Tulpe (Heraldik)

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Tulpe im Wappen von Grossdeinbach
61. Tulpe;
62. Tulpenknospe
(gemäß Siebmacher)

Die Tulpe (frz. tulipe, engl. tulip) ist in der Heraldik eine seltene gemeine Figur.

Darstellung

Das Motiv Tulpe erscheint in Wappen meist in einer Form, die nur wenig vom natürlichen Vorbild abweicht und vergleichsweise wenig heraldisch ornamentiert ist. Wird nichts anderes gemeldet, besitzt das Motiv einen Stiel, keine oder eine beliebige Anzahl wechselständig angeordneter Laubblätter (je nach Wappenerfordernis) sowie eine dreizählige, glocken- bis napfförmigen entfaltete Blüte. Spezielle Attribute (geschlossene Tulpenblüte, bestimmte Anzahl an Laubblättern etc.) sind zu melden.

Alle heraldischen Farben sind gebräuchlich, wobei Stiel und Laubblätter oft eine andere Tinktur besitzen als die Blüte.

Tulpen (Tafel XXIV. Figur 61. 62.): in der bekannten Form, entweder entfaltet (Figur 61.) oder als Knospe (Figur 62.).“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Wappenbilderordnung

Die Tulpe wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) unter der Nr. 2772 aufgenommen.

Galerie

Symbolik

  • Das Wappen/Emlem des Iran zeigt ein tulpenblütenartiges Emblem, das aus vier Mondsicheln und einem Schwert gebildet ist. Dieses Symbol ist in der persischen Mythologie verwurzelt und verweist auf die Vorstellung, daß dort, wo das Blut eines Kämpfers für sein Land vergossen wurde, eine Tulpe wachse.
  • Der Tulpe wird Schönheit ohne Verdienst[2] nachgesagt.

Weblinks

 Commons: Tulpen in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  2. Adam Breysig: Wörterbuch der Bildersprache. Oder kurzgefaßte und belehrende Angaben symbolischer und allegorischer Bilder und oft damit vermischter konventioneller Zeichen. Zugleich Versuch eines Zierathwörterbuchs. Vogel, Leipzig 1830, S. 745.