Weibslöwe

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Frauenlöwe
(Wappen Leupacher)
Weibslöwe (Wappen Friss)

Der Weibslöwe, auch Löwenweib[1] oder Frauenlöwe genannt (frz. sphinx; engl. lion with head and breasts of a woman), ist in der Heraldik eine sehr seltene gemeine Figur.

Darstellung

Grundsätzlich wird der Weibslöwe als Mischwesen aus Frau und Löwe dargestellt. Die Mischung der Körperteile variieren je nach Wappenaufriss. Der Frauanteil des Mischwesens besteht in der Regel vom Frauenkopf abwärts bis zum nacktem Busen. Er geht im Extremfall aber bis hinunter zum Bauchnabel und evtl. sogar noch kurz darunter. Der Unterkörper wird als Löwe dargestellt. Unabhängig von den Körperanteilen besitzt der Weibslöwe immer vier Löwenglieder/-pranken. Gewöhnlich steht er auf den Hinterbeinen und streckt eine Vordertatze nach oben, eine nach unten oder geradeaus. Der Weibslöwe besitzt normalerweise einen Löwenschwanz, kommt aber auch mit Schlangen-/Drachenschwanz vor (letzteres ist gegebenenfalls zu melden).

„Weibslöwe (Tafel XXI. Fig. 35. 36.) oben Weibskopf mit Busen, unten Löwe, das Gesicht, theils vorwärts, theils rechtssehend, mit Schlangen oder Löwenschweif.“

Siebmacher / Maximilian Gritzner[2]

Wappenbilderordnung

Das Phantasiewesen „Weibslöwe“ wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) unter der Nr. 6754 aufgenommen.

Abgrenzung

  • Wenn der Weibslöwe auf allen Vieren oder auf drei Beinen steht und nur einen Frauenkopf besitzt, wird er manchmal als Lampagoe, Lampago oder Limpago beschrieben. Das Mischwesen Limpago setzt sich jedoch grundsätzlich aus einem Löwenkörper mit dem Kopf eines Mannes und den Haaren und Hörnern von einem Bullen zusammen.
  • Je nach heraldischer Quelle wird der Weibslöwe mit der Sphinx gleichgesetzt -- oder von dieser über vorgeblich typische Merkmale der griechischen als auch der ägyptischen Sphinx abgegrenzt. In der Wappenbeschreibung ist exakt und bis ins Detail anzugeben, wie das Motiv erscheint, um Verwechslungen zu vermeiden. Im Zweifelsfalle bestimmen Wappenstifter/Wappenführende, an welche gemeine Figur sich ein dargestelltes Motiv anlehnt (Sphinx oder Weibslöwe).
HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Sphinx (Wappentier)

Einzelnachweise

  1. Volborth, Carl Alexander von: Fabelwesen der Heraldik in Familien und Städtewappen, Stuttgart und Zürich 1996 Belser-Verlag, auch 2001. S. 13 u. an
  2. Quelle: J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889 - Menschen und Deren Körpertheile - Weibslöwe)