Fichte (Heraldik)

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Nadelbäume im Wappenwesen

Im älteren Wappenwesen wurde der Begriff „Tanne“ als großzügiger Sammelname für verschiedene Nadelbaumfiguren benutzt. Heraldisch-historische Darstellungen von Fichten, Kiefern und andere Nadelbäumen sind deshalb nicht immer zuverlässig von der Wappenfigur „Tanne“ abgrenzbar. Dies betrifft ebenso Wappenteilfiguren wie „Zapfen“ oder „Nadelbaumzweige/-äste“, deren heraldische Ausführung manchmal keine botanisch-charakteristischen Unterscheidungsmerkmale erkennen lassen. Erst die neuere Heraldik differenziert systematischer zwischen Tannen-, Fichten-, Kiefern- und anderen Nadelbaumfiguren sowie den entsprechenden Teilmotiven.

Fichte
in der Heraldik
(in Gold eine grüne Fichte mit braunem entwurzeltem Stamm; ViechtachW-Logo.png)

Die Fichte (Picea; französisch épicéa; englisch spruce) beziehungsweise die in Mitteleuropa heimische Art der Gemeinen Fichte (Picea abies; auch Rotfichte oder Rottanne genannt; engl.: Norway Spruce) ist in der Heraldik eine gemeine Figur.

Darstellung

Die Fichtenfigur wird gewöhnlich als spitzer, geschlossener Kegel in Wappen dargestellt und ist – heraldisch stilisiert – dem Ideabild des gleichnamigen immergrünen, Nadelbaums nachempfunden. Sind mehrere Fichten dargestellt, ist die Anzahl zu melden.

„Der Fichtenbaum erscheint, der Tanne sehr ähnlich, im Wappen der Fichtl, Förchtl und anderer Geschlechter ähnlichen Namens, der Wortlaut muss hierbei anzeigen, welcher Art des Nadelholzes der Baum angehört.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Eine Fichte

Eine entwurzelte Fichte

Fichte und gemeine Figur

Spaltung und Fichte

Spitze mit Fichte

Zwei Fichten

Drei Fichten

Mehr als drei Fichten

Fichtenzweig/-ast

Im heraldischen Sprachgebrauch wird in der Regel nicht zwischen einem „Fichtenzweig“ und einem „Fichtenast“ unterschieden. Beide Bezeichnungen bezeichnen eine seltene gemeine Figur und werden synonym verwendet, sofern keine besondere Formgebung oder Stellung eine Unterscheidung erforderlich macht. Fichtenzweig- oder Fichtenastfiguren sind – heraldisch stilisiert und idealisiert – den natürlichen Vorbildern nachempfunden. Sie erscheinen in der Heraldik vornehmlich ohne Verbindung mit einem Zapfen. Wird ein Fichtenzweig oder -ast mit einem oder mehreren Zapfen dargestellt, so handelt es sich um eine heraldisch abweichende Variante, die in der Blasonierung – gegebenenfalls unter Angabe von Anzahl und Stellung der Zapfen – ausdrücklich zu vermerken ist, um Missverständnisse bei der Wiedergabe des Wappenbildes zu vermeiden.

Symbolik

Innerhalb der Heraldik wird das Motiv „Fichte“ in Zusammenhang mit redenden Wappen verwendet (zum Beispiel bei den Orten „Viechtach“, „Fichtenberg“, „Fichtenau“, „Oberviechtach“, „Feichten“, „Vichtenstein“, „Fichtenwalde“ und anderen).

Wappenbilderordnung

Weblinks

 Commons: Fichten in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  2. Wappenbeschreibung: „In Silber auf schwarzem Sechsberg eine grüne Fichte.“
  3. Wappenbeschreibung: „In Silber auf grünem Boden eine grüne Fichte.“
  4. Wappenbeschreibung: „In Silber auf grünem Rasenboden eine bewurzelte grüne Fichte. “
  5. Wappenbeschreibung: „In Gold aus erniedrigtem grünem Wellenschildfuß wachsend eine grüne Fichte, oben links ein rot bewehrter schwarzer Bussardkopf.“
  6. Wappenbeschreibung: „In Grün, gespalten durch einen silbernen Wellenbalken, vorn eine silberne fünfendige Hirschstange mit Grind; hinten eine silberne ausgerissene Fichte. “
  7. Wappenbeschreibung: „In silbernem Schilde zwei schmale rote Pfähle auf einer roten, silbern gefugten Ziegelmauer; zwischen den Pfählen eine grüne Fichte.“
  8. Wappenbeschreibung: „In Silber auf grünem Boden eine grüne Fichte, oben beseitet von zwei sechsstrahligen goldenen Sternen und belegt mit einem springenden roten Hirsch mit goldenem Geweih und goldenen Hufen.“
  9. Wappenbeschreibung: „In Gold auf grünem Boden ein Wilder Mann mit Laubkrone und Laubschurz, in der linken Hand eine bewurzelte Fichte haltend. “
  10. Wappenbeschreibung: „Im silbernen Schild erscheint abgeledigt ein aufgerichteter schwarzer, rot bewehrter und bezungter Bär, der in seinen Vorderpranken eine entwurzelte naturfarbene Fichte hält.“ Quelle: Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 12, 1962, S. 26
  11. Wappenbeschreibung: „In Blau auf einem durchgehenden silbernen Ast sitzend ein Kauz vor einer dreimal gezackten am oberen Rand anstoßenden Fichte.“
  12. Wappenbeschreibung: „Über blauem Wellenschildfuß von Gold und Grün gespalten; vorn eine grüne ausgerissene Klette, hinten eine goldene ausgerissene Fichte.“
  13. Wappenbeschreibung: „Geteilt von Grün und Silber; vorn eine silberne Frauengestalt im mittelalterlich-klösterlichen Gewand, hinten eine grüne bewurzelte Fichte.“
  14. Wappenbeschreibung: „Im grünen Schild eine bis an den oberen Schildrand reichende, mit einer grünen Fichte belegte goldene Spitze, die rechts von einem goldenen Bischofsstab, links von einer goldenen Ähre beseitet ist.“
  15. Wappenbeschreibung: „In Grün eine erhöhte eingeschweifte goldene Spitze, darin auf einem grünen Hügel wachsend eine grüne Fichte; oben vorn eine goldene Blüte, oben hinten ein goldenes Kelchglas.“
  16. Wappenbeschreibung: „In Grün mit eingebogener goldener Spitze; vorn ein linksgewendeter goldener Pferdekopf, hinten goldene gekreuzte Eisen und Schlägel, darüber ein goldenes Hochkreuz schwebend, in der Spitze eine grüne Fichte.“
  17. Wappenbeschreibung: „In Rot eine silberne Spitze, belegt mit einer grünen Fichte und begleitet rechts von einem silbernen, aufgerichteten, linksgewendeten Wolf, links von einem silbernen, aufgerichteten Bären, der eine silberne Hacke in den vorderen Tatzen hält. “
  18. Wappenbeschreibung: „In Silber ein roter gezinnter Turm mit silbernen Durchbrüchen über eine rote gezinnte Brücke, begleitet von je einer grünen Fichte, unten eine schwarze Forelle.“
  19. Wappenbeschreibung: „In Blau auf grünem Dreiberg ein silberner Torturm mit Treppengiebel und beiderseits anschließender Zinnenmauer, über der je eine grüne Fichte aufwächst; das Tor belegt mit den bayerischen Rauten.“
  20. Wappenbeschreibung: „In Gold ein grüner, mit einem goldenen, auf drei Stufen erhöhten Passionskreuz belegter Berg, auf dem rechts und links je eine grüne Fichte steht; darüber im Schildhaupt ein gestürzter blauer Wellensparren.“
  21. Wappenbeschreibung: „Schräggeviert; Feld 1: in Blau ein aus der linken Teilung wachsender goldener doppelschwänziger Löwe mit ausgeschlagener roter Zunge; Feld 2 und 3: in Gold je eine bewurzelte grüne Fichte mit schwarzem Stamm und schwarzen Wurzeln; Feld 4: in Blau auf grünem Berg ein goldener Stein, belegt mit einem schwarzen “R”.“
  22. Wappenbeschreibung: „Unter einem goldenen Schildhaupt, darin ein blauer Balken, in Blau ein dreiteiliger silberner Felsenberg, auf dessen äußeren Spitzen je eine silberne Fichte steht; dazwischen schwebend ein goldener Steinhauerhammer.“
  23. Wappenbeschreibung: „In Silber auf drei grünen Hügeln drei grüne Fichten mit schwarzen Stämmen, deren mittlere höher ist.“
  24. Wappenbeschreibung: „Von Grün und Silber schräggeviertfarbgewendet gesäumt, in jedem Feld eine entwurzelte farbgewendete Fichte. “ Zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 170.
  25. Wappenbeschreibung: „Unter blauem Schildhaupt, darin ein goldener Rost, in Silber über roter Quaderzinnenmauer zwei schräg gekreuzte, grüne Fichtenzweige.“
  26. Wappenbeschreibung: „Auf grünem Grund ein goldener Dreiberg, darüber in Silber ein schwarzgemauerter Obelisk, rechts und links von silbernen Fichtenzweig begleitet.“
  27. Wappenbeschreibung: „Ein goldener Löwe mit ausgeschlagener Zunge in rotem Schild mit goldenem Bord, in den schrägauswärts von den Ecken des Innenschilds zwei grüne Eichenblätter wachsen, und in dessen unterem Saum drei grüne Fichtenzweige stehen.“ Zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 112.
  28. Wappenbeschreibung: „Geteilt von Blau und Gold; oben ein goldener Zickzackbalken, unten schräg gekreuzt ein grüner Fichtenzweig und ein grünes Eichenblatt.“
  29. Wappenbeschreibung: „Im erhöhten Schildfuß silbern und schwarz geöffnet drei Spitzbögen auf zwei pfahlweise wachsenden, unter den Kämpfern verstärkten Diensten, darüber in Grün ein silberner, schwarz gezeichneter, im Untergeschoß geböschter, im Obergeschoß etwas eingezogener und oben von einem Zinnenkranz mit überdachten Türmchenaufsätzen an den Ecken bewehrter Turm, silbern beseitet vorne von einem Laubblatt, hinten von einem Fichtenzweig.“ – zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 100.