Schneckendeichsel

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Schneckendeichsel (gemäß WBO, Nr. 0945)

Die Schneckendeichsel (auch Dreiteilung im Strudelschnitt genannt; frz.: tierce en pairle gironnant; engl.: tierced gyronny whirlpoolwise) ist in der Heraldik ein seltenes Heroldsbild im Schneckenschnitt.

Darstellung

Die Schneckendeichsel erscheint in einem Wappenschild (oder Feld), wenn drei schneckenhausförmige Begrenzungslinien gleichartig von den Schildrändern zum Schildzentrum gebogen sind und den Schild in drei Teilflächen teilen. Jede der drei Teilflächen erscheint in einer unterschiedlichen heraldischen Tinktur, wobei ein Farbverstoß in Kauf genommen wird.

Die exakte Form, Fläche und Krümmung der Figur sowie die Position der Begrenzungslinien am Schildrand sind in der heraldischen Literatur nicht einheitlich und nicht geometrisch oder mathematisch exakt beschrieben. Das Motiv ist aber im Rahmen der Gesamtharmonie eines Wappens umzusetzen. Ein Verstoß gegen die heraldischen Regeln liegt beispielsweise vor, wenn die Figur den Raum des gesamten Schildfeldes nicht füllt oder disharmonisch beziehungsweise deutlich ungleichartig aufteilt.

Abgrenzung

Der Ausdruck „Schneckendeichsel“ wird in der Heraldik nicht einheitlich verwendet. Bei Siebmacher/Gritzner wird beispielsweise ein ähnliches Wappenbild nicht als „Schneckendeichsel“, sondern als „Schneckendreipaß“ bezeichnet.

Galerie

Wappenbilderordnung

Die Schneckendeichsel wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Kugeln, Ringe, Kurvenschnitte unter der Nr. 0945 aufgenommen.

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. Tafel X. Figur 110.