Schröterkäfer (Wappentier)

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Schrägfliegender Schröter-/Hirschkäfer im Wappen der Familie Schröter

Der Schröterkäfer oder Hirschkäfer (auch SchröterW-Logo.png, Hornschröter, Feuerschröter genannt; frz.: scarabée; engl.: stag-beetle) ist in der Heraldik ein seltenes Wappentier beziehungsweise eine gemeine Figur.

Darstellung

Der Schröterkäfer wird mit seinen großen Zangen den sogenanntem Schrötergeweih im Wappen dargestellt. Zwischen den Zangen hält der Käfer manchmal eine weitere gemeine Figur (z. B. einen Stern oder ähnliches). Er erscheint in Schwarz, aber auch in allen anderen heraldischen Farben. Das Schrötergeweih zählt zur Bewehrung des Käfers und wird teilweise anders als der Käferkörper tingiert (meist in Gold). Kleinere Farbverletzungen kommen bei diesem Motiv vor (beispielsweise sind die Unterflügel manchmal anders eingefärbt als der Rest des Käfers o. ä.). Der Schröterkäfer wird sowohl fliegend als auch mit angelegten Flügeln dargestellt, wobei die fliegende Gestalt zu melden ist.

1889: Schröterkäfer (nach Siebmacher)

Schröterkäfer (Tafel XXI. Fig. 21) kürzer: „Schröter“, kommt vor in vielen Wappen von Familien dieses oder ähnlich klingenden Namens, theils aufrecht, theils schräg, auch mit geöffneten Flügeln. Das Geweih des Schröters|→ Geweih des Schröters (Tafel XXI. Fig. 22) erscheint z. B. im Wappen der von Nicolai in Oesterreich und von Holling am Rhein. Dass die als „Schröterhörner" blasonirten Wappenfiguren von Engern und Brehna nicht solche, sondern „ausgebrochene Seeblätter“ sind, davon wird unten bei diesen (..) die Rede sein.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Schröterkopf

1547: Schröterkopf im Wappen Appentegger (Wappenrolle der Geschlechter­gesell­schaft „Zur Katze“W-Logo.png; nach Hugo Gerhard Ströhl, 1899)

Einen Schröterkopf beziehungsweise den Kopf eines Hirschkäfers (das ist ein „gestümmelter“ Schröter, also nur Kopf und Schrötergeweih) führten nach der Wappenrolle der Gesellschaft „Zur Katze“W-Logo.png die Apotheker („Appentegger“) von Konstanz. Gewöhnlich wird im Wappenwesen weder in der Darstellung noch in der Wappenbeschreibung zwischen einem Schröterkopf (ohne Vorderbeine) und einem Schröterrumpf (mit Vorderbeinen) differenziert. Die genaue Darstellung erfolgt im Rahmen der Gesamtharmonie eines Wappens/Wappenaufrisses und obliegt letzlich der künstlerischen Freiheit.

Schrötergeweih

Die gemeine Figur Schrötergeweih ist - heraldisch stilisiert - dem IdealbildW-Logo.png der Zangen des Hirschkäfers nachempfunden.

Wappenbilderordnung

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.