Schlangenschnitt

Aus Heraldik-Wiki
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„Schlangenlinienförmig gespalten“
 
Spaltung im Schlangen­schnitt
= Schlangenspaltung
= S-förmige Spaltung
 
Spaltung im linken Schlangen­schnitt
= Linke Schlangenspaltung
= Spaltung in Form eines abgerundeten Z
„Schlangenlinienförmig geteilt“
 
Teilung im (rechten) Schlangenschnitt
(nach Leonhard)[1]
 
Teilung im linken Schlangenschnitt
(nach Leonhard)[1]

Der Schlangenschnitt (manchmal auch Schlangenlinienschnitt, Flachwellenschnitt, „schlangenweise gezogen“; „sich um etwas windend“; frz.: tortillant) ist eine Ausprägung des Wellenschnitts, bei dem die Kurven der Begrenzungslinie „flacher“ oder nur in Form von einem Wellenberg und einem Wellental gestaltet sind.

Abgrenzung

Der Ausdruck Schlangenschnitt wird in der Heraldik nicht einheitlich verwendet. Oft wird er nicht als eigenständige Schnittform charakterisiert, sondern mit dem Wellenschnitt gleichgesetzt.

„schlangenweise (geteilt) = Wellenschnitt“

Herold - Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften: Wappenbilderordnung (1990-1996)[2]

Walter Leonhard und andere Wappenkundler grenzen dagegen die beiden Schnittformen gegeneinander ab und zeigen in ihren Standardwerken Musterwappen für beide Schnittformen[3]. Die veraltete, nicht schlüssige und zu Irrtümern verleitende Gleichsetzung des Schlangenschnitts mit dem Ausdruck Zickzackschnitt/zickzackförmig sollte vermieden werden:

Schlangenschnitt = Wellen- oder Zickzack-Schnitt“

Siebmacher/Gritzner (1889)[4]

Die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) verwendet statt dem Ausdruck Schlangenschnitt auch umschreibende Formulierungen, die den genauen Verlauf der Schlangenlinie anzeigen (zum Beispiel: S-förmig [geteilt, gespalten usw.] beziehungsweise in Form eines abgerundeten Z [geteilt, gespalten usw.]).

Siehe auch

Wappenbilderordnung

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 In Anlehnung an: Walter Leonhard: Das grosse Buch der Wappenkunst. Entwicklung, Elemente, Bildmotive, Gestaltung. Callway, München 1978, ISBN 3-8289-0768-7, S. 144 (Genehmigte Lizenzausgabe für Weltbild Verlag GmbH: Bechtermünz, Augsburg 2000).
  2. Wappenbilderordnung. Symbolorum armorialium ordo, hrsg. vom Herold - Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin. Bearb. von Jürgen Arndt und Werner Seeger, 2 Bde, 2. ergänzte u. berichtigte Aufl., Neustadt a. d. Aisch 1990-1996 (kurz: WBO). Bd. 1.: Wappenbilder; Bd. 2: General-Index.
    Editorische Notiz: Zugleich Neubearbeitung des Handbuchs der heraldischen Terminologie von Maximilian Gritzner (Einleitungsband, Abt. B des Neuen Siebmacherschen Wappenbuches, Nürnberg, 1890).
  3. Vgl. zum Beispiel Leonhard, Walter: Das grosse Buch der Wappenkunst. Entwicklung, Elemente, Bildmotive, Gestaltung, Bechtermünz-Verlag 2003. ISBN 3-8289-0768-7- S. 139, 144.
  4. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.