Wolfszahnschnitt

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wolfszahn
(gemäß WBO, Nr. 0962)
Teilung im Wolfszahnschnitt

Wolfszahnschnitt (auch wolfszahnförmig [geteilt/gespalten usw.], im wolfzahnförmigen Schnitt; frz.: émanché en dents courbées, en forme de dents de loup; engl.: [parted] in form of wolf-teeth - per pile throughout embowed; mißverständlich und fälschlich auch Eberzahn- oder Drachenzahnschnitt genannt) ist in der Heraldik eine Bezeichnung für eine besondere Form einer Schnittlinie, die beispielsweise in einem Wappenschild verlaufen kann, wodurch es in zwei Flächen beziehungsweise in zwei Felder mit unterschiedlichen heraldischen Farben geteilt oder gespalten etc. wird.

Darstellung

Wolfzahnschnitt

Ausgeführt wird eine Wolfszahnschnittlinie mit mehreren sich wiederholenden, symmetrischen ein- (oder ausgerundet) gebogenen Spitzen („Wolfszähnen“), die in der Regel aus dem Seiten- oder einem Feldrand eines Wappenschildes hervorkommen. Die Krümmungsrichtung des Schnittes (nach rechts, nach links, zum oberen oder unter Schildrand oder ähnlich) sollte gemeldet werden.

Bei der Schrägteilung sind, wenn nichts anderes gemeldet wird, die Wolfszähne nach oben gerichtet.

Geschichte

Der Wolfszahnschnitt ist eine besondere Form oder Ausprägung des Spitzenschnitts. Die Wandelung der Gestaltung eines Wappens mit Spitzenschnitt in eines mit Wolfszahnschnitt kann man beispielsweise anhand der Wappengeschichte derer von BáthoryW-Logo.png nachweisen. Das Stammwappen der Báthory de Somlyó et Ecsed zeigt in Rot eine Spaltung mit silbernen Spitzen, später werden die Spitzen als Wolfs-/Drachenzähne gedeutet, wobei diese teilweise in Wappenaufrissen auch schwebend und nicht als Heroldsbild gestaltet wurden.

Wolfszahn

Wolfsgebiss
Unterkiefer von einem Wolf (canis mosbachensis)

Ein Wolfszahn (frz.: dent de loup, dent recourbée; engl. wolf's tooth) ist grundsätzlich eine „Abart“ der Spitze, wenn sie gebogen ist und die Form eines Zahnes hat[1].

„Ein Wolfszahn kann einzeln Verwendung finden, am häufigsten taucht er jedoch in Gruppen zu dreien auf. Mehrere Wolfszähne in einer Gruppe haben normalerweise den gleichen Krümmungssinn. Zur korrekten Blasonierung gehören Angabe von Anzahl, Ursprungsort (von wo ausgehend) und Richtung (wie gebogen), sofern diese nicht selbsterklärend ist.“

Bernhard Peter (2009)[2]

Drei Wolfszähne (Tafel XI. Figur 2.): bald am hintern, bald am vorderen Schildrand ist das Wappenbild der Kinsky, der Amade, der Bathory und noch einiger anderer Geschlechter.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[3]

Gegenwolfszähne

Balken mit drei Gegenwolfszähnen (Tafel XI. Figur 3.) ist nicht näher zu definieren, es kommt im Wappen der von Weiher in Pommern und Westpommern vor.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[3]

Abgrenzung

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Flamme (Heraldik)

Der Wolfszahnschnitt ist vom Flammenschnitt zu unterscheiden. Letzerer hat gewöhnlich nicht nur einfach gekrümmte Begrenzungslinien, sondern erscheint in mehreren Krümmungen und Gegenkrümmungen (meist in S- oder einer vergleichbaren Form).

Wappenbilderordnung

Weblinks

Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Besondere Motive: Wolfszähne

Einzelnachweise

  1. Hefner, Otto Titan von: Handbuch der theoretischen und praktischen Heraldik. 1861.
  2. Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Besondere Motive: Wolfszähne. Internet: Erstellt: 2009. Abgerufen am 29. September 2012.
  3. 3,0 3,1 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.