Harfe (Heraldik)

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Harfe im Wappen der Bligger von Steinach in der Darstellung im Codex Manesse (um 1300)
Ströhl-HA-LI-Fig. 04.png
1509: Harfe im Wappen des Königs von Irland

Das Musikinstrument Harfe (frz. harpe; engl.: harp) ist in der Heraldik eine gemeine Figur.

Darstellung

In der Heraldik erscheinen (stilisierte) Harfen in vielen unterschiedliche Formen (zum Beispiel als keltische HarfeW-Logo.png, Rahmenharfe, Standharfe, Tragharfe). Unabhängig von der Form wird die Harfe in Wappen meist mit nur wenigen Saiten dargestellt. Die genaue Meldung der Saitenanzahl ist optional. Gelegentlich ist das Wappeninstrument mit einer Fratze, einer Büste oder einem anderem Motiv kunstvoll verziert (zum Beispiel Teufelfratze, Frauenbüste, Adlerkopf). Bei der Wappenbeschreibung ist diese Abwandlung und ihre genaue Position am Instrument (am Kopf, Fuß, Hals Knie) zu melden. Die Farbgebung ist in allen heraldischen Farben möglich. Die Saiten sind oft anders gefärbt.

Siebmacher

„(Von Saiteninstrumenten finden wir:) Die Harfe (Tafel XXVII. Figur 12.): welche, wenn sie, wie im Irländischen Wappen, vorn einen geflügelten Weibsrumpf hat, „Davidsharfe“ genannt wird. Sie erscheint zum Beispiel auch im Wappen des Dichters Matthisson.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Verbreitung

Die Harfe kommt unter den über 100.000 Wappen im Siebmacher und in der Deutschen Wappenrolle zirka 60 bis 70 mal vor. In den irischen und britischen Wappen und Flaggen wurde die Harfe zu einem unverwechselbaren Hoheitsmerkmal. Auf dem Royal Standard, der britischen Königsflagge, ist die Harfe mit einem geflügelten Frauenkörper geziert. Im irischen Wappen ist die Harfe seit Heinrich VIII. (1509–1547) und als Vorbild diente die Brian-Boru-Harfe.[2] Im Wappen von Irland wird die Harfe oft als Davidharfe bezeichnet. Ein Bild von König David mit Harfe wird als Unsinn abgetan. Nachgewiesen ist sie auf dem Revers von Münzen. Irländische Schillinge von 1561 waren mit drei Harfen geprägt[3].

Galerie

Wappen mit Harfe (Karlsquelle im Park Ketschendorf)

Abgrenzung

Heraldische Darstellungen von Harfen sind manchmal von anderen Zupfinstrumenten in Wappen wie ZithernW-Logo.png oder LautenW-Logo.png nur schwer oder gar nicht zu unterscheiden. Welches Instrument in einem Wappen erscheint, ist der Wappenbeschreibung zu entnehmen oder beim Wappenstifter/-führenden anzufragen. Siehe auch:

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Leier (Heraldik)

Wappenbilderordnung

Die Harfe wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) unter der Nr. 9902 aufgenommen.

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  2. Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Bibliographisches Institut Leipzig, 1984
  3. Johann Christoph Gatterer: Johann Christoph Gatterers Praktische Heraldik. Verlag Bauer- und Mann’sche Buchhandlung, Nürnberg 1791, S. 78
  4. Wappenbeschreibung: „In Gold auf grünem Dreiberg eine nach links gerichtete schwarze Harfe.“
  5. Wappenbeschreibung: „In Silber eine goldene finnische siebensaitige Harfe auf einem blauen Pfahl “
  6. Wappenbeschreibung: „In Rot zwei nebeneinander stehenden silbernen finnischen Harfen“
  7. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, I. Band, 4. Abteilung, I. Teil; Städtewappen: Wappen der Städte und Märkte in Deutschland und den angränzenden Ländern; Verfasser: O.T. Von Hefner, N. Gautsch, I. Clericus; Publikation: Nürnberg: Bauer & Raspe, 1883.
  8. Wappenbeschreibung: „In Blau auf grünem Boden stehend ein silberner Engel, eine rote Harfe haltend.“
  9. Wappenbeschreibung: „In Blau auf silbernem Gewölk stehend ein Engel mit goldgesäumtem silbernem Gewand, mit goldenen Flügeln, eine goldene Harfe spielend.“

Weblinks

 Commons: Harfe in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Harfe_(Heraldik)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 23. Mai 2012 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.