Hecht (Wappentier)

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Hecht
 
zusammengebogen, mit roten Flossen
 
schwimmend
(nach Siebmacher)
Europäischer Hecht (Esox lucius)
1656: Drei Hechte im Wappen von Thomas LucyW-Logo.png (redend: „luces“ = dt. Hechte)
Wappen der Familie Eresztvényi

Der Hecht (frz.: brochet; engl.: lucy oder pike) ist in der Heraldik als Wappentier eine gemeine Figur.

Darstellung

Die in Wappen dargestellten, heraldisch stilisierten Hechte sind nicht einem bestimmten natürlichen Fisch aus der Gattung der HechteW-Logo.png (Esox) nachgebildet. Vielmehr lehnen sie sich an ein IdealbildW-Logo.png des spindelförmigen Raubfisches an und betonen den typischen walzenförmigen (seitlich nur wenig abgeflachten) Körper, das charakteristische weite, entenschnabelförmige Maul mit den nach hinten gebogenen, spitzen Zähnen (Hundszähne, Fang- und Bürstenzähne, insgesamt etwa 700). Dass beim Hecht Rücken- und Afterflosse weit nach hinten verlagert sind und zusammen mit der Schwanzflosse eine Art Ruder bilden, sollte in einem Aufriss der heraldischen Figur übertrieben deutlich erscheinen, wobei es sich in der Stilisierung von den gegebenen Realtypen abgrenzen kann.

Die bevorzugte Richtung im Wappen richtet sich, wenn nichts anderes gemeldet wird, wie bei anderen Wappentieren auch nach heraldisch rechts. Die genaue Ausprägung oder Stellung der Hecht-Wappenfigur (schwimmend, gekrümmt, steigend, schrägrechts gekehrt et cetera) sollte in der Wappenbeschreibung angezeigt werden. Für die Hechtfigur sind alle heraldischen Farben möglich, nur sollten die Farbregeln der Heraldik eingehalten werden. Wenn der Beflossung des Wappenmotivs eine andere Farbe besitzt als der Rest der Figur, ist dies zu melden.

Hecht (Tafel XX. Figur 40. 41. 42.): kenntlich an schlanker Bauart und dem sehr spitzen Kopfe (..)“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Hechtkopf

„(..) ein Hechtkopf soll Tafel XX. Figur 41. (aus Grünenberg) sein.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Hecht mit Flügeln

Einen geflügelten Hecht führen die von Hechthausen. Diese Figur erscheint auch im Wappen des gleichnamigen Ortes.

Hecht als Nebenfigur

Manchmal wird die Figur Hecht mit anderen gemeinen Figuren in einer besonderen Form kombiniert, wobei zum Beispiel der Hecht etwas hält -- oder selber gehalten oder gefressen wird.

Hechte in Familienwappen

Es gibt eine Reihe von Familienwappen mit Fischmotiven, die man in der Literatur zuweilen als Hechtfiguren interpretiert. Ob tatsächlich ein Hecht in einem Wappen erscheint, ist im Einzelfall anhand der Quellen und Unterlagen zum jeweiligen Wappen zu verifizieren oder zu falsifizieren.

„(..) Hechte führen im Wappen zum Beispiel die von Hecht in Bayern, die von Rieben und von Gadow in Mecklenburg, die von Hartitzsch in Sachsen (2 dergleichen abgewendet) von Kreckwitz in Schlesien (alias diese: Häringe!) und Andere (..)“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Hecht im Clan Ged

Der Hecht ist das Wappentier des schottischen Clans Ged.

Symbolik

Der Hecht steht als Protagonist im Zentrum der Sage vom „Hecht im Kaiserwoog“W-Logo.png (Kaiserlautern) beziehungsweise in ähnlicher Form im Mittelpunkt der Sage vom „Böckinger RiesenhechtW-Logo.png (Heilbronn).

Wappenbilderordnung

Weblinks

 Commons: Hechte in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 94