Hügel (Heraldik)

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Muster: „Hügel“ beziehungs­weise  „gewölbter Schildfuß“
(nach WBO, Nr. 1115)

Der Hügel (auch gewölbter Boden, (aus)gebogener/gewölbter Schildfuß oder ähnlich genannt; frz.: colline, tertre; engl.: hill, hillock) ist eine Wappenfigur aus der neueren Zeit der Heraldik[1]. Er wird meist als eine Fläche mit einem bogenförmig gewölbten Kreisteil dargestellt. Dem mittelalterlichen Wappenwesen war der heraldische Hügel unbekannt. An seiner Stelle verwendete man den Dreiberg.

Darstellung

Ein Hügel in der Natur

Der heraldische Hügel kann eine gemeine Figur im Wappen sein, wenn er schwebend im Wappen oder Feld dargestellt wird, erscheint aber bevorzugt als Heroldsbild in Wappen. Er ist -- heraldisch stilisiert -- der gleichnamigen Geländeform der Natur nachempfunden, die sich über ihre Umgebung erhebt. Auffällig ist die Ähnlichkeit zwischen einem heraldischen Hügel und dem Heroldsbild „(aus)gebogener“ oder „gewölbter“ Schildfuß. Es ist nicht auszuschließen, daß die Benennung Hügel in Unkenntnis der heraldischen Regeln aus dem Heroldsbild abgeleitet wurde, das wie ein „Hügel“ aussieht. In den Wappendarstellungen und -aufrissen verwischen mögliche Unterschiede, so daß heute ein gewölbter oder (aus)gebogener Schildfuß als „Hügel“ blasoniert werden kann. Bevorzgt wird die Figur Hügel in der Farbe Grün tingiert; sie kann auch in einer anderen heraldische Farbe erscheinen, was stets zu melden ist.

Darstellung

Meistens ist der heraldische Hügel in der unteren Schildpartie bzw. im Schildfuß als Nebenfigur untergebracht. Dort stellt er im Grunde ein Heroldsbild dar, weil er als Wappenschnitt von Schildrand zu Schildrand verläuft. Selten ist er als freie, schwebende Gemeine Figur im Wappenbild dargestellt. Dieser Fall sollte bei der Wappenbeschreibung gemeldet werden.

In vielen Fällen befinden sich auf dem Hügel gemeine Figuren als Hauptfigur. Sehr gerne wird er als „Boden“ dargestellt, aus dem eine oder mehrere Pflanzen wachsen.

Wappenbilderordnung

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Berge im Wappen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Das Wort „Hügel“ ist erst seit dem 16. Jahrhundert gebräuchlich.
  2. Wappen von Welzheim, Deutschland. Blason: „In Silber auf grünem Hügel eine grüne Tanne.
  3. Wappen von Elend (Harz), Deutschland: Blason: In Rot eine silberne Spitze belegt mit einer aus grünem gewölbtem Schildfuß wachsenden Tanne.
  4. Blason: In Silber auf grünem Schildfuß ein grüner Hügel, der mit drei mit den Kronen ineinander gewachsenen grünen Eichen bestanden ist. Im Schildfuß ein in den Hügel ragender goldener Schild mit zwei roten Balken.
  5. Blason: In Silber auf grünem Hügel eine grüne Linde.
  6. Blason: In Silber auf grünem Hügel ein grüner Lindenbaum mit 21 Blättern.
  7. Blason: In Silber auf grünem Hügel drei rote Tannen.
  8. Blason: In Rot auf grünem Hügel weisser Turm.
  9. Blason: In Gold auf grünem Hügel ein nach links aufgerichtetes schwarzes Pferd mit goldenen Hufen.
  10. Blason: In Silber über grünem Hügel nebeneinander zwei rote, schwebende Kreuze, deren innere Seitenarme abgeledigt sind. Die Gemeindefarben sind Grün-Weiß-Rot.
    Bedeutung: Der Hügel erklärt den Ortsnamen; die selten auftretende Heroldsfigur - mit dem Rücken gegeneinander gewendete Kreuze mit halben Querbalken - ist dem Wappen der Schmidtauer entnommen, die im 14. Jahrhundert Schloßherren von Etzelsdorf waren. (Quelle: Pichl bei WelsW-Logo.png)
  11. Blason: Auf rotem Schild ein silberner Kreuzstein auf grünem Hügel.
  12. Blason: In Gold über einem blauen Wellenbalken ein schwebender grüner Hügel, der mit sechs schwarzstämmigen grünen Laubbäumen bestanden ist.
  13. Blason: In Silber ein oben abgeflachter, grüner Hügel, darin ein aus drei Tragsteinen und einer Deckplatte bestehendes Steingrab, darüber ein schwebendes rotes Haus, begleitet rechts von einem grünen Buchenblatt und links von einem grünen Eichenblatt.
  14. Blason: Über einen blauen Wellenschildfuß, darin ein nach links gewendeter silberner Zander, in Silber ein schwebender abgeflachter und links den Schildrand anstoßender Hügel, der mit drei schwarzstämmigen grünen Laubbäumen bestanden ist. Im linken Obereck ein breiter schrägrechter blauer Wellenbalken.
  15. Blason: In Grün einen nach Art eines romanischen Rundbogenfensters ausgezogenen goldenen Hügel, darin ein rotes Fachwerkhaus, darunter eine Stechpalme (Ilex aquifolium) mit drei grünen Blättern und fünf roten Früchten.
  16. Blason: Durch einen flachen goldenen Hügel von Grün und Rot erniedrigt geteilt. Oben, aus dem Hügel herauswachsend, drei goldene Reethalme, deren Samenstände nach links geneigt sind, unten das silberne holsteinische Nesselblatt.
  17. Blason: In Blau auf drei grünen Hügeln fünf grüne Tannen, überhöht von sechsstrahligem gelbem Stern.