Eule (Wappentier)

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Eule (hier: Uhu) in der Natur
 
Um 1480: Eule im Wappen Unenstainer
 
(1884, nach Siebmacher)
 
(1906, nach Otto Hupp)
Eule im Stammwappen derer von Hörwarth/Herwart
1478: Eule im Oberwappen von Anton Bastard von BurgundW-Logo.png, gemalt von Pierre CoustainW-Logo en.png, St.-Salvator-KathedraleW-Logo.png
1902: Stern über Eule im Wappen des Paul Karl von Uhde

Vergleichsweise wenig heraldisch stilisiert ist die Eule (auch der Auf, Auff oder ähnlich genannt; mittelhochdeutsch „hûwe“, iule, iuwel, kûze, schofut; althochdeutsh (h)ūwila; urgermanisch *uwwilōn; lateinisch noctua, strix; französisch chouette, hibou; englisch owl) in der Heraldik ein Wappentier beziehungsweise eine gemeine Figur.

Darstellung

Die Darstellung einer Eulenfigur in Wappen lehnt sich an das Idealbild der natürlichen Vorbilder (EulenW-Logo.png, Strigiformes) an, sollte aber so erfolgen, dass die typischen Merkmale der Vögel (gedrungener Körper, auffällig großer und rundlicher Kopf mit den nach vorne gerichteten „riesigen“ Augen, stark gekrümmter und scharfkantiger Schnabel, unsymetrische, schlitzförmige Ohröffnungen, die fast so lang wie die Kopfhöhe sind, auffallender Gesichtsschleier etc.) in der heraldischen Gestaltung besonders zu betonen sind. Welche Art der ungefähr 200 Arten Eulen im Wappen erscheint, kann die Wappenbeschreibung klären. Schleiereule, Kauz, Schneeeule und andere sind gebräuchlich.

Gewöhnlich wird die Eulenfigur auf beiden Beinen stehend und in einer leicht nach heraldisch rechtsgekehrten Haltung im Wappen dargestellt:

„Eule (..) welche übrigens auch g(old) oder r(ot), s(ilbern) vorkommt (stehend mit zusammengeschlagenen Flügeln und das volle Gesicht zeigend (..)“

Schnabel und Beine werden manchmal anders als der Rest der Figur gefärbt, was zu melden ist. Die spitzen Ohren werden hochgestellt oder seitlich abgespreizt. Die Eule sitzt häufig auf einer Sitzauflage. Im Wappen kann das Tier die Flügel ausgebreitet halten, was wie andere besondere Haltungen in der Wappenbeschreibungen (Blasonierung) angezeigt werden sollte. Alleinstehende Teile des Wappentieres (Schnabel, Ohr, Kralle, Eulenauge etc.) sind im Wappenwesen als gemeine Figuren nicht gebräuchlich.

Eule (Tafel XIX, Figur 5. 6.): (auch „Auff“ genannt), kommt nicht sehr häufig vor (von Aufenstein/Affenstein, von Hörwarth/Herwart); es ist hier stets die dem Uhu am ähnlichsten sehende geohrte (Ohr-)Eule gemeint; sie erscheint immer halbrechts gewendet, aber vorwärts sehend, auch wohl gekrönt und mit Federbusch z. B. im Wappen der Khevenhüller.

Käuzlein führen die Keuzl in Augsburg, und als Stammwappen in ähnlicher Gestalt die Grafen Bethusy-Huc.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Eule

Eule im Wappen Auffenstein

Im Wappen von Uffenstain (auch Auffenstein, Aufenstein, Ownstein, Ouwenstein, Unenstainer oder ähnlich genannt) erscheint die Figur Eule in zahlreichen Farbkombinationen und Gestaltungsvarianten:

Galerie

Symbolik

Außerhalb der Heraldik besitzen die Eulen, Käuzchen und ander eulenartige Vögel mit ihren auffällig großen Augen, den wangenähnlichen Gesichtsflächen, dem an eine stark gebogene Nase erinnernden Schnabel und der aufrechten Haltung unterschiedliche und teilweise sich widerprechende Symbolgehalte. Im europäischen Kulturraum ist sie als Symbol der Weisheit der griechischen Göttin Athene/Minerva als Attribut beigegeben. „Kauz und Eule spielen hingegen im Volksglauben eine negative Rolle.“[3]

Wappenbilderordnung

Weblinks

 Commons: Eule in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Eule – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Stichwort EuleW-Logo.png in der Wikipedia

Einzelnachweise

  1. Ralf von Retberg: Die Geschichte der deutschen Wappenbilder. Aus Ralf von Retbergs Nachlasse. 1884. Posthum in: Jahrbuch der k.k. heraldischen Gesellschaft Adler zu Wien. XIII./XIV. Jahrgang. Wien 1886/1887. Seite 51.
  2. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  3. Lexikon der Symbole: Eule. Knaurs Lexikon der Symbole. 1989/1994/1998. Digital: S. 310. (vgl.: LdS, S. 126)


Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Eule_(Wappentier)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 15. August 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.