Hilfskleinod

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt Hilfskleinod; zu anderen Kleinodien siehe Kleinod.

Ein Hilfskleinod (Abkürzung: HK; französisch crêtes accessoires; englisch assistence ornaments of a helmet) ist ein Helmkleinod, dessen Bedeutung in der Heraldik nicht einheitlich definiert ist. Oft wird ein Hilfskleinod als eine Art „Bildträger/-fläche“ für ein Motiv beschrieben, das idealerweise in irgendeiner Form das Schildbild oder die Schildfarben im Oberwappen wiederholt:

Hilfskleinod ist ein solches Helmkleinod, welches die im Schilde ersichtliche Wappenfigur wiederholt, was bisweilen allerdings nicht ganz vollständig geschieht (..)“

Curt Oswalt Edler von Querfurt (1872)[1]

Hilfskleinode heißen solche, welche das Bild des Schildes wiederholen (..)“

Herold - Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften: Wappenbilderordnung (1990-1996)[2]

Schmuckkleinod

Ein Hilfskleinod ist eine Art „Schmuckkleinod“, weil es gewöhnlich den Helm in einem Wappen „schmückt“. Der Ausdruck „Schmuckkleinod“ ist immer dann gebräuchlich, wenn ein wie auch immer geartetes Kleinod (zum Beispiel ein Edelstein) zum Schmuck eines anderen, meist größeren Objekts (Helm, Schild, Schwert, Krone, Ring, Kette, Schnalle et cetera) dient.[3])

Darstellung

Obwohl der Begriff „Hilfskleinod“ in der heraldischen Literatur nicht einheitlich definiert ist, zählen die meisten Quellen jene „Bildträger“ zu den Hilfskleinoden, die aufgrund einer charakteristischen Fläche dazu geeignet sind, ein Motiv zu zeigen, das die Schildfarben wieder aufnimmt oder ganz oder teilweise dem Schildmotiv entspricht. Dazu zählen meist:

Je nach Quelle zählt man vor allem folgende Kleinode mal zu den Hilfs-, mal zu den Schmuckkleinoden:

Einige heraldische Quellen zählen auch Rümpfe, Brackenköpfe, Scheiben, Fahnen, Beutelstände und anderes zu den Hilfskleinoden:

„(..)Als Hilfskleinode kommen zumeist vor: Flüge, Flügel, Hörner, Hüte und Mützen, Schirmbretter, Scheiben, Kissen, Fahnen, Federköcher, Rümpfe, Beutelstände, Brackenköpfe, mitunter Pfauenwedel und anderes mehr (..)“

Curt Oswalt Edler von Querfurt (1872)[1]

„Dazu zählen Hörner, Flüge, Schirmbretter, Hüte und Mützen, Köcher, Fahnen, aber auch Rümpfe von Menschen und Tieren. Hilfskleinode werden jedoch mit Recht nur sparsam verwendet, da sie, zur Schablone geworden, die Eigenart und Einmaligkeit des Wappens gefährden.“

Walter Leonhard: Das grosse Buch der Wappenkunst (1978/2000)[5]

Hilfskleinode als Steckunterlage

Die Hilfskleinodien dienen manchmal als Steckunterlage für schmückende Motive wie Fahnen, Banner und Flaggen.

Hilfskleinod und Helmwulst

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Helmwulst

Als wichtiger verbindender Teil zwischen Helm und Hilfskleinod verwendet man teilweise den Helmwulst, der seinerseits kein wirkliches Hilfskleinod ist.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Querfurt, Curt Oswalt Edler von: Kritisches Wörterbuch der heraldischen Terminologie. Nördlingen: Beck. 1872. Neudruck: Wiesbaden: M. Sändig. 1969. Seite 66.
  2. Jürgen Arndt und Werner Seeger (Bearbeiter): Wappenbilderordnung. Symbolorum armorialium ordo. Zit.: WBO - General-Index. Hrsg.: Herold, Verein für Heraldik Genealogie und verwandte Wissenschaften (= J. Siebmachers Großes Wappenbuch. B). Band II. Bauer & Raspe, Inh. Manfred Dreiss, Neustadt an der Aisch 1990, ISBN 3-87947-100-2, S. 157 (393 S., zugleich Neubearbeitung des Handbuchs der heraldischen Terminologie von Maximilian Gritzner; Einleitungsband, Abt. B des Neuen Siebmacherschen Wappenbuches, Nürnberg, 1890).
  3. Hildebrandt, Adolf Matthias; Biewer, Ludwig: Handbuch der Heraldik. Wappenfibel. Neustadt an der Aisch. 2002. Seite 85.
  4. Darstellung aus dem Siebmacher: „Auf dem gewulsten Helme ein von Schwarz und Silber der Länge nach gestreifter, oben mit breiter, roter Einfassung verzierter Köcher, aus welchem acht schwarze Hahnenfedern herauswachsen.“ -- Quelle: Wikipedia: Maltitz (Adelsgeschlecht)W-Logo.png
  5. Walter Leonhard: Das grosse Buch der Wappenkunst. Entwicklung, Elemente, Bildmotive, Gestaltung. Callway, München 1978, ISBN 3-8289-0768-7, S. 315 f. (Genehmigte Lizenzausgabe für Weltbild Verlag GmbH: Bechtermünz, Augsburg 2000).