Storch (Wappentier)

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Storch
 
stehend, Flügel angelegt
(etwa 1560)
 
auffliegend, Schwungfedern erhebend, Flügel ausgebreitet (1450-1580)
(im Wappen derer von Holneck)
Schreitender Storch mit Schlange im Wappen von Den Haag
Weißstorch (Ciconia ciconia)

Das Wappentier Storch (frz.: cigogne; engl.: stork) ist in der Heraldik ein gemeine Figur.

Abgrenzung

Der Storch hat sich neben dem Reiher und dem Kranich einen eigenen Platz im Wappenwesen erobert. Im Gegensatz zum Storch hält der Kranich oft einen Stein oder eine Kugel mit einem Bein und der Reiher besitzt einen Schopf am Hinterkopf.

Darstellung

Im Wappen wird der Storch stehend dargestellt. Die Hauptblickrichtung ist nach heraldisch rechts. Das Tier steht in vielen Wappen auf einem (dem linken) Bein; das andere (rechte) Bein ist dann, nach vorn zeigend, angewinkelt („schreitender Storch“). Der Wappenstorch wird auch fliegend oder flugbereit („auffliegend“) gezeigt. Im Schnabel hält der Storch in einigen Wappen einen Frosch oder auch eine Schlange (Wappen von Den Haag).

Schnabel und die Beine werden häufig rot gefärbt (tingiert). Da der WeißstorchW-Logo.png als Vorlage für das Wappentier gilt, sind die Flügeldecken auch schwarz gefärbt. Bei anderer Tingierung und abstehender Feder am Kopf (Kranich oder Reiher) ist Vorsicht geboten. Hier handelt es sich oft um keinen Storch.

Storch (Tafel XIX. Figur 35-38): erscheint zumeist stehend (selten flugbereit oder fliegend, zum Beispiel von Mühlenfels), mit geschlossenem oder offenen Schnabel. In letzerem hält er manchmal einen Frosch oder eine Schlange oder auch einen Schlüssel (von Strube). Er soll stets „in seinen Farben“, das heißt weiß mit schwarzen Flügeldecken, rotem Schnabel und Beinen dargestellt werden; auch kommt er halsgekrönt (Figur 38.) vor.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Doppelköpfiger Storch

1466–1470: Doppelköpgiger Storch (oder Kranich bzw. ein anderer Stelzvogel) im Wappen der von Wasen (nach dem Wappenbuch St. Gallen)

Doppelköpfig ist der Storch zum Beispiel im Wappen der Familie von WasenW-Logo.png. Deren Wappen ist in Varianten bei zahlreichen weiteren Adelsfamilien belegt (von Bessenbach, von Kugelnberg, von Weiler, von Heidebach und von Wallstadt) und ist bis heute in Kommunalwappen präsent (z. B. im Wappen von Glattbach).[2]

Symbolik

Als Glücksbringer, Frühlingsbote und Namensgeber ist er auch für die redenden Wappen der Familien mit Namen Storch wie geschaffen. Auch der Name Adebar für den Storch war für das pommersche gleichnamige Adelsgeschlecht die Möglichkeit, ein redendes Wappen zu führen. Hier war der Storch im Schild und Oberwappen[3].

Wappenbilderordnung

Wappenzeichen von Storchendörfern

Das kroatische Dorf Čigoć [ˈtʃiɡɔtɕ] liegt im Naturpark Lonjsko Polje in der Gespanschaft Sisak-Moslavina, ist besonders für seine große Storchenpopulation bekannt und wurde 1994 zum Europäischen StorchendorfW-Logo.png gekürt. Der slowenischen Gemeinde Velika Polana wurde 1999 von der Stiftung Euronatur ebenfalls der Titel Europäisches Dorf der Störche verliehen. Seit dem 17. Februar 2005 ist im neuen Zeichen der Gemeinde ein Storch abgebildet.

Weblink

 Commons: Storch im Wappen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  2. Alfred F. Wolfert: Wappengruppen des Adels im Odenwald-Spessart-Raum. In: Winfried Wackerfuß (Hrsg.): Beiträge zur Erforschung des Odenwalds und seiner Randlandschaften II. Festschrift für Hans H. Weber. Breuberg-Bund, Breuberg-Neustadt 1977, S. 325–406, hier S. 351.
  3. J. T. Bagmihl: Pommersches Wappenbuch. Band 2; Stettin 1846, Tafel 34 und S. 91


Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Storch_(Wappentier)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 7. August 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.