Dreiberg

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Dreiberg
(nach WBO, Nr. 1123)
1305-1315: Dreiberg, darüber zwei Hörner
(redendes Wappen Bruno von HornbergW-Logo.png nach Codex Manesse)
1905–1909: Als Heroldsbild: Klassischer Dreiberg
(nach Meyers Großes Konversations-Lexikon)
Hinten, als gemeine Figur: Schwarzer schwebender Dreiberg (Elzach)
Jüngling breitspurig vorwärts gekehrt, nackt auf Dreiberg

Der Dreiberg (frz.: mont, tertre á trois coupeaux; engl: triple mount) ist eine beliebte Wappenfigur in der Heraldik. Sie besteht aus einer Fläche mit drei bogenförmigen nach oben gewölpten Kreisteilen, von denen das mittlere Kreisteil gewöhnlich die beiden anderen überragt. Die Fläche sieht wie ein „Berg mit drei symmetrisch angeordneten Kuppen“ aus, daher der Name und kann eine gemeine Figur oder ein Heroldsbild im Wappen sein.

Darstellung

Meist ist der Dreiberg in der unteren Schildpartie bzw. im Schildfuß untergebracht. In diesem Fall ist er ein Heroldsbild, weil er als Wappenschnitt von Schildrand zu Schildrand verläuft. Im Schildfuß dient er gewöhnlich einer anderen primären Wappenfigur (Tier, Pflanze, Gebäude o. ä.) als Standfläche (Postament).

Nur selten findet man den Dreiberg als freie, selbständige Gemeine Figur im Wappenbild. Ist dies der Fall, dann muß es bei der Wappenbeschreibung gemeldet werden.

„(..) Dreiberg und zwar aus dem Schildesfuße wachsend. Schwebt ein Berg frei, so wird dies gemeldet, obwohl dadurch kein entscheidendes Merkmal zweier Wappen gegeben ist; silbern in Rot schwebend: Silberberg, Kärnten (..); rot in Silber: Rötenberg, Allgäu; grün in Gold (schwebend): Hombergk, Hessen; gold in Schwarz (Aschfarbe): Aschau, Bayern (..)“

Otto Titan von Hefner (1861)[1]

In der Regel wird er grün tingiert und ohne Konturlienen zwischen den drei Kreisteilen dargestellt. Eine abweichende Tingierung ist genauso zu melden wie zum Beispiel folgenden Besonderheiten:

  • Spitzen statt Kuppen (in diesem Fall entfällt die Bezeichnung Dreiberg)
  • Abgeflachte Kuppen („abgeflachter Dreiberg“; kommen in der klassischen Heraldik nicht vor)
  • Flachgewölbte Kuppen („flachgewölbter Dreiberg“)
  • Naturalistische Darstellung
  • Besetzung mit einer Blume („blühender Dreiberg“)
  • Belegungen (z. B. „(..) Dreiberg, der mit einem (..) Dreiberg belegt ist“ o. ä.)
  • Erhöhungen („erhöhter Dreiberg“)
  • Säume (z. B. „(..) gesäumter (..) Dreiberg“)
  • ... und so weiter

Weitere Berge

  • „Spitzberg“: Ein Dreiberg, dessen mittlere Kuppe in eine Spitze ausgezogen ist, nennt man „Spitzberg“.
  • „Gebirge“: Wenn im Blason von einem „Gebirge“ die Rede ist, ist das Übereinandersetzen von Dreibergen im Wappen gemeint.
  • „Flammenberg“: Brechen aus den Kuppen des Dreibergs Flammen hervor, ist er als „Flammenberg“ zu blasonieren.
  • „Schroffen“: Ist die Anzahl der Kuppen über sechs, wird in der Heraldik von Schroffen[2] gesprochen. In diesem Fall sind die Kuppen häufig kleine Zacken. Schroffen mit Flammen sind als brennende Schroffen bekannt.
  • „Verwandte“ des Dreibergs sind der Zwei-, Vier-, Fünf- und der Sechsberg, die über eine entsprechende Anzahl Kuppen verfügen, aber nicht so häufig wie der Dreiberg vorkommen.

Verbreitung

Ein Dreiberg findet sich häufig in Schweizer Gemeinde- und Familienwappen. Zwei-, vier-, fünf- oder sechskuppige Berge sind insgesamt nicht so verbreitet, auch wenn der Sechsberg sowohl in der schweizerischen, als auch in der italienischen Heraldik genauso beliebt ist wie der Dreiberg.

Abgeflachte Dreiberge kommen oft in modernen Ortswappen in Nord-Deutschland, insbesondere in Schleswig-Holstein vor. Der klassischen Heraldik sind „abgeflachte Dreiberge“ unbekannt.

Galerie

Wappenbilderordnung

ca. 1340, redendes Wappen: Henne, die auf einem Berg/Dreiberg steht
(von HennebergW-Logo.png; nach Zürcher Wappenrolle)

Symbolik

Im Wappenwesen ist der Dreiberg teilweise eine Wappenfigur, die symbolisch bzw. redend für einen Familiennamen steht, der ein Morphem wie {-Stein-}, {-Fels/en-}, {-Berg-} oder ähnliches beitzt (bespielsweise erscheint im Wappen derer von HennebergW-Logo.png eine „Henne“ auf einem „Berg/Dreiberg“). Deutungen, die in den Dreiberg-Figuren bestimmter Wappen Nachbildungen von natürlichen Bergen sehen (beispielsweise der Drei ZinnenW-Logo.png, der Berge Tátra, Matra und Fatra oder von GolgathaW-Logo.png), sind gewöhnlich nachträglich konstruiert und bei der Stiftung/Annahme/Verleihung des entsprechenden Wappens zumeist nicht belegbar oder unbekannt.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Dreiberge im Wappen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Berge im Wappen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hefner, Otto Titan von: Handbuch der theoretischen und praktischen Heraldik. Weißenburg, Nordgau. 1861. S. 89 Tafel 610
  2. Walter Leonhard: Das große Buch der Wappenkunst. Verlag Georg D.W. Callwey, München, 1978
  3. Blason: In Gold ein erniedrigter, blauer Wellenbalken, belegt mit zwei goldenen Wellenleistenstäben; oben ein schwarzer Auerochsenkopf im Visier, unten ein grüner Dreiberg. Die Gemeindefarben sind Schwarz-Gelb-Blau.
  4. Blason: In Grün ein schräglinker silberner Wellenbalken, begleitet oben von drei goldenen Eichenblättern in der Stellung 2 : 1, unten von einem schräggestellten, schwebenden goldenen Dreiberg.
  5. Blason: Unter dem roten Ravensberger Sparren auf einem roten Dreiberg, der mit zwei silbernen Rosen (für Senne II) mit goldenen Butzen und grünen Kelchblättern belegt ist, drei naturfarbene Bäume.
  6. Blason: Schild gespalten; vorne in Gold auf halbem grünem Dreiberg der vordere Teil einer schwarzen Henne am Spalt, hinten in Rot eine silberne Gerstenähre.
  7. Blason: In Rot über einem goldenen Dreiberg, der seinerseits mit einem roten Dreiberg belegt ist, eine geöffnete silberne Schere, darüber eine liegende goldene Vogelkopffibel.
  8. Blason: In Silber ein aus einem blauen, goldgesäumten Dreiberg wachsender, golden gekrönter schwarzer Esel; der Dreiberg ist belegt mit einem querliegenden roten Winkelhaken.
  9. Blason: Auf goldenem Felde ein roter mit goldener Pflugschar belegter Dreiberg, auf dem eine grüne Linde steht.
  10. Blason: Über einem abgeflachten silbernen Dreiberg von Rot und Grün geteilt durch einen sich nach oben verjüngenden Schrägbalken, dieser oben von einem gegenläufigen kurzen schwebenden silbernen Balken gekreuzt. Oben eine silberne Pferdegruppe, unten ein silberner Pflug.
  11. Blason: Von Gold und Blau über einem stark abgeflachten silbernen Dreiberg erhöht geteilt. Oben ein schräglinks gestelltes grünes Eichenblatt und ein roter Pferdekopf, unten ein silberner Bartenwal.
  12. Blason: Über erniedrigtem roten Dreiberg und in diesem wurzelnd in Silber drei aus einer Wurzel wachsende, eine gemeinsame Krone bildende natürlich tingierte Birken.
  13. Blason: Erhöht geteilt von Gold und Grün durch einen abgeflachten grünen Dreiberg. Oben drei grüne Laubblätter, unten ein aufgeschlagenes goldenes Buch überdeckt mit einer goldenen Ähre.
  14. Blason: Über einem flachgewölbten goldenen Dreiberg, dieser belegt mit einem aus drei Tragsteinen und einer Deckplatte bestehenden roten Steingrab, in Grün eine silberne, golden bewehrte Gans.
  15. Blason: In Gold auf einem flachgewölbten grünen Dreiberg, dieser belegt mit einer 24-teiligen silbernen Seerosenblüte mit goldenem Butzen, zwei schwarze Tannen.
  16. Blason: Von Rot und Blau durch ein schmales silbernes Wellenband, bestehend aus einem halben Wellental, einem abgeflachten Wellenberg und einem halben Wellental, gesenkt geteilt. Oben ein goldene Schale, der eine achtstrahlige silberne Fontäne entspringt, unten eine goldene Rapsblüte, belegt mit einer achtblättrigen blauen Kornblume.
  17. Blason: In Blau drei silberne Spitzen, deren mittlere bis zum Schildrand reicht, darin ein roter Ammonit.
  18. Blason: In Blau schneiden zwei blaue Wellen drei silberne Bergspitzen, deren mittlere die höhere ist und drei goldene sechszackige Sterne (2;1) schweben über diesen Spitzen.
  19. Blasonierung: Durch drei abgeflachte Spitzen geteilt von Blau und Silber; oben nebeneinander schwebend drei senkrechte goldene Rauten, unten ein waagrecht liegender gestümmelter Ast, aus dem drei rote Flammen schlagen.
  20. „Das Gemeindewappen zeigt im oberen Teil das Wappen des Kantons Schwyz und im unteren Teil die beiden Wahrzeichen der Gemeinde Muotathal, die Muota und die Berge.“ (Quelle: Gemeinde Muotathal)


Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Dreiberg“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 28.Mai 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.