Birke (Heraldik)

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Aus der Werkstatt von Albrecht Dürer stammen mehrere Darstellungen des Pirkheimer Wappens mit der silbernen Birke
Silberne Birke (Wappen Pirkheimer)

Die Birke (frz. bouleau, engl. beech-tree oder birch) ist in der Heraldik eine beliebte gemeine Figur, die als ganzer Baum oder in Teilen (Birkenstamm, Birkenblatt, Birkenkätzchen und so weiter) dargestellt wird.

Darstellung

Heraldisch wird die Birke stark stilisiert oder "natürlich" dargestellt, z. B. mit breiter Krone auf einem silbernen oder grünen Stamm, aber auch mit nur einzelnen Zweigen und Ästen und den charakteristischen Blättern und Früchten.

Leonhard

„Die Birke, die älteste europäische Baumart, trägt auf einem goldenen oder silbernen Stamm vielfach eine geschlossene Baumkrone, vereinzelt aber auch sichtbare Äste mit vielen kleinen Blättchen.“

Walter Leonahrd (1975)[1]

Siebmacher

„Die Birke (Tafel XXIII. Figur 44) führten z. B. die Pirkhaimer in Nünberg. da der Stamm der Birke auch hier als weiss dargestellt wird, ist der Baum als Birke leicht erkennbar.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Galerie Birke

Birkenblatt

Das Birkenblatt (sw. birkelöf) ist in der kommunalen Heraldik eine beliebte gemeine Figur, das oft sprechend für Orte, Ortsteile und Gemeinden steht, die den Begriff Birke in irgendeiner Form als Namensbestandteil besitzen (z. B. Berkhof, Barrigsen, Fressach, Barkenholm, Birkenfeld, Birkholz und so weiter).

Darstellung des Birkenblattes

Das Birkenblatt ist an seinen gesägten Rändern und an seiner spezifischen Form erkennbar. Dennoch wird es in Wappen manchmal mit dem Buchenblatt oder mit anderen Blättern mit zackigen Rändern verwechselt. Um Verwechslungen zu vermeiden, wird in heraldischen Darstellungen die typische Birkenblattform (eiförmige bis deltaförmige, elliptische oder fast kreisförmige BlattspreiteW-Logo.png) deutlich erkennbar übertrieben. Verwechslungen lassen sich minimieren, wenn man als weiteres Unterscheidungsmerkmal das Birkenblatt zusammen mit dem Fruchtstand der Birke (Birkenkätzchen) darstellt.

Das Birkenblatt wird in allen heraldischen Farben tingiert, vorzugweise aber grün oder gold. Fast immer bildet man es in der modernen Heraldik mit Blattadern ab (Mittelrippe mit Seitenrippen), die entweder schwarz oder in verwechselten Farben tingiert sind.

Die kommunale Darstellung des Birkenblatts variiert je nach Kulturkreis:

  • Darstellung, in deutschsprachigen Ländern: hier meist in Einzahl und als Nebenmotiv (für ein Orts-/Gemeindeteil); fast immer mit Blattstiel
  • Internationale Darstellung (vor allem in Nordeuropa): hier oft in Mehrzahl und als Hauptmotiv, manchmal ohne Blattstiel

Galerie Birkenblatt

Symbolik

Die Birke galt früher als Helfer in Liebesnöten und symbolisiert außerhalb der Heraldik den Frühling, den Neubeginn, junge Mädchen und Fruchtbarkeit, außerdem Anpassungsfähigkeit, Demut, Hartnäckigkeit, Weisheit.

Estland, Finnland, Litauen und Polen ehren die Birke als nationales Pflanzensymbol.

Wappenbilderordnung

Die Birke wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) unter der Nr. 2057 aufgenommen;

Weblinks

 Commons: Birken in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Birkenblätter in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Leonhard, Walter: Das große Buch der Wappenkunst. Augsburg 2000.
  2. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  3. Blason: „In Silber auf rotem Hügel eine grüne Birke mit neun silbernen Früchten.“
  4. Blason: „In Silber mit blauem Wellenschildfuß eine aus einem goldenen Dreiberg wachsende naturfarbene Birke.“
  5. Blason: „In Rot auf grünem Dreiberg eine grüne Birke, um deren Stamm ein goldener Zaun.“
  6. Blason: „Auf blauem Grund auf einem grünen Hügel eine bewurzelte Birke in natürlicher Farbe, bedeckt mit rot-silber-geschachten Schild.“
  7. Blason: „In Gold eine bewurzelte grüne Birke, deren Stamm ein silberner Schild, darin ein blauer Balken, aufgelegt ist.“
  8. Blason: „In Rot eine silberne mit silbernem Maueranker belegte entwurzelte Birke“
  9. Blason: „Von Schwarz und Gold geteilt, oben drei silberne Birkenbäume, unten ein rotes Mühlrad.“
  10. Blason: „In Rot eine steigende, geschweifte silberne Spitze, belegt mit einem grünen Birkenblatt. Vorn ein silbernes S in Schwanenform, hinten die linke Hälfte eines silbernen Mühlrades.“
  11. Blason: „Geteilt von Silber über Rot; eine schräggestellte, siebensprossige Leiter in verwechselten Farben, beseitet von einem dreiblättrigen Birkenreis und der nach innen gewendeten Krümme eines Bischofsstabes.“ Symbolik: Der Birkenreis im Wappen lehnt sich an den Ortsnamen an („am oder im Birkengehölz“).
  12. Anmerkung: Das Birkenblatt im Wappen bezieht sich auf den untergegangen Ort Birken.
  13. Blason: „Geteilt durch einen Winkel zum Schildfuß; oben in Silber ein roter hersehender Hirschkopf, dessen Geweih ein grünes Birkenblatt umschließt; unten blau gewellt.“
  14. Blason: „Von Gold und Grün durch einen blauen und silbernen Wellenbalken schräglinks geteilt, oben ein grünes schräglinkes Birkenblatt mit Fruchtstand, unten sieben goldene 1:2:2:2 gestellte Ziegelsteine.“ Das Birkenblatt steht für einen Teil des Namens Barkenholm (= "Birkeninsel")
  15. Blason: „In Rot auf golden gezäumten silbernen Roß der silbern gerüstete hl. Georg, der eine goldene Lanze dem golden bewerten silbernen Lindwurm in den Kopf stößt. Im rechten Obereck schwebend ein goldenes Birkenblatt.“ Symbolik: Die Farben erinnern an die Wappen des Hochstifts Würzburg und der Grafen von Rieneck
  16. Die drei Blätter im Wappen von Oppach symbolisieren drei der Ortsteile: Lindenberg durch das Lindenblatt; Eichen (im „Eichengrund“) durch das Eichenblatt; Fuchs (die „Fug’schen“) durch ein Birkenblatt, welches auf das Adelsgeschlecht Berka von der Duba verweist.
  17. Blason: „Schild in Silber durch einen blauen Schräglinkswellenbalken geteilt, vorne ein rotes Balkenkreuz, hinten ein blauer Schrägrechtswellenbalken, darunter ein schwarzes Wasserrad, oben ein grünes Birkenblatt“
  18. Blason: „In Grün ein spitzgiebeliger, oben mit einem Kreuz besteckter silberner Glockenturm, darin über einer Dreipassrosette eine rundbogige Öffnung mit einer goldene Glocke am schwarzen Glockenstuhl; oben rechts beseitet von einem goldenen Birkenblatt und links von einem goldenen Mühlrad.“ Das Birkenenblatt steht für den Gemeindeteil Birkholz.
  19. Blason: „Von Silber und Gold durch einen schräglinken grünen Wellenbalken gesenkt geteilt. Oben ein rotes achtspeichiges Rad in einem Kranz von acht grünen Birkenblätter, unten eine rote Urne.“
  20. Blason: „In Gold ein schräglinks gelegtes grünes Birkenblatt mit schwarzem Schildfuß.“
  21. Blason: „Schräggeteilt von Grün und Silber, darauf zwei Birkenblätter ohne Stiel, vorne mit der Spitze abwärts, hinten aufwärts nach der Teilung in verwechselten Farben gelegt.“
  22. Blason: „In Blau drei goldene Birkenblätter im Dreipass geordnet, darüber ein schwebender sechszackiger goldener Stern.“
  23. Symbolik: Das Wappen von Fresach im von Gold und Grün gespaltenen Schild vorne ein hängendes grünes Birkenblatt, das für den Ortsnamen steht (von slowenisch breže = bei denen im Birkengehölz).