Bracke (Wappentier)

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1305-1315: Rotgezungtes schwarzes Brackenhaupt mit silbernen Zähnen und Behängen
(Wappen Hartmann von Starkenberg, nach Codex Manesse)
1450-1480: Brackenkopf/-rumpf im Stammwappen der Hohenzollern
Brackenkopf/-rumpf im Wappen derer von Vestenberg

Die Bracke (heraldisch: der Bracke, auch Molosser oder Melossser genannt) ist in der Heraldik ein Wappentier und die am häufigsten dargestellte Hunderasse. Sie geht auf den alten Typ, die Keltenbracke, zurück (siehe dazu: Hundegruppe der BrackenW-Logo.png). Der Bracke wird in Wappen als gemeine Figur oder Schildhalter abgebildet, der Brackenkopf und -hals häufig als Helmzier.

Darstellung

Die Darstellung erfolgt in Form eines starken Hundes mit schmalem Schädel mit deutlich abgezeichnetem Hinterhauptsbein.

Hervorstechendes brackentypisches Attribut sind die breiten und langen herabhängenden Ohren. Diese werden auch als Gehänge blasoniert, das heißt beschrieben. In Wappen wird oft nur der Brackenkopf (Brackenhaupt) als Kopf mit Hals dargestellt. Der Bracke wird meist wachsend, schwarz und mit herausgestreckter Zunge abgebildet. Alle allgemeinen Darstellungsformen für Hunde (springend, schreitend, spürend, sitzend, geschändet, gestümmelt und so weiter) kommen auch im Zusammenhang mit der Bracke vor.

Um den Hals trägt der Bracke oft ein breites Stachelhalsband mit Ringschlaufe. Die Bracken-Halsbänder sind mit Edelsteinen besetzt oder anders hervorgehoben.

Abweichende Darstellungen sind häufig, variieren je nach Aufriß und spiegeln wechselnde Stilrichtungen und -epochen wider. Beispielsweise variiert das Wappen der Stadt Brackenheim je nach Epoche: der Bracken zeigt sich mit unterschiedlichen „Halsungen“ (Halsband, Leitring, Leitseil oder Kette), die Körperhaltung variiert von stehend, suchend, springend bis schreitend mit erhobenem oder gesenktem Kopf. Das derzeitige Wappen existiert in dieser Form seit 1953. Die selbstbewusste Körperhaltung des großen, ausdrucksstarken Tieres soll dabei die steigende Bedeutung der Stadt versinnbildlichen.

Verbreitung

Bereits die Hohenzollern haben seit etwa 1317 den Brackenkopf im Wappen. Die Führung im Wappen soll erkauft sein. Die Fürsten von Reuß (auf dem Wappenhelm) und die Stadt Bad Lobenstein, aber auch Brackenheim (Württemberg) führen ihn im Wappenschild. Im letztgenannten Wappen ist es ein redendes Wappen. Weitere adelige Familien, die einen „wachsenden“ Bracken als Helmzier im Wappen führten, sind zum Beispiel die Fürsten von Öttingen, die Grafen von Nesselrode und die von Heussenstein/Heussenstamm.

Einen Bracken als Kleinod im Wappen führten um 1600 viele österreichische, tiroler und kärntner Geschlechter. Besonders für eine Vielzahl bayrischer, fränkischer, schwäbischer und rheinländischer Adelsfamilien ist der Bracken als Bestandteil des Wappens überliefert.

Abgrenzung

Nach der Literatur von Gert Oswald, Lexikon der Heraldik, wurde in alten Wappenbeschreibungen der Fischotter oft fälschlich für einen Bracken gehalten.[1]

Symbolik

Die Bracke scheint im Mittelalter als Wappentier teilweise „nutzbare Rechte“ wie die Jagdgerechtigkeit zu symbolisieren:

„(..) abgesehen von jenem Brackenrumpf 1317, welcher nutzbare Rechte vorgestellt zu haben scheint (..)“

Oskar Göschen (alias Pusikan, 1877)[2]

Die Bracke gilt außerhalb der Heraldik auch als Symbol für den besiegten Unglauben.

Galerie

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Bracke in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 76.
  2. Pusikan: Über die Bedeutung der Wappenfiguren. Nürnberg. 1877.


Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Bracke_(Wappentier)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 14. Juli 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.