Blason

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Dieser Artikel behandelt den Ausdruck Blason.
* Zum Verb siehe: blasonieren
* Zur fachsprachlichen Beschreibung siehe: Blasonierung

Blason (vom frz. blason, „Wappenschild“) hat mehrere Bedeutungen:

  1. Wappenschild[1]
  2. Wappenkunde[1]
  3. Französisches Preisgedicht des 16. Jahrhunderts, das in detaillierter Beschreibung von Frauen oder Pferden, Waffen, Wein und anderem handelt.[1]

In der Umgangssprache der heraldischen Fachwelt werden die Ausdrücke Blason, Blasonierung („Wappenbeschreibung“) und Wappen aus Vereinfachungsgründen teilweise bedeutungsgleich verwendet. Die textuelle Beschreibung eines eigentümlichen Wappens in der heraldischen Kunstsprache („Blason“) und seine bildhaften Umsetzungen („Wappenaufrisse“) gelten als zwei Aspekte eines Sachverhaltes.

Historische Definitionen

Seit dem ersten Auftreten des Ausdrucks „Blason“ ist bis heute mehrfaches Schwanken seiner Bedeutung zu beobachten, wobei Blason mehr oder weniger willkürlich teils mit Wappen, teils mit Wappenschild, Vollwappen, Wappenkunde, Wappenkunst, Heraldik, Wappenbeschreibung, einer Gedichtart oder ähnlichem gleichgesetzt wird.

Blason, m. Wappenkunde, Heraldik, f.“

Christian Friedrich Schwan (1801)[2]

Blason; fr. (Blasong)
1. Das Wappenschild
2. dann die Wappenkunst (Heraldik)
3. oder die Wissenschaft, die Stammwappen auszulegen und die Geschlechter, die dieselben führen, daraus zu erkennen. Daher Blasonieren, die Wappen gehörig ausmalen, oder durch Striche und Punkte stechen -- auch die Wappen in den gehörigen Kunstausdrücken erklären.“

Kleineres conversations-Lexicon (1813)[3]

Blason (fr., spr. Blasong),
1) Wappen, Wappenschild;
2) (Blasonnerie), Wappenbeschreibung, Wappenerklärung, daher
3) so v.w. Wappenkunde, Heraldik.“

Pierer's Universal-Lexikon (1857)[4]

Blason (franz., spr. blasóng), ein Wort unbekannten Ursprungs,

  • das Wappenschild,
  • dann auch Wappenkunde bedeutet.
  • B. heißt auch in der ältern französischen Poesie die ausführliche Beschreibung eines Teiles des menschlichen Körpers in Versen, z. B. des Auges oder der Nase. Diese Schilderungen, die seit dem 15. Jahrh. lange beliebt waren, wurden auch auf Körperteile ausgedehnt, die in guter Gesellschaft nicht einmal genannt werden dürfen. Eine reichhaltige Sammlung hat Méon herausgegeben (Par. 1809).“
Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905)[5]

Blason: französischer Ausdruck für das Vollwappen, in der neueren Zeit auch allgemein für Heraldik

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[6]

Blasonner

Blasonner:
1. vor allem die Wappen blasonniren, mit den gehörigen Farben und Metallen zeichnen;
2, in Kunstausdrücken auslegen, erklären;
3. tadeln, mitnehmen, durchhecheln.“

G. A. Louis Henschel: Dictionnaire des langues française et allemande (1838)[7]

Blasonneur

Blasonneur: m. Wappenkundiger, Wappenverständiger, m.“

G. A. Louis Henschel: Dictionnaire des langues française et allemande (1838)[7]

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Duden-Online: „blasonieren“. Abgerufen am 30. August 2012.
  2. Schwan, Christian Friedrich: Dictionnaire de poche, françois-allemand et allemand-françois. Band 1. 1801.
  3. Kleineres conversations-Lexicon: oder, Hülfswörterbuch. Bd. 1 und 2. (1813)
  4. Pierer's Universal-Lexikon: Blason. Band 2. Altenburg 1857, S. 852. Abgerufen: 29. Oktober 2019
  5. Meyers Großes Konversations-Lexikon: Blason. Band 3. Leipzig 1905, S. 25. Abgerufen: 29. Oktober 2019
  6. Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 68
  7. 7,0 7,1 Henschel, G. A. Louis: Dictionnaire des langues française et allemande. 1838