobald sie Alleinherrscher geworden seien, zu unerträglichen Tyrannen mutiert seien. Und das sei auch bei Olav zu erwarten. Snorri lässt nun Olav eine vorsichtige Regierungsweise angedeihen und immer für ein gutes Verhältnis zu den Bauern suchen. Bei Snorri erobert Olav seine Macht nicht militärisch, sondern durch die allgemeine Zustimmung bei der Königswahl. So wird Olav der moralisch Überlegene, und seine Kämpfe richten sich gegen gesetzesbrecherische und aufrührerische Kleinkönige, die ihn vorher ja gewählt haben sollen. Damit erhält Olav die Rechtfertigung zur gewaltsamen Niederschlagung des Widerstandes. Auch die Unterstützung der Abtrünnigen für den dänischen König Knut wird damit unrechtmäßig.

Eine zuverlässigere Sicht auf Olav bieten die zeitgenössischen Skaldenlieder. Diese sind in den Sagas in vielen Strophen zitiert. In Olavs Gefolge befanden sich eine Reihe isländischer Skalden. Drei von ihnen, Gissur Gullbráskald, Torfinn Munn und Tormod Kolbrunarskald begleiteten ihn auf seiner Flucht nach Kiew. Alle drei fielen in der Schlacht bei Stiklestad. Von ihnen ist im Gegensatz zu Ottar Svarte und Sigvat Tordsson nicht viel überliefert.

Nachwirkung

Auch nach fast 1000 Jahren wird der Todestag von Olav auf den Färöern als Nationalfeiertag begangen. Das ist die so genannte Ólavsøka. Auch das ehemalige geistliche Zentrum des Landes, die Olavskirche (Abb.) ist nach ihm benannt.

Es ist erstaunlich, welche Bedeutung Olav in Anbetracht seiner kurzen Regierungszeit in der Nachwelt erhalten hat. Es ist also fraglich, ob seine Bedeutung zu Lebzeiten seiner Bedeutung nach seinem Tode entspricht. Zunächst ist festzustellen, dass seine Regierungszeit gegen Ende des Prozesses zur Reichseinigung, den man von 995 bis ca 1050 ansetzen kann, liegt. Unter ihm wurde die norwegische Kirche als Institution gestaltet. Das Land erhielt ein Königtum, das schon entwickelter war als zu Zeiten Harald Hårfagres. Dazu haben aber sicher auch Olav Tryggvason und Knut der Große beigetragen. Vieles, was er in Gang setzte, kam erst unter Magnus den Guten und Harald Hardråde zur Vollendung. Aber selbst beim Kirchenaufbau stellt sich die Frage, ob seine Initiative so epochal war, wie die Quellen sie darstellen, oder ob er nicht vielmehr nur einen Schritt zu den Schritten seiner Vorgänger hinzugefügt hat. Immerhin ist festzuhalten, dass sein Untergang nichts mit der Einführung des Christentums zu tun hatte, er historisch kein Märtyrer war. Vielmehr war das Land im Wesentlichen bereits christianisiert. Er konnte daher leicht bereits in den ersten Regierungsjahren die Überreste des Heidentums tilgen. Sein Widersacher Erling war selbst Christ. Das vollständige Ausbleiben jeglicher heidnischer Reaktion nach seinem Tode belegt hinreichend, dass es keine Konfrontation zwischen Heidentum und Christentum mehr gab. Das Bedürfnis der Kirche, einen königlichen Märtyrer als Landesheiligen aufzubauen, hat zu dieser nachträglichen Darstellung geführt. Auch die Darstellung des milden und gerechten Königs dürfte übertrieben sein, wenn Olav auch bereits zum wikingen Menschenbild des kämpfenden Manes auf Distanz gegangen sein mag, als er bei seinem Aufenthalt in der Normandie sah, wie Kirche und Herzog Hand in Hand die Zersplitterung und Auflösung des Landes erfolgreich bekämpft hatten. Aber der räuberische Einfall in Dänemark in Abwesenheit Knuts zeigt, dass er in der Praxis sich von der Vergangenheit noch nicht vollständig gelöst hatte.

Er hat entgegen vielen Darstellungen auch das Lehnswesen nicht eingeführt. Es ist überhaupt zweifelhaft, ob er überhaupt Lehnsleute hatte. Die Skalden verwenden den Ausdruck lendrmaðr so gut wie nicht. Sie sprechen durchweg von Hersen. Sigvat wendet ihn auf Erling Skjaldsson an, den mächtigsten Mann nach dem König und sein Widersacher. Die endgültige Mediatisierung der Adelsgeschlechter und ihre Einbindung in Reichshierarchie geschah erst später.

Bereits unter seinem Nachfolger Magnus wurde die Vorstellung entwickelt, dass Olav sowohl mit der Dynastie als auch mit dem Land aufs engste verknüpft bleiben müsse. Bald werden Gedichte verfasst, nach denen die späteren Könige ihre Macht von Olav d. Heiligen erhalten. Stein Herdisson dichtete 1070 für den König Olav Kyrre und seinen Widersacher, den dänischen König Sven Estridsson:

An Sven will nicht
der kampfstarke Fürst sein Erbland geben
solange er sitzt in Kaupang
wo der heilige König weilt.
Seinem Geschlecht will Olav gönnen
die Macht in ganz Norwegen.
Hier darf Ulvs Sohn (= Sven) nicht
sich Erbe nennen.

Mitte des 12. Jh. wurde daraus ein staatsrechtlicher Grundsatz mit dem heiligen König als rex perpetuus Norvegiae.

1847 wurde von König Oskar I. der St. Olav-Orden als „Auszeichnung für hervorragende Verdienste um das Vaterland und die Menschheit“ gestiftet.

Auf den Färöern wird sein Todestag als Nationalfeiertag begangen, siehe Ólavsøka.

Ebenfalls auf den Färöern befindet sich mit der Olavskirche (ca. 1250) der älteste erhaltene und in Betrieb befindliche Kirchenbau des Landes.

Mittelalterliche Darstellungen des Hl. Olav

Themen aus den Olavslegenden

Darstellungen von Olavs Tod

Ikonographie

Der Olavskult breitete sich rasch über Skandinavien aus, so dass sich Bildnisse bereits früh weiträumig verteilten. Niemand konnte bislang die schnelle Ausbreitung des Kultes schlüssig erklären. Aus der Zeit unmittelbar nach seinem Tod sind etwa 400 ihm geweihte Kirchen in Skandinavien bekannt, davon allein 100 in Schweden. Hinzukommen die Olavsaltäre in anderen Kirchen. Aus den ersten Jahrhunderten sind in Skandinavien allerdings keine Kunstwerke mit Olavsdarstellungen überkommen. Die älteste bekannte Darstellung ist in der Geburtskirche in Bethlehem zu sehen und stammt aus der Zeit kurz nach 1153. Sie ist in byzantinischem Stil gehalten und trägt die Inschrift "SCS OLAUUS REX:NORWÆGIE". Mitte des 13. Jahrhunderts treten die ersten Abbildungen aus den Olavslegenden in einem Psalter in East Anglia auf, ein Andachtsbuch zu privatem Gebrauch. Die dann auch aus Norwegen überlieferten Olavsbilder zeigen ihn mit goldener Königskrone, goldenem Heiligenschein, braunen oder roten oder goldenen Haaren und Bart, im späteren Mittelalter in voller Kriegsrüstung, Gottes heiliger Ritter. Die älteste schwedische Bildüberlieferung ist ein spätromanisches Fresko in der Kirche von Kaga aus der Zeit um 1225.[20]

Olav mit Axt, Ciborium und einer Figur unter den Füßen.

Das Kennzeichen König Olavs ist die Axt. Sie wurde als Herrscherinsignie, als Waffe und als Märtyrer–Signum gedeutet. Es ist sicher, dass die Axt mit silbernem Blatt bereits im Mittelalter zu den Herrscherregalien gehörte und erst bei der Reformation verschwand. Aber es ist umstritten, ob die Axt bereits im Mittelalter Bestandteil der Olavsskulpturen war oder ob sie erst später beigegeben wurde. Sie hat ihren Ursprung im Symbol der Macht und des Rechts, wie auch im römischen Bereich die fasces des Liktors ein Beil als Symbol der Macht enthielten. Der Sohn Olavs, Magnus der Gute soll bereits die silberne Axt als Feldzeichen in der Schlacht auf der Lürschauer Heide gegen die Wenden verwendet haben. Die Axt war auch biblisch verankert:

„Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt. Ein jeder Baum also, der nicht gute Frucht bringt, wird herausgehauen und ins Feuer geworfen.“

Mt 3,10 EU

In der Dichtung und in den Sagas über die Schlacht bei Stiklestad spielte die Axt noch keine dominierende Rolle. Erst bei Snorri leitete der Axthieb von Torsten Knarrsmed in das Knie des Königs seinen Tod ein. Damit erhielt der Axthieb seine zentrale Rolle in der Ikonographie im 14. Jahrhundert.[21] Machtsymbol und Märtyrerzeichen verschmolzen so. Hinzu kam, dass alsbald der sonst übliche Reichsapfel als Herrscherinsignie durch das Ziborium, ein Symbol für die kirchliche Gerichtsbarkeit.

Außerdem ist fast immer eine Figur mit einem Menschenkopf unter seinen Füßen dargestellt. Zu Beginn handelte es sich um einen Menschen, zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde daraus ein Drache oder Untier mit Menschenkopf. Diese Figur hat sehr viele Erklärungsversuche ausgelöst. Einige meinten, es handele sich um seinen Halbbruder Harald, der überzeugter Heide geblieben war. Eine andere Erklärung besagte, es handele sich um Olavs eigenes heidnisches Ich, das er durch die Taufe besiegt habe, oder das besiegte Heidentum im Allgemeinen.[22]

Fußnoten

  1. Es gibt gute Gründe dafür, anzunehmen, dass auf diesen Kriegszug der spätere Kampf und die Schlacht bei Stiklestad zurückzuführen ist. Siehe weiter unten und Frostathingslov IV, 50.
  2. Frostathingslov VII, 27
  3. Daran erinnert das sogenannte „Stavanger-Kreuz“, ein Steinkreuz mit der Runeninschrift: Der Priester Alf(geir) errichtete diesen Stein nach Erling seinem Herrn, der gegen Olav kämpfte.
  4. Sandnes S. 20.
  5. Andersson S. 172 ff.
  6. Nyberg S. 56. S. 55 eine Karte über die Verteilung der Olavskirchen im mittelalterlichen Dänemark, soweit sie noch bekannt sind. Nach der Reformation gerieten viele Kirchenpatronate in Vergessenheit und sind nicht mehr zu ermitteln.
  7. Ásgeirsson S. 84.
  8. Ásgeirsson S. 88.
  9. Knuutila S. 102.
  10. 10,0 10,1 Wolfgang Metternich: Teufel, Geister und Dämonen. Das Unheimliche in der Kunst des Mittelalters. Darmstadt, WBG, 2011. ISBN 978-3-89678-725-5
  11. Olav den helligeCoa Norway 01.png. (19. Januar 2021). Wikipedia. Hentet 29. Juni 2021 kl. 18:02 fra https://no.wikipedia.org/w/index.php?title=Olav_den_hellige&oldid=21085876.
  12. 12,0 12,1 Steen Clemmensen: Conrad Grünenberg's Wappenbuch. Indroduction and edition (..) Farum, Dänemark, 2009. (www.armorial.dk) S. 85. Item 193
  13. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. Seite 101. Tafel 23. Figur 14.
  14. Vgl. Philipp Jacob Spener: Insignium theoria: seu operis heraldici pars generalis [..]. Band 1. 1735. S. 205. Tafel 9. (Wappen Burdian und Wappen Ostermayr; Google)
  15. 15,0 15,1 15,2 Seite „Olav II. HaraldssonW-Logo.png“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 1. Juni 2021, 10:26 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Olav_II._Haraldsson&oldid=212572542 (Abgerufen: 3. Juli 2021, 09:35 UTC)
  16. Anne Lidén: Olav den helige i medeltida bildkonst. Legendmotiv och attribut. Stockholm, 1999. S. 220-240. ISBN 91-7402-298-9
  17. Vgl.:
    • Martin Blindheim: St. Olav - Ein skandinavischer Oberheiliger. Einige Beispiele der Literatur und Kunst und der Bildkunst. Uddevalla: Bohusläningens AB, 1981. 68 Seiten. (Beitrag beim 6. Visby-Symposium für historische Wissenschaften, 1979)
    • Martin Blindheim, Grethe Authen Blom, Olav Bö et al.: Olav, konge og helgen, myte og symbol. Oslo, 1981. ISBN: 8270240273
  18. Øystein Ekroll: The cult of St. Olac in the Norse Cultural Sphere - and Outside It. In: ‚Ecclesia Nidrosiensis‘ and ‚Noregs veldi‘: The Role of the Church in the Making of Norwegian Domination in the Norse World. ed. Steinar Imsen, Trondheim 2012, S. 45-66.
  19. Katharina Preißler: Fromme Lieder - Heilige Bilder: Intermediale Perspektiven auf die skandinavische Ballade und die spätmittelalterliche Bildkunst Schwedens und Dänemarks. In: Münchner Nordistische Studien. Band. 36 Annegret Heitmann und Wilhelm Heimann (Hrsg.) München, 2019. S. 186. ISBN 978-3-8316-4798-9
  20. Lidén S. 28 ff.
  21. Lidén S. 36. Dagegen meint Knuutila S. 107, dass die Axt Olav erst nach der Erhebung Eystein Erlandsons zum Erzbischof 1157 beigegeben wurde, um ihn als heiligen Oberherrn über Norwegen und dessen Machthaber zu etablieren.
  22. Knuutila S. 110 f. mit weiteren Erklärungen.

Literatur

  • Lars Andersson: „Sankt Olavsmärken och pilgrimskrus i Skandinavien“. In: Lars Rumar (Hrg.): Helgonet i Nidaros. Olavskult och kristnande i Norden.. o.O. 1997. S. 172–185.
  • Ólafur Ásgeirsson: „Olav den helige på Island“. In: Lars Rumar (Hrg.): Helgonet i Nidaros. Olavskult och kristnande i Norden.. o.O. 1997. S. 83–90.
  • Oddgeir Hoftun: Stabkirchen - und die mittelalterliche Gesellschaft Norwegens / Text: Oddgeir Hoftun; Fotos: Gérard Franceschi; Konzeption: Asger Jorn; [übersetzt aus dem Dänischen von Irmelin Mai Hoffer und Reinald Nohal unter Mitarbeit von Sarah Majken Hoffer], Köln 2003: König; ISBN 3-88375-526-5
  • Oddgeir Hoftun: Kristningsprosessens og herskermaktens ikonografi i nordisk middelalder, Oslo 2008: Solum Forlag. ISBN 978-82-560-1619-8.
  • Jyrki Knuutila: „Sankt Olav i Finlands kyrkliga konst under medeltiden“. In: Lars Rumar (Hrg.): Helgonet i Nidaros. Olavskult och kristnande i Norden.. o.O. 1997. S. 91–114.
  • Claus Krag: Vikingtid og rikssamling 800–1130. In: Aschehougs Norges Historie Bd. 2, Oslo 1995, ISBN 82-03-22015-0.
  • Anne Lidén: „Bilden av Sankt Olav“. In: Lars Rumar (Hrg.): Helgonet i Nidaros. Olavskult och kristnande i Norden.. o.O. 1997. S. 26–49.
  • Tore Nyberg: „Olavskulten i Danmark under medeltiden“. In: Lars Rumar (Hrg.): Helgonet i Nidaros. Olavskult och kristnande i Norden.. o.O. 1997. S. 53–82.
  • Jørn Sandnes „Olav den Hellige – myter og virkelighet“. In: Lars Rumar (Hrg.): Helgonet i Nidaros. Olavskult och kristnande i Norden.. o.O. 1997. S. 13–25.
  • Nils Petter Thuesen: Norges Historie i Årstall. Oslo 2004, ISBN 82-458-0713-3.

Weblinks

 Commons: Olav II. Haraldsson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Sven Gabelbart König von Norwegen
1015–1028
Knut der Große


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