Eisvogel (Wappentier)

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1701/1703: Eisvogel im Wappen einer Nürnberger Patrizier-Familie
2017: Eisvogel als Helmzier (Familienwappen Kaltofen)
Eisvogel in der Natur

Der Eisvogel (frz.: martin-pêcheur; engl.: kingfisher) ist in der Heraldik ein seltenes Wappentier bzw. eine wenig verbreitete gemeine Figur.

Darstellung

Die Darstellung eines Eisvogels in Wappen lehnt sich an das natürliche Vorbild an (EisvogelW-Logo.png, alcedo atthis) an, sollte aber stilisiert erfolgt, wobei die typischen Merkmale des Vogels (großer Kopf mit langen, spitzen Schnabel auf kurzen Hals, kurzer und gedrungener Körper, kurze Beine, kurze Schwanzfedern etc.) in der heraldischen Gestaltung zu übertreiben sind. In Wappen kommt der Eisvogel natürlich (d. h. mit mehren heraldischen Farben) oder heraldisch bzw. nur einfarbig tingiert vor (wobei teilweise die Bewehrung eine andere Farbe erhält). Bevorzugt erscheint er in Wappen in einer gedrungenen sitzenden Körperhaltung, fliegend, im Sturzflug und mit Fisch im Schnabel. In der Normalform ist die Figur nach heraldisch rechts gewendet, andere Stellungen sollten in der Beschreibung gemeldet werden.

Da die Figur selten in Wappen erscheint, gibt es keine expliziten heraldischen Vorgaben für sie, außer jene, die für heraldische Vögel allgemein gelten.

Eisvögel (Tafel XX. Fig. 14.) drei, je einen dreiblättrigen grünen Zweig im Schnabel im Herzschild der Grafen v. Nys in Bayern.“

– Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Eisvogel als Helmzier

Der Eisvogel erscheint auch in der Helmzier; beispielsweise heißt es in der Wappenbeschreibung zum Familienwappen Kaltofen:

„(..) „Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken ein blauer Turnierhut mit silberner Krempe, darauf stehend ein blauer Eisvogel, mit silberner Kehle und Nackenbereich, goldener Wangenseite, goldenem Bauch und Beinen, einen silbernen Fisch im schwarzen Schnabel haltend.““

Blason (GwF, Reg.-Nr. 189/2017)

Wappenbilderordnung

Weblinks

 Commons: Eisvögel (allgemein) in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Otto Titan von Hefner: Handbuch der theoretischen und praktischen Heraldik. Theil 1: Theoretische Heraldik. Heraldisches Institut, München 1861, S. 81.

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 93
  2. Blasonierung nach Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein: „Von Silber und Rot durch einen blau-silbernen Wellenbalken schräglinks geteilt. Oben ein sitzender, natürlich tingierter Eisvogel in Halbrückenansicht, unten zwei goldene BrakteatenW-Logo.png, die untere etwas größer.“
  3. Blasonierung nach Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein: „In Silber über blauem Wellenschildfuß, darin eine silberne MaräneW-Logo.png über zwei silbern-rot tingierten Steinen, rechts ein grüner Laubbaum mit schwarzem Stamm und links ein natürlich tingierter mit dem Schnabel in den Wellenschildfuß tauchender Eisvogel im Sturzflug.“