Salzkristall (Heraldik)

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In der Früh-/Blütezeit des Wappenwesens sind Salzkristallfiguren nicht gebräuchlich.
Salzkristall
 
Meersalz-Naturkristalle
 
Durch einen aus neun Salzkristallen gebildeten Balken geteilt
(Bad NauheimW-Logo.png)

Salzkristall (auch kurz: Kristall genannt; engl.: salt crystal) ist in der neueren Heraldik ein mißverständlicher Ausdruck für mehrere unterschiedliche gemeine Figuren oder Heroldsbilder, die sich im Detail voneinander unterscheiden.

Darstellung

Der Ausdruck „Salzkristall“ wird vermutlich zum ersten Mal im Kontext mit dem Wappen von Bad Nauheim verwendet, das im Jahre 1856 gestaltet und 1913 durch den Großherzog von Hessen genehmigt wurde.[1] Die sogenannten „Salzkristalle“ erscheinen in dem Wappen als neun facettierte (oder als neun damaszierte) Quadrate und bilden zusammen einen Balken, der den Wappenschild teilt.

Da die heraldische Kunstsprache vergleichsweise präzise Ausdrücke für jene Wappenfiguren bereithält, die in einigen Wappenbeschreibungen unscharf als „Salzkristall“ charakterisiert werden, sollte man nach Möglichkeit im Blason auf diesen Terminus verzichten. Gebräuchliche Wappenfiguren, die in der Symbolsprache der Wappenstifter als „Salzkristall“ interpretiert werden, sind zum Beispiel:

Die Farbgebung jener Figuren, die vorgeblich „Salzkristalle“ symbolisieren sollen, richtet sich nach den speziellen heraldischen Regeln für die jeweilige Figur (wenn nichts anderes erwähnt wird, nach den allgemeinen heraldischen Regeln). Das gleiche gilt für die genaue Form, bei mehreren Figuren für die Stellung zueinander oder für andere Attribute jener Figuren. Abweichungen sollten in der Wappenbeschreibung gemeldet werden.

Derivate

Die unterschiedlichen, oben genannten und weitere heraldischen Figuren, die vorgeblich Sinnbilder für „Salzkristalle“ darstellen sollen, werden teilweise abwechselnd bei der Darstellung ein und desselben Wappens benutzt. Zum Beispiel erscheinen „Salzkristalle“ in verschiedenen Wappenaufrissen von ein und demselben Wappen mal als „Quadrate“, ein anderes mal als „Kantenwürfel“ oder noch anders (vgl. die Wappenaufrisse von Salz, Westerwald). Solche Ungenauigkeiten gilt es zu vermeiden.

Siehe auch

Eine Fülle verschiedenster Motive, die alle im Zusammenhang mit SpeisesalzW-Logo.png, der SalzgewinnungW-Logo.png, der Salinenarbeit, dem Salzrecht et cetera stehen, hat die Heraldik als Wappenbilder aufgenommen. Dazu zählen zum Beispiel Salzhaken, Salzkufen, Salzscheiben, Salzkrücke, Boote mit Salzladung, Salzpfannen, Gradierwerke, Solebrunnen und so weiter.

Es gibt zahlreiche überlieferte (alchemistische) Symbole für Salz. Wenn diese als Wappenfigur erscheinen, deutet man die entsprechende Figur manchmal als Salzmotiv. Beispielsweise gleicht die Wappenfigur Sester, die unter anderem als Ring mit waagerechtem Durchmesserbalken erscheint, dem überlieferten alchemistische Zeichen für Salz beziehungsweise der „Greiflichkeit“ (Salz wird in der Alchemie nicht mit Natriumchlorid gleichgesetzt, sondern wird neben Sulphur und Mercurius als drittes Urprinzip respektive als ElementsymbolW-Logo.png verstanden[2]).

Symbolik

  • Innhalb der Heraldik sind die Motive, die mit Salz, seiner Gewinnung, der Salinenarbeit, dem Salzrecht et cetera zu tun haben als eine Art redende Figuren gebräuchlich, inbesondere wenn die Namen der Wappenführenden (Gemeinde-, Familiennamen) Salz, Salt, Salzuflen oder ähnlich lauten.
  • Außerhalb der Heraldik stehen Motive, die in in welcher Form auch immer auf Salz oder Salzkristalle darstellen, meist als Symbole für „Reichtum“ oder als Verweise auf das Salzhandwerk, Salzrechte, die Salinenarbeit oder ähnliches. Je nach Kultur und Zeitgeist wird Salz/„Sal“ jedoch in zahllosen Symbolzusammenhängen erwähnt und genutzt (Salz der Weisheit, symbolische Reinigung bei Sühneopfern, Schutz vor Gefahren und Dämonen, Bindung zwischen Gott und seinem Volk et cetera).

Weblinks

 Commons: Salz in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Freydank, H,: Salinengeräte in der Heraldik. In: Saline, Jahresheft Nr. 4 f. d. Verein. Dt. Salinen. 1939, S. 37-70.
  2. Lexikon der Symbole: Salz. Knaurs Lexikon der Symbole, S. 925
  3. Blason: In Rot ein silbernes Salzfass mit goldenen Beschlägen auf einem grünen Dreiberg.