Lachs (Wappentier)

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Lachs/Salm/Huchen
 
Zwei Lachse/Salme pfahlweise abgwendet
 
abwärts gebogen
(nach Siebmacher)
Lachs/Salm (hier: ein Huchen, Unterwasseraufnahme aus der Drina in Serbien)
Muster: Salme, abgewendet, leicht gekrümmt, mit Fettflosse
(Gestaltung: © Rolf Zobel)

Der Lachs (auch Salm oder Huchen genannt; frz.: saumon; engl.: salmon) ist im Wappenwesen ein Wappentier beziehungsweise eine gemeine Figur.

Darstellung

Die in Wappen dargestellten, heraldisch stilisierten Lachse sind nicht einem bestimmten natürlichen Fisch aus der Gattung der LachseW-Logo.png nachgebildet. Vielmehr lehnen sie sich an das IdealbildW-Logo.png eines Lachses an, der durch den charakteristischen langgestreckten, spindelförmigen Körper, den abgeflachten Kopf, dem großen Maul, den kleinen Schuppen, der relativ großen Fettflosse und einer eingekerbten Schwanzflosse gekennzeichnet ist. Wenn überhaupt, gehört zu den Vorbildern für die gemeine Figur eine europäische Lachsart wie zum Beispiel der HuchenW-Logo.png (auch Donaulachs, Rotfisch oder Donauzalm genannt; lat.: hucho hucho), dessen Name manchmal in Wappenbeschreibungen zu finden ist. Lachse sind SalmonidenW-Logo.png und sind in der Natur unter anderem an ihrer Fettflosse zu erkennen. Teilweise grenzt sich die vereinfachte Darstellung eines Lachses als Wappenfigur deutlich von der zoologisch gegebenen Realform und deren typischen Merkmalen ab und erscheint manchmal eher wie eine Barbe, teilweise sogar ohne Fettflosse.

Salme (Lachse) (Tafel XX. Figur 39): gewöhnlich in Barbenstellung, kommen vor im Wappen des Hauses Salm und nicht selten in anderen Rheinischen Wappen; sie unterscheiden sich von der Barbe nur dadurch, dass sie etwas hechtartigeren Kopf haben; die „Sprossen" hängen auch ihnen aus dem Maule. Ein solcher Fisch soll auch (Tafel XXI. Figur 3) – nach Grünenberg – sein.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Die bevorzugte Richtung im Wappen richtet sich, wenn nichts anderes gemeldet wird, wie bei anderen Wappentieren auch nach heraldisch rechts. Die genaue Ausprägung oder Stellung der Lachs-Wappenfigur (schwimmend, gekrümmt, steigend, schrägrechts gekehrt et cetera) sollte in der Wappenbeschreibung angezeigt werden. Für die Lachsfigur sind alle heraldischen Farben möglich, nur sollten die Farbregeln der Heraldik eingehalten werden. Wenn der Beflossung des Wappenmotivs eine andere Farbe besitzt als der Rest der Figur, ist dies zu melden.

Salme: Wappen Salm und Derivate

c. 1475–1500: Wappen Graf von Salm (heraldisch links; Wernigeroder Wappenbuch)
1531: Lachse im Wappen von Nikolaus II von Salm und Neuburg am Inn
(Szépművészeti MúzeumW-Logo.png, Budapest)

Das Haus Salm führt den Lachs (=„Salm“) als redendes Motiv im Wappen.

Das Wappentier des Hauses Salm erscheint bis heute in einer Reihe aktueller Gemeindewappen oder Ortswappen, zum Beispiel:

Wappenbilderordnung

Symbolik

Außerhalb der Heraldik erzählt ein altfinnischer Mythos davon, dass der Blitz in Form einer „bunten Schlange“ in die Meerestiefe fiel, wo sie ein Lachs verschlang. Aus dem Bauch des Lachses sollen die Menschen die glimmenden Funken des Himmelsfeuers geholt haben.[2]

Weblinks

 Commons: Lachse in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 95
  2. Lexikon der Symbole: Blitz. Knaurs Lexikon der Symbole. 1989, 1994, 1998. S. 162