Schwalbe (Wappentier)

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Schwalbe
 
im Wappen der Grafen von Schwalenberg
 
1548: im Wappen der Familie Schwalbe
Schwalbe
(im Wappen Johann Schweiberer, Pfarherr zu M…z [?], bewilligt 16. April 1598)
Schwalbe mit dem charakteristischen Schwalbenschwanz

Die Schwalbe und der Mauersegler (frz.: hirondelle; engl.: hirondelle oder swallow) sind im Wappenwesen (Heraldik) seltene Wappentiere beziehungsweise gemeine Figuren.

Darstellung

Die Darstellungen der Wappenfiguren Schwalbe und Mauersegler lehnen sich an die natürlichen Vorbilder an, erfolgen heraldisch stilisiert, wobei die Naturform beziehungsweise das natürliche Äußere kaum abgeändert werden. Allgemein sind diese Wappenfiguren an einem deutlich hervorgehobenen gegabelten Schwanz, einen schlanken, stromlinienförmigen Körper mit langen, schmalen, sichelförmigen Flügeln oder einer typischen Flughaltung ohne Schwierigkeiten zu erkennen, zu deuten und zu bestimmen. Allerdings ist wegen der Stilisierung gewöhnlich nicht zu unterscheiden, ob eine Schwalbe oder ein Mauersegler und welche Art dieser artenreichen Familien in einem Wappen aufgerissen ist. Diese Information kann der Wappenbeschreibung (Blason) entnommen werden oder ergibt sich womöglich aus einem Vergleich des Namens des Wappenführenden mit dem Wappenbild (zum Beispiel erscheint in dem sprechenden Wappen von Bad Schwalbach, wie der Namen nahelegt, eine „Schwalbe“ und kein „Mauersegler“).

Die Figur Schwalbe/Mauersegler wird bevorzugt in Naturfarbe dargestellt, Kopf, Rücken, Oberseite der Flügel und Schwanz in Schwarz (oder Blau), die gesamte Körperunterseite und der Bürzel kontrastierend dazu mit einer weißen/silbernen Färbung. Die Wappenmotive werden aber auch mit nur einer einzigen heraldischen Farbe tingiert, zum Beispiel nur in Weiß/Silber, nur in Schwarz oder nur in Blau (wobei teilweise die Bewehrung oder die Kehle eine andere Farbe erhalten).

Schwalbe (Tafel XX. Fig. 13.): selten vorkommend, in natürlicher Figur und Farbe dargestellt (..)“

– Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Die Wappenfiguren Schwalbe und Mauersegler wurden ursprünglich „sitzend mit angelegten Flügeln“ dargestellt (Normalform). In der neueren Heraldik erscheinen sie oft „fliegend“, was inkl. der Flugrichtung zu melden ist.

Schwalben in Mehrzahl

Die Figur Schwalbe/Mauersegler erscheint im Wappenwesen nicht nur in Einzahl, sondern auch in Mehrzahl. Die genaue Anzahl und die Stellung der Schwalben zueinander sollten gemeldet werden.

Schwalbe mit Kleeblatt im Schnabel

Schwalbe als Schildträger

Schwalbenschwanz

Der Schwanz der Schwalbe ist dermaßen markant, dass er eine eigenständige Wappenfigur im Wappenwesen ist. Die Figur erscheint zum Beispiel im Wappen von Schwalbach.

Schwalbenschwanzkreuz

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Schwalbenschwanzkreuz

Der Schwalbenschwanz kann auch namensgebender Teil eines Heroldbildes oder eines Kreuzes sein, wenn ihre Darstellungen entsprechend deutlich an eine Schwalbe bzw. an deren Schwanz erinnern.

Rußseeschwalbe

Im Wappen von Ascension erscheint das Flugbild von drei silbernen Rußseeschwalben (onychoprion fuscatusW-Logo.png).

Varianten, Derivate

Schwalbe und Lippe

Viele Wappen, die im Zusammenhang mit LippeW-Logo.png stehen, zeigen eine Schwalbe, bevorzugt auf einem Stern sitzend. Hintergrund ist die Wappenbesserung im Hause Lippe, die 1528 Stern und Schwalbe aus der Grafschaft Schwalenberg ihrem Wappen hinzufügten (auf einem goldenen (gelben) achtstrahligen Stern eine natürliche Schwalbe).

Schwalbe (..) hier stehend auf Stern im Lippe'schen Wappen.“

– Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Wappenbilderordnung

Paraheraldik

In der Paraheraldik kommen Schwalbe und Mauersegler als Erkennungszeichen vor.

Weblinks

 Commons: Schwalben in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 93