Esel (Wappentier)

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1450-1480: Esel im Wappen derer von RiedheimW-Logo.png
Eselskopf en face mit Distel im Maul (von Riedesel)

Der Esel (frz.: âne; engl.: donkey oder ass) ist in der Heraldik als Wappentier nur durch die großen Ohren und der geringeren Größe vom Wappentier Pferd zu unterscheiden.

Ein gern gewähltes Merkmal zur Unterscheidung ist eine Distel im Maul des Tieres. Eine Zeit lang wurde etwa im 19. Jahrhundert der Esel zum Maultier im Wappen. Alle heraldischen Farben und Formen der Darstellung sind möglich, aber orientiert wird am Pferd. So ist die Grundhaltung stehend mit dem Blick nach heraldisch rechts. Beliebt ist der Eselskopf im Wappenschild oder Oberwappen.

Bekannt ist das Wappen der Familie Ittersum[1]. Im Schild drei Eselköpfe und ein Wappenspruch „Id ter sum“, was so viel wie „dies bin ich dreimal“. Hier nimmt sich der Wappenträger auf die leichte Seite.

Esel (Tafel XVI. Figur 22. bis 26.): Vom Pferde unterscheidet sich durch Ohren und Gestalt auch im Wappen der Esel der, warum ist uns unklar, in den Wappen, wo er vorkommt, zum Beispiel Helldorf, Riedheim, Racknitz, Reichenbach etc. gewöhnlich zum Maulthier degradirt wird. Da es in Wappen doch keine „Schand-Thiere“ giebt, so gewöhne man sich doch daran, jedes Thier beim richtigen Namen zu nennen; unsere alten Heraldiker würden es nie gewagt und noch viel weniger die Altvorderen es gethan haben, ein Bastardthier ins Wappen zu geben oder zunehmen. Den Eselskopf ganz vorwärts gekehrt, wie er im Polnischen Wappen Potkozic vorkommt (Tafel XVI. Figur 25.) nennt man „im Visir" (gestellt). Figur 26. ist ein 12 Esel.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Galerie

Riedesel

Im Stammwappen der uradeligen Familie RiedeselW-Logo.png Freiherren zu Eisenbach aus Hessen erscheint in Gold ein vorwärts gekehrter schwarzer Eselskopf („en face“) mit drei Riedblättern im Maul. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken steht ein offener schwarzer Flug, jeweils mit einem goldenen Schildchen, auf dem sich der Eselskopf wiederholt, belegt.

Riedheimer Esel und Derivate

Das Stammwappen der bayerischen von RiedheimW-Logo.png zeigt in Silber einen steigenden, schwarzen Esel. Auf dem Helm ist der Esel wachsend. Die Helmdecken sind schwarz-silbern. Einige schwäbische Ortswappen zeigen den Riedheimer Esel bis heute.

Helldorfer Esel

Symbolik

  • Der Esel eignet sich für ein redendes Wappen, wie zum Beispiel bei den von Riedesel (mhd. riden/riden und mhd. esel = „Esel/Reitesel“).
  • Außerhalb der Heraldik reicht die Symbolik des Esels von religiöser Sichtweise bis zur Narretei.

Wappenbilderordnung

Siehe auch

Literatur

  1. Lexikon der Heraldik, Gert Oswald, VEB Bibliographisches Institut >Leipzig, 1984
  2. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 85

Weblinks

 Commons: Esel in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Esel_(Wappentier)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 15. August 2010 (Permanentlink: [PERMANENT]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.