Gerät für Landwirtschaft, Jagd und Fischerei (Heraldik)

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Beispiele für Landwirtschafts-, Jagd- und Fischereigeräte in der Heraldik
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Landwirtschaftliche Werkzeuge
1699: Jagdwaffen und -gerät
Fischereigerät

Gerät für Landwirtschaft, Jagd und Fischerei (auch „Landwirtschaft-, Jagd- und Fischereigeräte“, kurz „Geräte“ oder ähnlich genannt; französisch materiel d'agriculture, de chasse et de pèche; englisch agricultural, hunting and fishing implements) ist in der Heraldik ein gebräuchlicher Ordnungsausdruck, der sich an den gleichlautenden umgangssprachlichen Ausdruck anlehnt und bestimmte gemeine Wappenfiguren, die realen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Geräten und Maschinen et cetera nachempfunden sind, in einer Gruppe zusammenfasst.

Übersicht

Jedes Motiv, welches der Gruppe „Landwirtschaft-, Jagd- und Fischereigeräte“ zugeordnet ist, ist in der Heraldik eine gemeine Figur. In Wappen sind nahezu alle Arten von

  • Landwirtschaftsgeräten (Sense, Dreschflegel, Pflug und so weiter)
  • Jagdgeräten (Wolfsangel, Saufeder, Falkenköder und so weiter)
  • Fischereigeräten (Netz, Angelhaken, Fischspeer und so weiter)

anzutreffen, sowohl in ganzer Gestalt als auch in Form von Bestandteilen. Die meisten der Landwirtschafts-, Jagd- und Fischereigeräte-Figuren besitzen eigene Regeln für die Darstellung im Wappenschild oder im Oberwappen beziehungsweise als Schildhalter.

In einem engeren, eher heraldisch-traditionellen Sinn zählen zu den Landwirtschafts-, Jagd- und Fischereigeräte-Figuren nur diejenigen Motive, die in der Früh-/Blütezeit des europäischen Wappenwesens (ca. 12. bis 15. Jahrhundert) auf einem Wappenschild als Wappenfigur denkbar gewesen wären. Nach dieser Auffassung gilt beispielsweise ein Fuchseisen, welches lange nach der Frühzeit des Wappenwesens erfunden wurde, als unheraldisch; in der neueren Heraldik zählt dagegen ein „Fuchseisen“, das für die Familie Treichl in der Deutschen Wappenrolle des Herold registriert wurde, ebenfalls zur Gruppe der Jagdgeräte-Figuren und ist in der Wappenbilderordnung (WBO) des Herold unter der Nummer 9587 aufgelistet.[1][2]

Heraldische Gliederung

Für gemeine Figuren aus dem Bereich „Landwirtschafts-, Jagd- und Fischereigeräte“ sind in der Wappenbilderordnung des Herolds die Codenummern 9500 bis 9599 reseviert. Der Bereich stellt eine Untergruppe von „Andere Erzeugnisse von Menschenhand“ dar beziehungsweise gehört zur Hauptgruppe „Artefakte“. Benachbarte oder verwandte Untergruppen sind „Handwerksgerät“, „Nahrungsmittel und Kaufmannsgerät“, „Haus- und Küchengeräte“, „Kriegsgerät“, „Gegenstände der Bekleidung sowie Schmuck“, „Herrschaft-, Rang- und Würdezeichen“, „Gegenstände aus Kunst und Spiel“ und „Buch- und Schriftwerk, Zahlen und Zeichen aller Art“. Überschneidungen bei der Einordnung der heraldischen Figuren in eine benachbarte Untergruppe sind möglich und nicht immer eindeutig oder widerspruchsfrei: Eine Messerfigur beispielsweise ist gleichermaßen Waffe (Gruppe „Kriegsgerät“), Werkzeug (Gruppe „Handwerksgerät“ oder „Landwirtschaftliches Gerät, Jagd- und Fischgerät“), aber auch ein „Küchengerät“. Es ist daher empfehlenswert, die Messerfigur in all diesen Untergruppen anzuführen, damit potentielle Suchen nach der Wappenfigur „Messer“ schneller zum Ziel führen.

WBO
9500-9599

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Wappen Treichl, Reg.-Nr. 6159/67. In: Deutsche Wappenrolle - XIX, 60
    Wappenbeschreibung: „In Rot ein schräglinks gelegtes silbernes Fuchseisen (Treichel).“
  2. Jürgen Arndt und Werner Seeger (Bearbeiter) mit Wappenskizzen von Lothar Müller-Westphal: Wappenbilderordnung. Symbolorum armorialium ordo. Zit.: WBO - Wappenbilder. Hrsg.: Herold, Verein für Heraldik Genealogie und verwandte Wissenschaften (= J. Siebmachers Großes Wappenbuch. B). 2., ergänzte und berichtigte Auflage. Band I. Bauer & Raspe, Inh. Manfred Dreiss, Neustadt an der Aisch 1996, ISBN 3-87947-110-X, S. 200 f. Tafel 68. Nr. 9587 (447 S., zugleich Neubearbeitung des Handbuchs der heraldischen Terminologie von Maximilian Gritzner; Einleitungsband, Abt. B des Neuen Siebmacherschen Wappenbuches, Nürnberg, 1890).