Ritter (Heraldik)

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Dieser Artikel befasst sich mit der gemeinen Figur Ritter in der Heraldik, andere Bedeutungen unter
Ritter
 
zu Fuß
Wappen von Bamberg[1]
 
zu Roß
Wappen von Marburg[2]
1250 oder später: Knieender Ritter mit Pferd vor dem Aufbruch zum Kreuzzug; ein Knappe hält den Helm des Ritters.

Der Ritter (auch Krieger, Gerüsteter, Geharnischter oder ähnlich genannt; frz.: chevalier, guerrier oder homme d'armes; engl. knight, warrior oder man in armour) ist in der Heraldik eine gemeine Figur oder ein Schildhalter. Das Wappenmotiv ist seit der Frühzeit der Heraldik gebräuchlich und entprechend verbreitet.

Darstellung

Das Wappenmotiv erscheint gewöhnlich als „Mann in Ritterüstung“ (Plattenpanzer) beziehungsweise als „Mann in Harnisch und mit spezifischen Ritterattributen, wodurch der „Ritter“ als solcher unmittelbar erkennbar ist. Zu den verwendeten Ritterattributen zählen beispielsweise:

  • Rittergemäße Kopfbedeckung: Topfhelm, Stechhelm, Spangenhelm, Sturmhaube, Federnbusch und so weiter
  • Rittergemäße Kleidung oder Rüstung: Waffenrock, Brustharnisch, Sporen und so weiter
  • Rittergemäße Bewaffnung: Lanze, Schild, Schwert, Fahne und so weiter
  • Rittergemäße Tätigkeit: (Waffe) haltend, schulternd, zum Hieb schwingend und so weiter

Der Ritter „hält“ oft in seiner Rechten eine spezifische Angriffswaffe; mit der Linken dagegen den Schild oder zu Pferd beispielsweise die Zügel.

Siebmacher

Ritter: zu Pferd (Tafel XIII. Figur 58.) und zu Fuss (Tafel XIII. Figur 60.) kommen vielfach vor; zu melden ist, ob sie ganz oder nur theilweis geharnischt sind, ob den Kopf, Helm oder Sturmhaube deckt, ob sie einen Waffenrock (unter dem Brustharnisch) tragen, ob der Helm Federn (wieviel und welcher Farbe) hat, oder nicht, ob sie ein umgürtetes Schwert, oder Dolch und Sporen tragen, einen Schild oder das blanke Schwert halten, schultern, oder zum Hieb schwingen.

Beim Ritter zu Pferde muss gemeldet werden, ob das Pferd gesattelt, gezäumt etc. (siehe Pferd) ist, (zum Beispiel Wappen der Ritter von Gugler in Bayern in Schwarz gelb blau getheilten Felde ein linkssprengender geharnischter Ritter (auf geharnischtem Pferde, mit eingelegter Turnierlanze), auch ob der Harnisch golden, silbern, stahlfarben oder schwarz, mit goldenen Buckeln und Reifen versehen, ob das Schwert goldbgrifft, das Visir des Helmes (beim Spangenhelm) offen oder geschlossen ist, ob sie Schärpen oder sonstige Abzeichen tragen (..)“

Siebmacher/Gritzner (1889)[3]

Ritter und Christentum

In der Heraldik werden Wappenmotive aus der Symbolwelt des Christentums teilweise als Ritter, mit Harnisch oder Rüstung etc. dargestellt (zum Beispiel „Heilige“ oder „Engel“).

Ritter als Schildhalter

Ritter als Schildhalter
(DeventerW-Logo.png)

„(..) Vielfach finden Ritter Anwendung als Schildhalter und halten hier gewöhnlich mit der inneren Hand den Schild, mit der äusseren Standarten, Spiesse, Schwerter etc.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[3]

Weiblicher Ritter

„Ritterin“ (weiblich) ist in der Heraldik nicht gebräuchlich. Eine entsprechende Darstellung verstößt jedoch nicht gegen heraldische Regeln und ist gegebenenfalls als „Frau in Harnisch“, „geharnischte Frau“ oder ähnliches zu melden.

Wappenbilderordnung

Webseiten

 Commons: Ritter in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Krieger in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wappenbeschreibung: „In Rot ein stehender Ritter in silberner Rüstung mit einem roten Kreuz auf der Brust und einem silbernen Langschwert am Gurt; in der Rechten eine Lanze mit silbernem Fähnlein, darauf ein rotes Kreuz, die Linke gestützt auf einen blauen Schild mit silbernem Adler.“
  2. Wappenbeschreibung (nach Heinz Ritt): „In Rot mit silbernem Saum auf silbernem Ross ein gepanzerter Ritter mit silbernem, goldverziertem Topfhelm und blauem Waffenrock, in der Rechten an rotgeschäfteter Lanze mit goldener Spitze eine golden befranste, dreilatzige silberne Fahne, darin in Gold mit blauem Bord ein blaues gotisches M, links einen Schild haltend, darin in Blau ein steigender, goldbekrönter, von Silber und Rot siebenmal geteilter Löwe.“
  3. 3,0 3,1 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. Seite 78. Tafel 13
  4. Wappenbeschreibung: „Geteilt von Rot und Gold; darauf ein silbern geharnischter barhäuptiger und bärtiger Mann, die Rechte zum Schwur erhoben, die Linke am schwarzen Griff des Schwertes.“
  5. Wappenbeschreibung: „In Rot auf grünem Dreiberg Krieger in weisser Rüstung, den Kopf nach links gedreht, in der Rechten weissen Speer mit gelbem Schaft, in der Linken fünfstrahligen gelben Stern haltend.“
  6. Wappenbeschreibung: „In Blau mit goldenen Lilien bestreut ein linksschauender Ritter in silberner Rüstung, mit der Rechten auf ein silbernes Schwert gestützt dabei einen gotischen Schild haltend, darin in Rot aus einem grünen Dreiberg wachsend drei gestielte silberne Lilien, in der Linken an silberner Lanze eine Turnierfahne in den Schildfarben.“
  7. Wappenbeschreibung: „In Grün auf goldenem Hügel, darin ein blauer Wellenfaden, ein golden gerüsteter Ritter mit Stechhelm, auf einem springenden, golden gehuften, gezäumten und gesattelten silbernen Pferd, in der rechten Hand ein goldenes Schwert und in der linken Hand die goldenen Zügel haltend.“
  8. Wappenbeschreibung: „In Rot auf silbernem galoppierenden Pferd mit goldenem Sattel, goldenem Zaumzeug und blauer Satteldecke ein golden gerüsteter, ein silbernes Schwert über dem Kopf schwingender Reiter mit silbernem Helmbusch.“
  9. Wappenbeschreibung: „In Silber auf grünem Boden (Feld) ein auf silbern gezäumtem schwarzem Roß einhersprengender, schwarz gerüsteter Reiter (Oberst) mit umgeschnalltem silbernem Schwert und rotem Helmbusch.“
  10. Wappenbeschreibung: „In Rot auf silbernem, rechtshin springendem Pferd ein silberner Gerüsteter, in der Linken einen vorgehaltenen silbernen Schild, in der Rechten eine silberne Lanze haltend.“
  11. Wappenbeschreibung: „In Rot auf golden gezäumtem silbernen Pferd linkshin reitend der golden gerüstete heilige Georg, mit der Rechten dem auf dem Rücken liegenden grünen Drachen die schwarze Lanze in den Hals stoßend.“
  12. Wappenbeschreibung: „In Blau ein stehender, silbern gepanzerter jugendlicher Heiliger (St. Pankratius) mit goldenen Locken und goldenem Nimbus, die Linke in die Seite gestemmt, in der Rechten ein mit der Spitze nach rechts oben zeigendes goldenes Schwert haltend. “