Wels (Wappentier)

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Wels
(im Wappen von Klein Welzheim)

Der Wels (auch Waller, Schaidfisch sowie mit zahlreichen Abwandlungen dieser Namen bezeichnet; mittelhochdeutsch: walre = Wels; frz.: silure; engl.: catfish) ist im Wappenwesen ein seltenes Wappentier beziehungsweise eine wenig verbreitete gemeine Figur.

Darstellung

Verbreitungsgebiet des Europäischen Welses.
  • Ursprüngliches Verbreitungsgebiet
  • Küstenvorkommen
  • durch den Menschen etablierte Vorkommen
  • In der Frühzeit der Heraldik ist der Wels als Wappenmotiv nicht gebräuchlich. Erst in der neueren Heraldik werden Welse im Wappen geführt. Die in Wappen dargestellten, heraldisch stilisierten Welse sind nicht einem bestimmten natürlichen Fisch aus der Familie der Echten WelseW-Logo.png (Siluridae) nachgebildet. Vielmehr lehnen sie sich an das IdealbildW-Logo.png eines Welses an. Wenn überhaupt, gehört zu den Vorbildern für die gemeine Figur eine europäische Welsart wie zum Beispiel der europäische WelsW-Logo.png (silurus glanis) oder der AristoteleswelsW-Logo.png (silurus aristotelis).

    Die ideal-heraldische Welsfigur sollte mit einem gekrümmte bis s-förmigen Körper, einem flachgedrückten Kopf mit breitem Maul sowie mit einem Paar Barteln am Oberkiefer und ein oder zwei am Unterkiefer aufgerissen werden. Eine Rückenflosse (mit weniger als sieben Flossenstrahlen) sollte gar nicht (oder nur winzig) bei der heraldischen Figur angedeutet werden. Normalerweise soll das Motiv ohne Flossenstachel und ohne Fettflosse, aber mit langer Afterflosse erscheinen. Auch wenn ein Wels durch die vereinfachte heraldische Darstellung teilweise deutlich von der zoologisch gegebenen Realform abweicht, sollte er doch in einem Wappen immer als solcher erkennbar sein. Ein flachgedrückter Wels im Profil (wie zum Beispiel im Wappen Ruschweiler) gilt es zu vermeiden; statt dessen sollte die Figur immer feld-/schildfüllend dargestellt sein.

    Die bevorzugte Richtung im Wappen richtet sich, wenn nichts anderes gemeldet wird, wie bei anderen Wappentieren auch nach heraldisch rechts. Die genaue Ausprägung oder Stellung der Wels-Wappenfigur (schwimmend, gekrümmt, steigend, schrägrechts gekehrt et cetera) sollte in der Wappenbeschreibung angezeigt werden. Für die Welsfigur sind alle heraldischen Farben möglich, nur sollten die Farbregeln der Heraldik eingehalten werden (bevorzugt wird der Wels in Gold oder Silber dargestellt). Wenn der Beflossung oder die Barteln der Wappenfigur eine andere Farbe besitzen als der Rest der Figur, ist dies zu melden.

    Wappenbilderordnung

    Symbolik

    Innerhalb das Wappenwesen wird der Wels teilweise für sprechende Wappen genutzt (beispielsweise in den Wappen Klein Welzheim und Welsleben).

    Erdbeben-Wels

    1855: Kashima Daimyōjin, der den Erbeben-Wels (wieder) in seiner Gewalt hat.

    Außerhalb des Wappenwesens und Europas existiert die Legende vom „Erdbeben-Wels“:

    „In der Edo-Zeit war die Gottheit von Kashima (damals eher unter dem Namen Kashima Daimyōjin bekannt) vor allem für ihre Fähigkeit berühmt, Erdbeben zu kontrollieren. Davon zeugt bis heute der so genannte Kaname-ishi (dt. Schlussstein), ein Felsen, der in einem Seitenschrein verehrt wird. Dieser Fels ragt angeblich tief ins Erdreich und hält den Riesenwels (ō-namazu), der in der Sage für den Ausbruch von Erdbeben verantwortlich ist, unter der Erdoberfläche. Da die Kraft des Felsens allein nicht ausreicht, den Riesenwels zu kontrollieren, wurde Kashima Daimyōjin angerufen, der mit seinem Schwert dabei helfen sollte, den Kopf des Welses am Erdgrund festzuhalten. Der Riesenwels mit dem Schlussstein auf dem Rücken wurde auf einigen Farbholzschnitten nach dem großen Erdbeben des Jahres 1855 abgebildet. Gelegentlich finden sich auch Abbildungen von Kashima Daimyōjin, wie er versucht, den Wels mit dem Schwert unter Kontrolle zu halten.[1]

    Wikipedia (2015)[2]

    Weblinks

     Commons: Welse in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

    1. Albrecht und Gisela Rabitz, When the namazu shakes its body. Japanese catfish prints published after the Ansei earthquake in 1855, in „Andon“, Bulletin of the Society for Japanese Arts, Nr. 88, Juli 2010, S. 5–27 (englisch)
    2. Seite „Kashima-jingū“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. Januar 2015, 22:48 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kashima-jing%C5%AB&oldid=137393340 (Abgerufen: 9. Februar 2015, 17:50 UTC)