Beutelstand

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1305-1315: Beutelstand
(Graf Konrad von Kirchberg im Codex Manesse)
1335/1345: Beutelstand (von Randenburg in der Zürcher Wappenrolle)
2020: Beutelstand (Wappen Krätschmar; Aufriss von Fritz Jahn)

Der Beutelstand (frz.: mitre; engl.: mitre) ist in der Heraldik ein Hilfskleinod oder eine gemeine Figur.

Darstellung

Je nach heraldischer Quelle werden ein bis zwei Ausprägungen des Beutelstandes genannt:

  • Einmal wird eine beutelförmige hohe Haube mit Quasten so bezeichnet, die ähnlich wie ein umgedrehter „Geldbeutel“ aussieht und ohne Helmwulst auf den Wappenhelm aufgesetzt (gestülpt) wird und eine zusätzliche Abbildungsfläche für Wappenfiguren, ähnlich dem Schirmbrett, bildet. Dieses Hilfskleinod ist seit dem 16. Jahrhundert[1] seltener geworden und bestand aus bemalten Leder oder Stoff. Im Codex Manesse sind mehrere Bilder mit diesem Helmkleinod: Kirchberg 24r, Kristan von Hamin71v, Kristan von Lippin 226v., Brunwart von Augheim 258v und Marner 349r.
  • Das andere Mal wird eine Narrenkappe/-mütze mit diesem Ausdruck belegt. Der Ausdruck Beutelstand bezeichnet in diesem Fall allgemein eine doppelzipflige Mütze (teilweise mit kleinen Schellen an den Spitzen).

Der Beutelstand ein der Neuzeit fast ganz unbekannte Figur, welche früher aber, zum Beispiel in der Züricher Wappenrolle sehr häufig zu sehen ist; es war dies eine Art Mütze mit zwei Kopfstücken, s. v. täuschend ähnlich einer gewissen Art von Narrenkappen. So ist zum Beispiel das Helmkleinod der alten schlesischen Familie von Kospoth ursprünglich sehr wahrscheinlich ein solcher Beutelstand gewesen.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Beutelstand: Narrenmütze mit zwei nach außen geneigten Zipfeln, heute noch als Karnevalshut gebräuchlich.“

Meyers Online Lexikon: Brockhaus Enzyklopädie (1994)[3]

Manche Autoren halten diese Form der Kopfbedeckung nicht für einen Beutelstand, sondern einfach nur für eine zweizipfligen Narrenkappe mit Aufschlag. Die Narrenkappe/-mütze als solche kann im Oberwappen ebenso wie im Wappenschild auftreten.

„(..) den Beutelstand (Tafel XXV. Figur 90.): wie ihn auch die Narren älterer und neuerer Zeit als Kopfbedeckung tragen.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Wappenbilderordnung

Weblinks

Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Kunst und Kultur der Wappen: Der Beutelstand

Literatur

  1. Gert Oswald: Lexikon der Heraldik, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1984
  2. 2,0 2,1 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889/1890. S. 117, 161. Tafel 25. Figur 90. Reprint on Demand. Universtitäts- und Landesbibliothek Tirol. 2009. ISBN 3-226-00671-1.
  3. Brockhaus Enzyklopädie: in vierundzwanzig Bänden. Band 3. F.A. Brockhaus. 1994. S. 293.


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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Beutelstand“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 22. April 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.