Schneckenhaus (Heraldik)

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1605: Schneckenhaus (Wappen Schneckheüser; nach dem Alten Siebmacher)
1889: Schnecken­haus (nach Siebmacher)

Ein Schneckenhaus ist in der Heraldik eine gemeine Figur.

Wappenbeschreibung

Schneckengehäuse und Fossil: die „Rostellaria-Schnecke“ im Wappen von Stainztal

Darstellungen von fossilen Schnecken oder Schneckengehäusen in Wappen lassen sich teilweise als Schnecke, Schneckenhaus oder als Fossil beschreiben. Um Verwirrungen zu vermeiden, sollte man im Blason im Zweifelsfalle die spezifische Eigenschaften der dargestellten Figur exakt festhalten.

Beispielsweise ist die „Rostellaria-Schnecke“ bzw. ihr Gehäuse im Wappen von Stainztal einerseits eine Langschnabel-Schnecke, die im Urmeer vor 16 Milionen Jahren lebte, andererseits aber ein Fossil. Gemeldet wurde sie als „fossiles Schneckengehäuse“ mit folgenden Eigenschaften:

Blason: „In einem von Blau und Rot durch ein goldenes fossiles Schneckengehäuse mit nach links unten zeigendem Schnabel schrägrechts geteilten Schild links oben drei, rechts unten zwei goldene Lilien.“
(Stainztal Gemeindewappen. Verleihung: 7. März 2005. Überreichung der Urkunde 8. Juli 2006)

Wenn die einzelnen Windungen einer Schneckenhausfigur alternierend heraldisch eingefärbt sind, ist dies zu anzuzeigen (zum Beispiel: „Schneckenhaus, von Silber und Rot gestreift“):

„14. Von den Schnecken-Häusern, coquille de limaçon, testa cochleæ, sagt man auch gestreift, strié, striatus, Nummer 15.“

Schneckenhaus (Tafel XXI. Figur 11) erscheint im Wappen der Schneckenhäuser in Schlesien.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Varianten

Flügelpferd, das aus einem Schneckenhaus wächst (Familie Mathesius)

Füllhörner erscheinen in der Heraldik als schneckenhausartige Motive.

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Füllhorn (Heraldik)
  • Aus Schneckengehäusen wachsen manchmal andere gemeine Figuren.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Johann Simon Beckenstein: Kurtze Einleitung zur Wappenkunst, und zur Art des Blasonirens: in deutlichen Exempeln gezeigt und in drey Sprachen deutsch, französisch und lateinisch erkläret. St. Petersburg. 1731. S. 168. Tafel XXVII. Abbildung 15.
  2. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  3. Wappenbeschreibung, abgerufen 03. Mai 2016: „Gespalten von Weiss mit aufrechtem schwarzem Bär mit roter Zunge und Geschlecht, und von Schwarz mit gelbem Schneckenhaus über lateinischem weissem V-doppio.“