Eingeschobene Spitze

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Eingeschobene Spitze
(Beispiel gemäß Siebmacher)
Beispiel für eine „eingeschobene Spitze“

Von einer Eingeschobenen Spitze (auch eingespitze Spitze) spricht man in der Heraldik, wenn eine spitzen- oder keilförmige Fläche nachträglich in ein bestehendes Schildbild eingefügt wird, um dort einen weiteren Platz für Wappenfiguren freizustellen, ohne andere Plätze des Wappens ungebührlich zu vermindern. Der Platz wird zum Beispiel dafür verwendet, Motive für Nebenlinien eines Geschlechts in ein bestehende Wappenbild einzubringen.

Darstellung

Gewöhnlich stellt eine eingeschobene Spitze eine Ausprägung der Spitze dar; teilweise erscheint Einspitzung in einer anderen keil-/spitzenartigen Form. Im spanischen Schild und anderen spitzen Schildformen ergibt sich in der erniedrigten Spitze ein annähernd rautenförmiger, durchaus ehrenvoller Platz. Die Spitze kann auch andernorts von unten auf eingeschoben werden, zum Beispiel im rechten oder linken Bereich eine Schildes/Feldes.

Eingeschoben nennt man eine Spitze, wenn sie keilartig sich (von unten auf) zwischen zwei andere Felder von verschiedener Färbung drängt und dieselben trennt; sie ist dann gewöhnlich auch „eingebogen“, d. h. ihre seitlichen Begrenzungslinien sind in mehr oder weniger flacher Krümmung in sie hineingeführt. Dies muss übrigens stets gemeldet werden.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

In der Geschichte von Ungarns Wappen kann eine Einspitzung beispielhaft demonstriert werden. 1867 erscheint das Wappen von Ungarn noch ohne Einschiebung (Ungarischer Schild: vorn Altungarn, hinten Neuungarn). 1915 wird ein Platz eingespitzt/eingeschoben und rot-weiß geschacht (Königreich Kroation und Slawonien).

Die Einspitzung kann wie jeder Platz weiter in Teilungen/Spaltungen gegliedert sein. Bei der Wappenbeschreibung ist die Reihenfolge der Plätze zu beachten. Die Nennung der Einspitzung kann vor der Beschreibung des Herzschildes erfolgen. Erscheint beispielsweise eine Vierung mit Einspitzung und Herzschild, so kann die Einspitzung als fünfter Platz „V“ angesprochen werden, der Herzschild als sechster „VI“; ist die Einspitzung zusätzlich noch gespalten, kann sie als fünfter und sechster Platz genannt werden und der Herzschild dann als siebter „VII“

Teilweise wird die Einspitzung bei komplexen Wappen durchgeführt. Eine Einspitzung erfolgt nicht immer am unteren Schildrand, sondern kann an einem anderen geeigneten Platz durchgeführt sein.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.


Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Spitze_(Heraldik)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 16. April 2011 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.