Berg (Heraldik)

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werden erst in der neueren heraldischen Literatur möglichst exakt voneinander abgegrenzt; in der Früh-/Hochblüte der Wappenkultur ist die Gestaltung der Wappenfiguren keineswegs in jedem Fall eindeutig.

Bergfiguren
 
Heraldischer Berg
(hier: gemeiner →­Dreiberg)
 
Natürlicher Berg
(nach WBO, Nr.: 1111)
Anmerkung:
Der (gemeine/heraldische) Berg besteht aus bogenförmigen Erhöhungen; die genaue Anzahl solcher „Kuppeln“ (zwei, drei, vier, fünf, sechs usw.) und deren Anordnung sowie die Position des Bergs sollten gemeldet werden, wenn sie von der jeweiligen Normalform abweichen.

Der Berg (frz.: montagne, mont, tertre, colline, ou parfois terrasse; engl.: mountain, mount, hill, hillock) ist eine Wappenfigur in der Heraldik, die in vielen Varianten dargestellt wird. Er kann eine gemeine Figur oder ein Heroldsbild im Wappen sein.

Darstellung

In der Kunstsprache der Heraldik ist der unspezifische Oberbegriff „Berg“ eher ungebräuchlich. Die meisten Blasonierungen qualifizieren sehr genau, welcher Berg im jeweiligen Wappen dargestellt werden soll, weil die einzelnen Gestaltungen gravierend voneinander abweichen. Gebräuchliche Schildfußfiguren beziehungsweise heraldische Berge sind:

Muster-Schildfuss.png Muster-Hügel.png Muster-Zweiberg.png Muster-Dreiberg.png Muster-Vierberg.png Muster-Fünfberg.png
Muster-Sechsberg.png Muster-Siebenberg.png Muster-Zehnberg.png Muster-Zwölfberg.png Siebmacher Schroffen.jpg


Berge werden manchmal neben ihrer ursprünglichen Form als Spitzberg, Flammenberg oder ähnlich dargestellt, was zu melden ist (dabei werden z. B. Spitzen oder andere Wappenfiguren zur Darstellung des Berges verwendet). Weitere Berg-Abarten sind:

Wird der Oberbegriff „Berg“ im Blason ohne weitere Angaben verwendet, folgt die Bergdarstellung im Wappen in der modernen Heraldik manchmal den örtlichen Gegebenheiten, der Interpretation des Wappenkünstlers oder einer naturalistischen Umsetzung, was in der klassischen Heraldik gänzlich unüblich war. Der Berg wird meist in der unteren Schildpartie bzw. im Schildfuß untergebracht. Von dort reicht er vielfach bis zur Schildmitte oder sogar darüber hinaus.

Berge in der Züricher Wappenrolle

In der Züricher Wappenrolle, die ca. zwischen 1335 bis 1345 angelegt wurde, finden sich zahlreiche Wappen, mit Bergfiguren in unterschiedlichen Ausprägungen (sowohl als Hauptfigur, als auch als Nebenfigur, je nach Zählweise etwa ein Zweiberg, zwanzig Dreiberge, elf Vierberge, vier Zehnberge [einer davon brennend], ein Zwölfberg, ein Sechzehnberg und ein „Blätterberg“). Auffallend ist, dass die Urheber der Rolle keine Fünf-, Sechs-, Sieben-, Acht- und Neunberge aufgerissen haben. Nachstehend aus dem Werk ein paar Beispiele (Aufriss Heinrich Runge):

Weitere Beispiele

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Berge im Wappen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Blason: In Gold unter einer liegenden schwarzen Hirschstange auf hohem grünem Berg eine rot bedachte silberne Burg, zu der ein goldener Weg hinaufführt.
  2. Blason: Von einem silbernen Wellenbalken durchzogenen und mit einem silbernen Schild, darin ein dreisprossiger roter Steigbaum, belegten stumpfwinkelig abgeplatteten Berg eine rote Windmühle, beidseits begleitet vorn von einem Paar schwarzer Pflugschare und hintern von einem schwarzen mit elf silbernen Nagelkuppen versehenen Hufeisen.
  3. Blason auf pellez.de: In Gold unter einer liegenden schwarzen Hirschstange auf hohem grünem Berg eine rot bedachte silberne Burg, zu der ein goldener Weg hinaufführt.
    Blason in der WikipediaW-Logo.png: Über gekürzter, eingeschweifter Spitze, darin in Silber ein roter Vulkangipfel mit schwarzem Rauch, in Blau vorne nebeneinander drei nach links unten kürzer werdende silberne Orgelpfeifen und hinten eine silberne, leicht nach rechts weisende Ähre.
  4. Blason: Wappen silber, im Schildfuß ein grüner Berg, belegt mit einer Wellenleiste, darüber ein roter Turm mit Spitzdach und goldenem Kreuz, beidseitig begleitet von einem grünen Eichenblatt.
  5. Blason: In Blau ein gewellter goldener Berg, davor ein roter spätgotischer Kirchturm mit achtseitigem silbernen Helm. Beiderseits desselben je ein schwebender, bewurzelter silberner Eichbaum.
  6. Blason: In Schwarz über einem silbernen natürlichen Felsenberg ein goldener Schrägbalken, belegt mit drei sechsstrahligen schwarzen Sternen. Das Wappen wird seit 1978 benützt.
  7. Blason: In Silber unter einer schwebenden blauen Krone einen hohen, kegelförmigen Berg, der im Fuß mit einem goldenen Wellenbalken belegt ist.