Luchs (Wappentier)

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Luchs
 
in der Natur
(charakteristisch für Luchse sind Ohrpinsel, Backenbart und breite Pfoten)
 
in der Heraldik
(etwa 1475–1500: Wappen der von Luchsperg; nach Werni­ge­roder Wappenbuch)
1882: Natürlicher Luchs im Wappen von BergholtzSiegel von Ivan 3.png
1790: Luchs im Wappen der Grafen von Luxburg

Der Luchs (frz.: lynx, loup-cervier; engl.: lynx) als Wappentier ist in der Heraldik eine gemeine Figur.

Darstellung

Seine Darstellung ähnelt der anderer Katzen in der Wappenkunde und ist dem realen eurasischen LuchsW-Logo.png nachempfunden. Der Luchs wird auf allen Vieren stehend im Wappen dargestellt und ist an der gedrungenen Körpergestalt und den Haarbüscheln an den Ohren zu erkennen. Der vergleichsweise kurze Schwanz („Stummelschwanz“) hat oft eine andersfarbige Spitze, meistens ist sie schwarz. Es kommt vor, dass nur der Kopf eines Luchses auf dem Schild dargestellt ist. Dann wählt der Wappenträger meistens die Frontalansicht, das Gesicht des Tieres ist „en face“ gestellt.

Siebmacher

Luchs: ist in Wappen selten; er soll stets vorwärts sehen und lange spitze Ohren und Stummelschweif haben; die Grafen Luxburg führen ihn sitzend, rechtsseilend im Herzschilde; das polnische Wappen Rys hat einen gekrönten Luchs, ebenfalls rechtssehend, im Schilde.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Fox-Davies

Eurasischer Luchs, der mit einem toten Kaninchen im Maul im Wald herumgeht.

Laut Arthur Charles Fox-Davies erscheint der Luchs häufig „feige“ (coward), das heißt gedrungen und mit dem Schwanz zwischen den Beinen. Optisch ist das Motiv nach Fox-Davies in Wappen nur schwer von der gemeinen Figur Wolf zu unterscheiden.

Luchskopf

Wenn nicht besonders blasoniert, erscheint ein Luchskopf im Wappen gewöhnlich im Profil beziehungsweise zum heraldisch rechten Rand sehend; ein dem Betrachter zugewendeter Luchskopf ist dagegen eine sogenannte „Luchsmaske“, die im Wappenwesen alternativ als Luchskopf von vorne, Luchskopf en face, hersehende Luchsmaske oder ähnlich blasoniert werden kann.

Luchs in der Helmzier

Helmzier: Rotgezungter, silberner Luchsrumpf (Familienwappen Heim; Aufriss: Alexander Kurov, 2016)

Luchsmotive sind auch in der Helmzier beziehungsweise im Oberwappen gebräuchlich.

Verbreitung

Er ist vorrangig in der skandinavischen Heraldik verbreitet. In der Schweizer Gemeinde Luchsingen ist er Anlass zum redenden Wappen.

Paraheraldik

Luchs als Wappentier der Artussage

Der Luchs fand als fiktives Wappentier von Sir LucanW-Logo.png (Lukan/Lucan von Bouteillier), einer Sagenfigur aus der Artussage und dem Artusroman, Eingang in diverse Wappenbücher.

Fiktives Wappen von Sir Lucan 1525 1572-1628 2015 2017
Lukan/Lucan/Lucam von Bouteillier 'or au loup-cervier de gueules armé de sable. Lucan le Bouteilier CoA - Devise Rennes.png Hb-lvcam-le-bovteillier.jpg Lucan.jpg Blason imaginaire Lucan le boutillier.svg

Luchs in Schulwappen

Luchs in Militärwappen

Wappenbilderordnung

Weblinks

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.


Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Luchs_(Wappentier)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 13. August 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.