Schneckenvierung

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Gehäuse einer Schnecke

Die Schneckenvierung (frz.: écartelé en girons arrondies; engl.: quarterly per gyrons curved) ist in der Heraldik ein seltenes Heroldsbild im Schneckenschnitt.

Darstellung

Die Schneckenvierung erscheint in der heraldischen Literatur weder einheitlich, noch mathematisch oder geometrisch exakt. Allgemein kann man sie als „Vierung im Schneckenschnitt“ beschreiben beziehungsweise als ein Schild/Feld, das durch eine aus dem oberen und eine aus dem unteren Schild-/Feldrand bis zum Schild-/Feldzentrum verlaufende Figur mit schnecken- respektive wendeltreppenförmig gekrümmten Begrenzungslinien in vier ähnliche geartete Flächen geviert ist.

Die Form und Flächen der Schneckenvierung und die Punkte, an denen die Begrenzungslinien gekrümmt auslaufen, obliegen dem Wappenzeichner, sind aber im Rahmen der Gesamtharmonie eines Wappens umzusetzen. Ein Verstoß gegen die heraldischen Regeln liegt beispielsweise vor, wenn das Motiv den Raum des gesamten Schildfeldes nicht füllt oder disharmonisch beziehungsweise deutlich ungleichartig aufteilt.

„Die Schnecke: Von der Schnecke kommen, allerdings sehr selten, vor:
Schnecken-geviert (Tafel XI. Figur 1.): das heißt, von Silber und Rot vermittelst Schneckenschnitts quadriert oder geviert.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[4]

Wappenbilderordnung

Die Schneckenvierung wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Kugeln, Ringe, Kurvenschnitte unter der Nr. 0947 aufgenommen.

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. Tafel XI. Figur 1.
  2. Wappenbilderordnung. Symbolorum armorialium ordo, hrsg. vom Herold - Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin. Bearb. von Jürgen Arndt und Werner Seeger, 2 Bde, 2. ergänzte u. berichtigte Aufl., Neustadt a. d. Aisch 1990-1996 (kurz: WBO). Bd. 1.: Wappenbilder; Bd. 2: General-Index.
    Editorische Notiz: Zugleich Neubearbeitung des Handbuchs der heraldischen Terminologie von Maximilian Gritzner (Einleitungsband, Abt. B des Neuen Siebmacherschen Wappenbuches, Nürnberg, 1890). S. 101.
  3. Leonhard, Walter: Das grosse Buch der Wappenkunst. Entwicklung, Elemente, Bildmotive, Gestaltung, Bechtermünz-Verlag 2003. S. 165. ISBN 3-8289-0768-7
  4. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.