Schachbrett (Heraldik)

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In der Frühzeit des Wappenwesens ist eine gemeine Figur, die eigens zur Darstellung eines Schachbretts verwendet wird, nicht gebräuchlich.
Schachbrett
 
als reales Spielbrett
(zweite Hälfte 16. Jahrhundert)
 
in der Heraldik
(Wappen des Schachdorfs StröbeckW-Logo.png)[1]

Das Schachbrett ist in der neueren Heraldik eine seltene gemeine Figur.

Darstellung

Schachbrett mit 5x4 Feldern und Rand (Wappen von Pabenhofen, nach Brechtel)

Die gemeine Figur Schachbrett sollte - heraldisch stilisiert - immer so dargestellt sein, dass sie eindeutig als Idealbild des gleichnamigen mittelalterlichen Spielbretts erkennbar ist. Die Anzahl der Felder sollte man in der Wappenbeschreibung melden, aber es müssen nicht alle 64 dargestellt sein. Beispielsweise erscheint im Wappen der von Pabenhofen (Pabenhosen) ein Schachbrett mit 5x4 Schachbrettfeldern mit goldenem Rand. Ein Rand um die Schachbrettfigur oder eine dezente Andeutung von Perspektive können dabei helfen, eine gemeine Schachbrettfigur von vergleichbaren Wappenfiguren zu unterscheiden. In Deutschland führt beispielsweise das Schachdorf StröbeckW-Logo.png in gewisser Weise redend ein heraldisches Schachbrett als gemeine Figur im Wappen.

Gemeine Schachbrettfigur versus ‚geschacht‘

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: geschacht

Die gemeine Figur Schachbrett ist nicht mit dem Heroldsbildgeschacht“ oder ähnliche Darstellungen zu verwechseln. Beispielsweise erscheint im rot-silber als SchachbrettmusterW-Logo.png gestalteten Wappen Kroatiens explizit ein Heroldsbild, nicht etwa die gemeine Figur „Schachbrett“.

„Endlich ist das Schachbrett (Tafel 27. Figur 31). hier so anzusprechen. Wenn dagegen der Schild geschacht, gerautet oder geweckt ist, oder ein Mensch oder Thier aus einem abgeteiltem Felde hervorgeht, so soll man letzeres nicht, (wie dies vielfach fälschlich geschieht) als Schachbrett ansprechen, höchstens darf dann der Ausdruck: »Schach« gebraucht werden; anderenfalls können leicht Irrtümer entstehen (..)“

Siebmacher/Maximilian Gritzner (1889)[2]

Cave: Mehrere Wappenführende verweisen in ihren Wappen mit Heroldsbildern -- und nicht mit einer gemeinen Figur -- symbolisch auf ein Schachbrett! Beispielsweise stehen/standen die Heroldsbilder in den Wappen von ZavelsteinW-Logo.png („Zavel-“ gleichwie „Zabel-“ beziehungsweise SchachzabelW-Logo.png), SpielfeldW-Logo.png (das ‚Schachspielfeld‘) und SpielbergW-Logo.png („Spiel-“ gleichwie ‚Schachspiel‘) sinnbildlich für ein Spiel-/Schachbrett, sind aber im Rahmen der heraldischen Terminologie als Heroldsbilder gemeldet.

Paraheraldik

Die Gemeinde BorstendorfW-Logo.png im Erzgebirge lehnt(e) sich mit einem paraheraldischen Gemeindelogo/-siegel bzw. mit einem Wappenzeichen an die gemeine Schachbrettfigur an.

Symbolik

das schwarz-weiße Schachbrettmuster als Symbol des Ska

Außerhalb der Heraldik galt in der Vergangenheit das Schachbrett als Symbol für Vornehmheit und Weisheit und ist eines der vier Symbole der „vier Künste“:

„(..) die vier Künste werden durch das Buch, das Gemälde, die Gitarre und das Schachbrett symbolisiert.“

Lexikon der Symbole (1989/1994/1998)[4]

Das schwarz-weiße Schachbrett ist außerdem das Symbol der Musikrichtung SkaW-Logo.png.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Schachbretter in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Schachbretter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Schachbrett – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur

  • Heinz Göschel (Hrsg.): Lexikon Städte und Wappen der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1979.

Einzelnachweise

  1. Blason: „In Rot ein übereck gestelltes, schwarz-silbern geschachtetes Schachbrett mit 64 Feldern.“
  2. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889/1890. S. 127. Tafel 27. Figur 31. Reprint on Demand. Universtitäts- und Landesbibliothek Tirol. 2009. ISBN 3-226-00671-1.
  3. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 29, 1979, S. 33: „Im goldenen Schild ein aus dem Schildfuß vorne zum hinteren Schildrand aufsteigender blauer Dreiberg, darüber von Gold und Blau in vier Reihen mit zehn (4:3:2:1) Plätzen geschacht.“
  4. Lexikon der Symbole: Vier. Knaurs Lexikon der Symbole. 1989/1994/1998. S. 462 (vgl.: digitale-bibliothek. S. 1141)