Turnierkragen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Dieser Beitrag beschreibt das Beizeichen Brücke; das Bauwerksmotiv Brücke wird unter Brücke (Heraldik) erläutert.
(schwebender) Turnierkragen in einem Wappenschild
um 1460: Turnierkragen
(Wappen otto von kerppin nach Berliner Wappenbuch)
1605: Turnierkragen im Wappen von EfferenW-Logo.png, einer Seitenlinie der OverstolzW-Logo.png (erste Erwähnung 1197 mit Gottschalk Overstolz; nach Siebmacher)

Der Turnierkragen (auch als Bank, Steg, Rechen, Brücke, Heurechen oder anders bezeichnet; französisch lambel; englisch label) ist in der Heraldik als Beizeichen bekannt. Das Motiv findet sowohl als gemeine Figur, wie auch als Heroldsbild Verwendung.

Darstellung

Der Betrachter sollte sich das Bild des Turnierkragens wie eine stilisierte, seitliche Brückenansicht vorstellen. Die „Brückenpfeiler“ werden als Lätze benannt und in der Regel sind es drei. Fünf oder vier sind möglich. Der Turnierkragen wird in der Regel im Wappenschild schwebend im Schildhaupt dargestellt. Auch gibt es Wappen mit mehreren Kragen. Die in der Kirchenfahne herabhängenden Hängeln sind keine Lätze. Der Turnierkragen kann auch in einer Form erscheinen, die von Schildrand zu Schildrand reicht. Die Tinkturen sind abhebend von der Schildfarbe. Die heraldische Farbregel wird dabei aber ignoriert. Die Funktion des Turnierkragens ist in vielen Wappen nicht mehr zwangsläufig die eines Beizeichens. Die Auflage im Wappen als Beizeichen dient zur Kennzeichnung für den Sohn und als Unterscheidung sonst gleicher Wappen vom Vater.

In Frankreich war und in England ist dieses Zeichen verbreitet. So wird der Turnierkragen in der englischen Heraldik mit Rosen, Lilien, Herzen und auch Wappentieren oder anderen gemeinen Figuren belegt.

Siebmacher

Turnierkragen (Tafel IV. Figur 51. 52.): wird gewöhnlich als Beizeichen (worüber dort Näheres) jüngerer Linien angewandt und dann meistens im Schildhaupt oder auf den Schultern von Tieren angebracht, oft schwebend, oft auch durchgehend, kommt aber auch, besonders am Rhein, als gemeines Wappenbild vor. Die zinnenförmigen Ansätze sind stets nach unten gerichtet, deren Anzahl beträgt drei, vier oder mehr, sie laufen teils senkrecht herab, teils gehen sie breiendig zu und heißen Lätze. Man belegt sie, besonders in der englischen Heraldik, noch mit weiteren Beizeichen, behufs Unterscheidung der Wappen von Geschwistern.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Galerie

Wappenbilderordnung

Der Turnierkragen wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Senkrechte und waagerechte Teilungen in Kombination unter der Nr. 0229 aufgenommen.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Turnierkragen in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 26.


Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Turnierkragen“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 30.Mai 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.